Kaufberatung Chevy Camaro Convertible 1968 / 2011

The Great Tripple C

Camaro? Dein Freund! Denn der Name leitet sich in Gedenken an Firmengründer Louis Chevrolet vom französischen Wort “camarade” ab, auf Deutsch “Freund” oder “Kamerad”. Aber gilt das sowohl für alt als auch für neu? Grund genug, ein 327er “Triple C” (Chevy Camaro Convertible) von 1968 gegen das aktuelle SuperSport-Triple-C antreten zu lassen. Eines schon mal vorneweg: Beide Autos bestechen mit Liebe zum Detail

am072011_6900_galleriebild_0Chevy? Kennt jeder – fette US-Karren von General Motors. Camaro? Klar doch – Ponycar, Musclecar, Mustang-Konkurrent. Doch wie entstand eigentlich die heute 100 Jahre alte Marke Chevrolet aus dem General-Motors-Konzern? Ein bisschen Hintergrundwissen zum Jubiläum schadet nie, denn Chevrolet ist KEINE rein US-amerikanische Erfolgsgeschichte. So findet man auf einer Homepage von Chevrolet Interessantes über Louis Chevrolet, der 1878 als Sohn eines Uhrmachers im schweizerischen La Chaux-de-Fonds geboren wurde… Die Liebe zur Geschwindigkeit entdeckte der junge Schweizer mit elf Jahren in einer Fahrradwerkstatt. Louis begann, Räder zu entwerfen und erfolgreich an Fahrrad-Rennen teilzunehmen. 1896 reparierte er für den US-Magnaten Vanderbilt gekonnt dessen motorisiertes Dreirad. Beeindruckt legte Vanderbilt ihm nahe, sein Glück in den Staaten zu versuchen, da man dort geschickte Mechaniker gut gebrauchen könne. 1901 war es soweit – Louis Chevrolet ging nach New York und begann als Mechaniker und Konstrukteur bei Dion-Bouton, dem seinerzeit weltgrößten Autohersteller. Doch er wollte mehr: 1905 errang er als Sieger eines Autorennens einen Rekord für die ganze Meile in nur 52,8 Sekunden. Seine Erfolgsserie auf den US-Rennpisten hielt noch weitere 15 Jahre, und machte Louis Chevrolet zu einem frühen, internationalen Star des Motorsports.

am072011_6900_galleriebild_8

Gründung der Chevrolet Motor Car Company

1911 nutzte Louis seine Bekanntheit zur Gründung einer eigenen Autofirma. Gemeinsam mit Billy Durant, dem Eigentümer der General Company of New Jersey (später GM), entstand in Detroit die Chevrolet Motor Car Company. Louis Chevrolet hatte klare Vorstellungen: Die zuverlässigsten und technisch ausgereiftesten Autos der Welt zu entwickeln – erschwinglich für jedermann. Chevrolet führte dann folgerichtig wegweisende Technologien ein, die von anderen Herstellern nur in deutlich teureren Fahrzeugen verbaut wurden. Obwohl schon die frühen 4- und 6-Zylinder-Reihen-Motoren für ihre Leistung und Langlebigkeit bekannt waren, sollte es ab 1955 der 4,3-Liter-Small-Block-V8 sein, der bis heute die Basis von Chevrolets grundsoliden Hochleistungsmotoren ist. Millionen von Pkw und Lkw erhielten Nachfolgeversionen des 55er V8-Aggregats. Doch auch bis zu 7,4 Liter-Big-Block-Größe profitierten die Chevrolet-Sportwagen auf Straßen und Rennstrecken von den Qualitäten des berühmten Chevy-Herzen.

am072011_6900_galleriebild_9

Die roaring Sixties und der erste Camaro

1966 stellte General Motors den ersten Chevrolet Camaro vor. Auf gemeinsamer neuer Chassis-Basis mit dem 66er Nova erschien der Camaro als General Motors Antwort auf den überaus erfolgreichen Ford Mustang. Den zweitürigen Camaro im typischen “long hood/short deck”-Ponycar-Design gab es vom Start weg als Coupe und Convertible. Neben den Reihen-Sechszylinder-Spar-Motoren wurden die Camaro im Wesentlichen mit V8-Maschinen jenseits der 200 PS ausgeliefert. Der hier getestete 327 cui mit 275 PS lag hierbei im Mittelfeld der Motorenpalette, die bereits 1969 bis zum 7-Liter mit 425 PS reichte. Darüber hinaus gab es Varianten wie den ZL1 mit Alu-Motor und bis zu 550 gemessenen PS für den Renn-einsatz. Die RS Rallyesport und SS-Supersport-Versionen sowie das Z28-Paket krönten die Baureihe und wurden 1968 bei ca. einem Drittel der Camaro-Modelle geordert.

