Forever Bärenfell

avatar_6Wären wir nicht alle gerne unsterblich? Vielleicht. Eins ist allerdings sicher: Um für immer in die Geschichte einzugehen, schadet es nie, sich die Haare zu färben, eine Goldkette umzuhängen und nackt ablichten zu lassen. Zumindest als Mann.

Manchmal liegt nur ein schmaler Grat zwischen schlechtem Geschmack und der Unsterblichkeit. Nehmen wir allein Burt Reynolds auf dem Bärenfell. 1972 posierte er nackt für die Aprilausgabe der Cosmopolitan und wurde damit weltberühmt. Ich frage mich noch heute, wer von den beiden haariger war – Burt oder der Bär. Andere mögen sich eher an den höllenschwarzen Pontiac Trans Am aus seinem Film „Smokey and the Bandit“ von 1977 erinnern. Auf deutsch hieß der Film übrigens „Ein ausgekochtes Schlitzohr“. Und wer in einer gewissen vergangenen Dekade aufgewachsen ist, dem haben sich alle drei für die Ewigkeit ins Gedächtnis eingebrannt: Burt, Bär und Trans Am.

Oder denken wir an John Zachary DeLorean und seinen Traum vom perfekten Auto. Der amerikanische Topmanager von General Motors färbte sich nicht nur die Haare, weil ihm sein Friseur dazu geraten hatte, sondern knöpfte seine Seidenhemden gern bis zum Bauchnabel auf – sehr zum Missfallen der anderen Vorstandsmitglieder. DeLorean hatte Affären mit unzähligen blutjungen Mannequins und nicht ganz unbekannten Schauspielerinnen, darunter Ursula Andress und Raquel Welch. Wobei er selbst in seinen Memoiren schrieb: „Ich habe dreimal geheiratet, aber ich hatte nur eine Geliebte – meine Arbeit.“ Zugegebenermaßen ging er auch nicht nur wegen seiner Seidenhemden in die Historie ein, sondern wegen seines automobilen Vermächtnis. 1973 warf er als erster GM-Topmanager freiwillig seinen Job hin und gründete die DeLorean Motor Company, um seine Vision von einem sicheren und langlebigen Superauto zu verwirklichen, in das man auch mit einer Körpergröße von 195 Zentimetern problemlos einsteigen kann. Das Ergebnis waren etwa 9000 DeLoreans. Zum Leidwesen vieler setzte sich der Wagen nicht durch, zu kostspielig, zu schwach auf der Brust und zu wenig 911er. Nachdem das Projekt DMC gescheitert war, wurde DeLorean 1982 mit einem Berg von Koks erwischt – 55 Pfund, um genau zu sein –, wurde aber frei gesprochen, weil die Nummer von einem Undercover-Agenten des FBI eingefädelt worden war. 2005 starb John Zachary DeLorean, doch sein Name bleibt unauslöschlich.

Da sieht man mal wieder, dass es sich lohnt, auf einem Bärenfell von einem besseren Auto zu träumen.

Siehe auch:
www.dmc-delorean.de

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