Hinterachse einbauen Teil 4

[series][seriesposts name=”Hinterachse einbauen”]Das kennen wir doch noch, als wir unsere Fahrräder und später die Mopeds zerlegt hatten: Der Einbau des Hinterrades war stets etwas Bedeutendes, denn es handelte sich schließlich um das Antriebsrad.

am042011_hinterachse_00

So ist der Einbau einer Antriebs-Hinterachse nach Abschluss einer Oldtimer-Komplett-Restauration ebenfalls der erste Schritt zur Wiederbelebung eines Autos. Wurde die Hinterachse erst einmal montiert, dann ist der erste große Schritt zum Zusammenbau des Wagens getan.

Am Beispiel eines Mercedes 300 SEL, 6.3 (Typ W 109 E 63, Baujahr 1968-1972) zeigen wir, wie eine Eingelenk-Pendelachse mit Zugstreben, Luftkammer-Federbälgen (Niveauausgleich), Gummi-Zusatzfedern und Drehstab-Stabilisator eingebaut wird.

Fahrzeug und Achse waren zuvor komplett überholt worden.

Es gilt bei dem Einbau eines derartig komplexen Bauteils im Vorwege zu verstehen, wie die Systeme funktionieren, insbesondere die Luftfederung und die Achskinematik. Außerdem trägt die Achse in ihrer Mitte ein wuchtiges Differenzial. In Summe also auch ein schwergewichtiges Bauteil, dessen Einbau zeitweise die Muskelkraft und das Augenmerk von vier kräftigen Monteuren fordert.

An diesen Job sollte sich nur ein Team von mindestens zwei engagierten Monteuren wagen, die idealerweise die Restauration von Anbeginn, also vom Zerlegen des Fahrzeugs und seiner Aggregate bis zur Instandsetzung begleiten sollten.

Doch der Einbau dieser Hinterachse bleibt kein Buch mit sieben Siegeln. Wir zeigen in diesen Folgen, was zu beachten ist, damit der Einbau gut gelingt.

am042011_hinterachse_40a
am042011_hinterachse_40b am042011_hinterachse_40c
am042011_hinterachse_40d am042011_hinterachse_40e
40. Dazu gehört in erster Linie ein wichtiges Steuerelement, das eine hohe Verantwortung für die seriöse Spurtreue des Wagens trägt: die Lenkerstrebe, (für Insider und Kenner: Diese Lenkerstrebe übernimmt eine ähnliche Aufgabe wie der legendäre Panhardstab). Die in Gummilagern fixierte vom Achs-Differential zum Auge im Karosserieboden führende Strebe verhindert, dass die Achse seitlich auswandern kann. Die Strebe zur Achsenseitenführung ist justierbar und spielt später eine Rolle bei Einstellarbeiten an der Spur. Sorgfältige Montage ist also auch hier, wie an allen Achsteilen gefordert.
am042011_hinterachse_41a am042011_hinterachse_41b
41. Das kleine Winkelblech unterhalb der Blechrundung dient als Aufnahmeblech für den hinter der Bremsscheibe sitzenden Minilenker. Besonderheit: Der Fixierungs-Bolzen ist sehr lang und wird vom Innenraum aus befestigt – Bereich äußere Kante hintere Sitzbank.

am042011_hinterachse_42

42. Kann passieren: Weil bei der Achsmontage dieses kleine Blechwinkelstück einen Schlag abbekommen hat, ist der Aufnahmepunkt nicht mehr in Sollposition. Folge sind Montageschwierigkeiten. Da hilft nur Blecharbeit mit Blechhammer und Faust.

am042011_hinterachse_43

43. Arbeit erfolgreich: Montage erledigt.

am042011_hinterachse_44

44. Auf der anderen Fahrzeugseite das gleiche Spiel, aber geschmeidiger, weil nichts verbogen ist.
In der nächsten Folge zeigen wir, wie der Achseinbau seinem Ende zugeht: Querstabilisator und Stoßdämpfer werden montiert.

Bilder: Tobias Kerner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code