Unser  in Deutschland ausgeliefertes und seitdem hierzulande bewegtes 327er Camaro Cabrio befindet sich in Bestzustand und klingt herrlich fett, satt und trocken. Es ist ein perfekter US-Oldtimer eines totalen Pflege-Enthusiasten. Der bestechend schöne Camaro wurde zu jeder Zeit mit großem Aufwand gewartet, restauriert und mit technischen Upgrades gekonnt verfeinert.

am072011_6900_galleriebild_10 am072011_6900_galleriebild_11

am072011_6900_galleriebild_12
Der Sprung von der ersten zur fünften Generation

Das Retro-Modell des Chevrolet Camaro Coupé wird seit März 2009 produziert und das hier gezeigte Cabrio der fünften Camaro-Generation gibt es bis Herbst 2011 zunächst nur über Importeure zu beziehen. Die aktuellen Camaro verfügen über V6- und V8-Motoren von 305 bis 432 PS und gehören zu den gelungensten Designs der aktuellen Retro-Car-Welle. Der 2011er Camaro zitiert viele Details des berühmten Musclecar-Vorgängers der ersten Generation von 1966-70. Während das Armaturenbrett an den klassischen Camaro erinnert, ist das Beleuchtungskonzept äußerst modern, wobei allerdings die Sonne uns diesbezüglich etwas den Spaß nahm. Auch die  Instrumentenanzeigen der Mittelkonsole greifen mit ihren tief zurückgesetzten, runden Anzeigen das Design des Camaro von 1969 auf. Die Verarbeitung innen und außen macht einen hochwertigen Eindruck. Karosserie-Details wie Luftschlitze, Lampen, Grill, Außenspiegel und Fronthaube fallen positiv auf. Auch das E-Verdeck öffnet und schließt sich schnell und einfach. Die SS-Version hat mit dem 6,2-Liter-Motor und 400 PS moderne Chevy-V8-Power, die bewusst und gekonnt beherrscht werden will.
am072011_6900_galleriebild_3am072011_6900_galleriebild_2

Fazit: Das Erlebnis des 68er entspricht vollends seiner Zeit. Der 327er Camaro ist für Cruising-Touren mit seinem neuen 3-Gang-Automatik-Getriebe, aber auch für explosive Sprints bestens geeignet. Die “state of the art”-Optik hat schon fast etwas unantastbar Perfektes und vermittelt einen sehr stolzen Auftritt mit Pokal-Chancen in der Convertible-Sparte. Das 2011er SS-Cabrio ist erwartungsgemäß ein kraftvolles Auto mit 6-Gang-Automatik und allen Komfort-Features unter dem auffälligen Blechkleid. Das Retro-Gefühl stellt sich zwar speziell durch die Instrumenten-Gestaltung auf sympathische Weise ein… Doch der schnieke Camaro-Neuwagen bleibt ein gelungener, aktueller Neuwagen für Fans von amerikanischen, sportlichen Neuwagen.

am072011_6900_galleriebild_5 am072011_6900_galleriebild_6
am072011_6900_galleriebild_4 am072011_6900_galleriebild_7

am072011_6900_galleriebild_1Unser Dank für die Bereitstellung und sonnige Ausfahrt der beiden Fahrzeuge geht an Uncle Sam´s Automobile, www.driveunclesams.de

TECHNISCHE DATEN
Chevrolet Camaro 327 Convertible 1968
Motor: 327 cui V8 L30-Code
Leistung: 275 PS bei 4.800 1/min
Motor-Upgrades: 1. Übermaß mit Flat-Top-Kolben, Camel-Humb- Köpfe, Schmiedewelle, Edelbrock-Performer-Ansaugbrücke, 600er Holley-Vergaser, zus. Ölkühler für Boss Hog 2000+ Wandler, Melling M55 HV Ölpumpe, Nockenwelle mit längeren Steuerzeiten
Zündung: Mallory Unilite Verteiler, MSD AL 6 Box, Accel Super Coil Spule
Getriebe: revidierte TH 350 3-Gang-Automatik, ehemals Powerglide
Bremsen: vorne Scheiben mit Doppelkolben-Sätteln, hinten Trommeln mit Bremskraftverstärker
Fahrwerk: Serie mit Differential-Sperre, Lager- und Buchsen von Energy Suspension, kurze Achse mit 3.55 : 1 Übersetzung
Räder: 3 Satz Felgen. Original Stahl 7×14 mit Alukappen, GM Turbine 7×14 mit 205/70/14, Western Turbine in 7×15 mit 205/60/15 und 8,5×15 mit 225/60/15, alles eingetragen
Ausstattung: Deluxe original in Top Zustand, km/h-Tacho, Drehzahlmesser, Mittelkonsole mit original Amperemeter-, Tank-, Wasser- und Öldruck-Anzeigen
Restauration: 2000-2003 Vollrestauration, Neulack im Original-Farbton Le Mans Blue pearl mit perlweißen RS-Streifen 2009/2010
EZ: 27.03.1968 in Deutschland, seitdem 160.000 km nur in Deutschland, H-Zulassung, voll alltagstauglich

Bilder: Christian Böhner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code