Hinterachse einbauen Teil 5

Das kennen wir doch noch, als wir unsere Fahrräder und später die Mopeds zerlegt hatten: Der Einbau des Hinterrades war stets etwas Bedeutendes, denn es handelte sich schließlich um das Antriebsrad.

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So ist der Einbau einer Antriebs-Hinterachse nach Abschluss einer Oldtimer-Komplett-Restauration ebenfalls der erste Schritt zur Wiederbelebung eines Autos. Wurde die Hinterachse erst einmal montiert, dann ist der erste große Schritt zum Zusammenbau des Wagens getan.

Am Beispiel eines Mercedes 300 SEL, 6.3 (Typ W 109 E 63, Baujahr 1968-1972) zeigen wir, wie eine Eingelenk-Pendelachse mit Zugstreben, Luftkammer-Federbälgen (Niveauausgleich), Gummi-Zusatzfedern und Drehstab-Stabilisator eingebaut wird.

Fahrzeug und Achse waren zuvor komplett überholt worden.

Es gilt bei dem Einbau eines derartig komplexen Bauteils im Vorwege zu verstehen, wie die Systeme funktionieren, insbesondere die Luftfederung und die Achskinematik. Außerdem trägt die Achse in ihrer Mitte ein wuchtiges Differenzial. In Summe also auch ein schwergewichtiges Bauteil, dessen Einbau zeitweise die Muskelkraft und das Augenmerk von vier kräftigen Monteuren fordert.

An diesen Job sollte sich nur ein Team von mindestens zwei engagierten Monteuren wagen, die idealerweise die Restauration von Anbeginn, also vom Zerlegen des Fahrzeugs und seiner Aggregate bis zur Instandsetzung begleiten sollten.

Doch der Einbau dieser Hinterachse bleibt kein Buch mit sieben Siegeln. Wir zeigen in diesen Folgen, was zu beachten ist, damit der Einbau gut gelingt.

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45. Sieht schon ziemlich vollendet aus: Die Eingelenk-Pendelachse ist an allen Punkten mit der Karosserie
fest verschraubt.

 

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46. Jetzt gilt es den Einbau des Querstabilisators vorzubereiten. Dazu die Aufnahmebuchsen zunächst üppig mit Vaseline einfetten. Das erleichtert die Montage in den Gummibuchsen.

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47. Den Stabi an einer Seite in die Buchse stecken…

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48. …und an der anderen Seite ebenfalls ins Gummilager positionieren.

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49. Das Lagergehäuse auf der rechten Seite verschrauben und fertig sitz der Stabi in seinem Bett.

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50. Hier lacht uns der untere Aufnahmestift für einen Stoßdämpfer an. Also kann jetzt die Dämpfermontage beginnen.

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51. Dazu den Dämpfer von unten nach oben einbauen (wir haben es in diesen Fotos mit den Dämpfern fürs rechte Hinterrad zu tun).

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52. Sobald die Dämpferachse für die obere Befestigung durchs Loch im Radhausblech gesteckt ist, kann das untere Auge des Dämpfers auf den Stift geschoben werden.

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53. Mit der passenden Schraube wird der Dämpfer schließlich an der Achse befestigt.

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54. Der gleiche Arbeitsablauf hat für den Dämpfer des linken Hinterrades Gültigkeit.

 

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55. Die Kolbenachse des Dämpfers an ihrem oberen Fixierungspunkt – hier wird der Dämpfer verschraubt.

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56. Jetzt ist die Achse komplett mit allen Zubehörteilen eingebaut.
Sinnvoll ist in jedem Fall noch eine optische Achsvermessung, wenn das Fahrzeug wieder vollständig zusammengebaut wurde.

Bilder: Tobias Kerner

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