Da steckt der Wurm drin: Wie Sie Tür-Holzeinlagen erneuern III

Der Zahn der Zeit – besser gesagt die UV-Strahlung der Jahre – setzt nicht nur dem Äußeren eines Fahrzeugs zu, sondern auch dem Interieur. Bevorzugt betroffen sind neben Lederpolstern die Holzeinlagen in den vorderen Türen. Sie trifft häufig dann der Sonnenschein, wenn der Planet schräg von vorn durch die Frontscheibe auf die Türinnenseiten strahlt. Zwar sind diese Holzeinlagen vom Werk aus recht gut geschützt. Mehrschicht-Klarlacke mit hoher UV-Resistenz sollen den Frische-Look der Echthölzer möglichst lange erhalten. Doch alles hat Grenzen und vor der Sonne kapitulieren selbst die besten Klarlacke eines Tages. Spätestens nach 20 Jahren werden diese Lackschichten milchig trüb und haben mit dem Namen Klarlack nichts mehr gemein. Es gibt noch weitere Zersetzungserscheinungen. So beginnen im fortgeschrittenen Stadium der UV-Belastungen erst die Lacke und dann auch noch die Hölzer zu reißen. Einige Fahrzeughersteller haben außerdem Edelholzapplikationen verarbeitet, die nicht auf Aluminium fixiert wurden. Folge ist eine mangelhafte Formstabilität. Im Klartext: Die Hölzer werden wellig. Alles unschön. Der Wunsch nach Abhilfe liegt also nahe.

Dafür gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

1. Sofern noch Original-ersatzteile lieferbar sind, können die Neuteile verbaut werden. Häufig-ster Nachteil: Färbung und Maserung weichen von den übrigen im Fahrzeug eingebauten Holzapplikationen deutlich sichtbar ab.

2. Altteile ausbauen und vom Fachbetrieb (am besten vom Schreiner) aufarbeiten lassen.
Ein guter Lackierer bekommt auch eine spiegelglatte Klarlackschicht wieder hin – mit Schleifpaste und finaler Politur.

3. Ersteigertes Gebraucht-Ersatzteil einbauen. Kann unter Umständen die beste Lösung sein, weil das Teil ein gewisses Maß an Patina haben wird – passt meist gut zu den anderen Bauteilen. Außerdem im Regelfall die preiswerteste Lösung – wenn da nicht die “fingerbrechende” und zeitaufwändige Montage wäre.

In drei Folgen lassen wir am Beispiel einer Beifahrertür am Mercedes 500 SEC Coupé aus Baujahr 1985 nachvollziehen, wie der Neu-Einbau einer Holzeinlage unfallfrei funktioniert.

In dieser dritten Folge zeigen wir, wie die Verkleidung mit der ausgetauschten Holzeinlage wieder an die Tür gebaut wird.

1. Die Innenverkleidung der Beifahrertür ist abgebaut. Das ist eine günstige Gelegenheit für einen Optik-Check: Es sollte auf alle Fälle eine unverletzte Plastikfolie den Innenraum der Tür bedecken. Diese Folie verhindert, dass beispielsweise Regen- oder Schwitzwasser von innen an die Türverkleidung gelangt. Weiter kann der Türhohlraum jetzt auf Rost untersucht werden. Sind lückenhafte Hohlraumschwachsstellen zu erkennen, so lassen sie sich jetzt gut nachbessern.
2. Widmen wir uns nun dem eigentlichen Ziel, die optisch unansehnlich gewordene Holzeinlage der Türinnenverkleidung auszutauschen: Die Verkleidung der Tür sollte mit der Rückseite nach oben auf die Werkbank gelegt werden. Achtung: Unbedingt den Bezug der Verkleidung irgendwie schützen und zunächst eine weiche Schutzdecke auf die Werkbank legen.
3. Erfreuliche Schwaben-Konstruktion: Die Holzeinlage ist verschraubt – nicht geklipst, nicht geklebt oder eingeschweißt.
4. Nach dem Lösen der Verschraubung kann das Holz aus seinem Bett genommen werden.
5. Optischer Abgleich auf der Werkbank: Ist das Ersatzteil auch wirklich formidentisch?
6. Praxis-Test: Das Ersatzteil passt akkurat und bündig. So muss es sein.
7. Gunst der Stunde: Spezieller Kunststoffreiniger hilft Verschmutzungen zu beseitigen. Einsprühen und nach Herstellerangabe einwirken lassen.
8. Anschließend mit einem Tuch säubern.
9. Das Ersatzholz in das gereinigte Bett einlegen, die Verkleidung wieder umdrehen und von der Rückseite behutsam die Verschraubungen per Hand aufsetzen. Dabei bitte viel Fingerspitzengefühl walten lassen. Die Schrauben dürfen nicht mit Kraft eingedreht werden. Besser etwas Silikonspray aufs Gewinde, damit die Montage geschmeidig und zerstörungsfrei läuft.
10. Schließlich mit Werkzeug die Schrauben fest drehen. Dabei gilt aber auch für diese Schrauben wieder: lieber zu vorsichtig als zu nachsichtig – Abrisse der Bolzen sind zu vermeiden.
11. Vor dem Wiedereinbau der Türinnenverkleidung sollte mit größter Sorgfalt noch einmal die vor Wasserschäden schützende Kunststoffplane in der Tür auf Beschädigungen und Ablösungen überprüft werden.
12. Wie hier erkennbar hat sich die Verklebung im unteren Bereich rund um die Kabelführung der Ausstiegsleuchte gelöst – ein Demontage-Klassiker übrigens. Aber kein Problem, sofern der richtige Kleber parat steht. Aufsprühen, kurz ausdünsten lassen, Folie wieder anpressen und fertig.
13. Der Einbau der reparierten Türverkleidung erfolgt exakt in der umgekehrten Reihenfolge der vorherigen Demontage. Als erster Schritt also unbedingt die Türeinstiegsleuchte wieder in ihren Ausschnitt in der Türverkleidung drücken.
14. Jetzt die Verkleidung lose in Position hängen. Kleiner Tipp: Bevor Sie weiterarbeiten, Hände gründlich waschen, damit die Innenverkleidung nicht verschmutzt wird. Das spart den finalen Reinigungsgang. Wer es mag, der kann ab jetzt auch mit dünnen, sauberen (weißen) Handschuhen weiterarbeiten.

15. Auch auf diesen kleinen Knopf ist zu achten: Der Verriegelungs-Stummel für die Türschließung muss jetzt dringend durch seine Aussparung in der Verkleidung ragen. Das Bild zeigt: Hier ist es noch nicht perfekt gelungen, der Stummel bleibt zunächst unsichtbar.

16. Es darf ein wenig hin und hergeschoben werden, bis die Verkleidung wieder ihre Sollposition gefunden hat. Wenn sie rundum passt, kann sie wieder fest angedrückt werden. Die Klipse rasten dann hör- und fühlbar ein.

17. Die Armlehne oder auch der Türzuzieher kann jetzt montiert werden. Doch Achtung: nicht gleich fest verschrauben, …

18. …lieber erst einmal die Kunststoffteile rund um den Türöffner- und die Sitzversteller-Hebel einlegen.

19.  Noch ist der Zugang zur Schraube frei…

20. …deshalb jetzt das Griffelement oben festschrauben.

21. Nun die Trichterverkleidung wieder in ihr Bett drücken.

22. Kunststoffschalen rund um Türöffner und Sitzverstellung eindrücken.

23. Fertig ist die Tür mit neuem (alten) Holz.

Bilder: Tobias Kerner

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