Kaufberatung Porsche 911 SC

Der zwischen 1978 und 1983 gebaute Porsche 911 SC (“Super-Carrera”) gilt als ausgereifte Konstruktion und das Preisniveau dieser Baureihe ist attraktiv. Worauf man achten muss, um nicht an einen “Blender” zu geraten, zeigt unsere Kaufberatung.

am082010_5937_porsche_911_00Zeitlos modern wie eine Stereoanlage von Braun – die SC-Elfer-Generation kommt nicht zuletzt aufgrund ihrer extrem langen Bauzeit (von 1974 bis 1989) mit einem ganz eigenen Charme daher.
Als wesentliche technische Gemeinsamkeit mit dem “echten” G-Modell, der das Ende der Urelfer-Ära markierte, ist die mechanische Benzineinspritzung (K-Jetronic) zu nennen. Der wesentliche Unterschied – gerade auch beim Gebrauchtkauf – ist die erst ab Modelljahr 1976 verzinkte Karosserie. Davor war auch edles Porsche-Blech im wahrsten Wortsinne ein gefundenes Fressen für die “braune Pest”. Gegen die Erosion im Portemonnaie, die durch Korrosion an älteren “G-Modellen” droht, tritt die geringere Standfestigkeit der bis zum SC verbauten 2,7-l-Motoren glatt in den Hintergrund – ein klares Votum für die verzinkten Modelle. Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass eine genaue Karosserieinspektion beim 911 SC unterbleiben kann, denn schlecht reparierte Unfallschäden und ein Alter um die 30 Jahre (frühe SC-Modelle sind deshalb reif fürs H-Kennzeichen!) können trotzdem zu Rostproblemen führen. Außerdem sind erst die 911 SC ab Modelljahr 1981 komplett verzinkt, vorher nur die tragenden Teile.

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1983 wurde der 911 SC durch den Carrera 1 abgelöst, der wesentlich teurer gehandelt wird. Obwohl auch diese bis 1989 produzierte Baureihe wegen der geringen optischen Unterschiede oft noch als “G-Modell” bezeichnet wird, handelt es sich um ein unter dem Blech weitgehend neues Auto.

Erstmals seit dem 356er bot Porsche beim SC neben dem Targa-Modell auch wieder eine Vollcabrio-Variante an. Ein Prototyp davon wurde im September 1981 auf der IAA gezeigt präsentiert.

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Rostblasen am Vorderkotflügel treten vor allem im Bereich der Tankklappe und am Übergang zum Windleitblech auf. Dahinter erwartet einen dann meist mehr …

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Trotz Verzinkung sind nach 30 Jahren auch die Einstiege rostgefährdet. Zum Check unbedingt die Abdeck-Leiste “lupfen”.

Lieferbeginn war jedoch erst im Januar 1983, ein gutes halbes Jahr vor der Modell-ablösung durch den Carrera 1. Entsprechend gering ist die heute auf dem Klassikermarkt gehandelte Stückzahl, nach der allerdings auch nur eine durchschnittliche Nachfrage herrscht, denn einerseits gab es das Cabrio anschließend auch als modernere “Carrera”-Ausführung, und andererseits gibt es gerade beim 911er eine auf das Coupé eingeschworene, meist sportlich ambitionierte Fangemeinde, die sich mit dem Argument der größeren Karosseriesteifigkeit niemals einen offenen Porsche kaufen würde.

10 Gedanken zu “Kaufberatung Porsche 911 SC

  1. Hallo, der Artikel fängt mit folgendem Text an:
    Der zwischen 1978 und 1983 gebaute Porsche 911 SC (“Super-Carrera”) gilt als ausgereifte….
    Weiter unten steht:
    Zeitlos modern wie eine Stereoanlage von Braun – die SC-Elfer-Generation kommt nicht zuletzt aufgrund ihrer extrem langen Bauzeit (von 1974 bis 1989) ….
    Was ist den jetzt richtig? Ich möchte mir gerne einen 911 SC anschaffen und bin jetzt verwirrt. Wurde ein SC von 1978-1983 oder von 1974 – 1989 gebaut. Da ich diese Fahrezug als Wertanlage sehe, möchte ich mir auf jeden Fall einen SC zulegen. Ich interessiere mich für eine Tagra 3,2 ltr von 85. Handelt es sich jetzt um einen SC oder nicht? MfG B.Fischer

    • Hallo,

      Der 911er SC ist nur mit dem 3.0 Liter gebaut worden. Der 85er ist kein SC. 78-83 ist das gesuchte Baujahr. Viel Erfolg! Mein 82er Targa ist Klasse und ich freue mich über den goldenen Oktober.

      Ralf

    • Die Baureihe wird von 1974-1989 allgemein das “G”- Modell genannt. Der SC wurde von 1978 bis 1982 gebaut (3.0l Motor mit erst 180, 188 und 204 PS). Im Modelljahr 1983 kam der 3.2l Motor raus, der fortan 911 Carrera 1 hieß. In den Fahrzeugpapieren steht allerdings auch 911SC.

  2. Ich habe zeit langen ein 911SC32 (zo stehts auf die papieren) 1984/10
    Ist das immer nog einen SC model, obwohl die nur bis 1979 gebaut worden sind, oder …?

    Thanks/Danke Schon,
    Will LOURIER

  3. Ich fahre seit 3 Jahren einen Carrera 1 BJ 86 – also 3.2 Liter mit 231 PS. Ich kann bestätigen, dass Wartungen und Reparaturen teuer sind, aber auf der anderen Seite geht wirklich selten etwas kaputt. Ich sage immer, dass diese Autos von der Qualität her mit Landmaschinentechnik zu vergleichen sind: Gebaut für die Ewigkeit – und vom Spaß und Sound muß man eh nicht sprechen – das ist unbeschreiblich.

  4. Das kann ich nur bestätigen. Der 3.2l Motor ist der ausgereifteste der G-Modellreihe und super langlebig. Einzig Ölverlust durch alte Dichtungen sind nach 15-20 Jahren sein Problem.

  5. Habe einen schönen bj 1981, als Jahreswagen gekauft ,der heute knapp
    200ts Kilometer auf der Anzeige hat.
    Bei 110 TS wurde auf Grund abgerissener Stehbolzen eine Motorrevision für 10 000 DM gemacht.
    Danach außer den üblichen Verschleißteilen keine weiteren Kosten.
    Bis auf den Warmlaufregler von Bosch.
    2mal gewechselt, dann einen gebrauchten genommen, der bis heute
    seinen Dienst verrichtet.
    Alles in Allem, immer schön warm fahren und dann hat man ein Leben lang
    Ein tolles Auto.
    Lg

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