Ein Roadmovie mit sieben TRAUMWAGEN, Teil 1

Ein ’57er Mercedes-Benz 300 SLR und ein ’71er Stutz Blackhawk am Rhein

Ein paar 1000 Kilometer auf Fotosafari

Racing am Rhein

Racing am Rhein

Ich werd’ ja auch nicht jünger. Allerdings verliere ich die eine oder andere Macke anscheinend nicht, so auch die nicht aufhören wollende Lust an Verbrennungsmotoren und das sie umgebende Blech. Am Gas geben, am Sound von großvolumigen Mehrzylindern und am Fahren. Stundenlang. Gern auch mal einen ganzen Tag. Sehr gern auch mal mehrere verrückte Tage hintereinander, um genau zu sein sind es diesmal fünf davon über eine Gesamtstrecke von 2700 Kilometern. Ich bin der jugendliche schlimm bemützte Typ links im Bild, neben mir sitzt und fährt Herr Engel den brutalen Mercedes-Benz 300 SLR von 1957. Was ist hier los?

Zwischen Landschaft und Luxusautos

Zwischen Landschaft und Luxusautos

Ich bin unterwegs auf TRÄUME WAGEN Safari! Neue Kamera, neue Ziele für neue Artikel im Rheinland, in Österreich und in München und liebenswerte, interessante Menschen mit ihren Autos. Heute beginnt die Reise in Andernach, was ich ohne Vorbereitung als Handelspunkt von Sportwagen Engel vermerkt habe. Meine nicht vorhandenen Erwartungen formen sich zu einem wunderbaren, luxuriösen Bild, als ich auf den Vorhof der Burgschmiede Namedy fahre. Der charmante Besitzer des Anwesens strahlt mich unter seinen weißen Haaren an und öffnet mir die Tore seiner käuflichen Begierde.

Heilige Hallen am Rhein - und alles kann man kaufen!

Heilige Hallen am Rhein - und alles kann man kaufen!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, und beschließe schon nach kürzester Zeit, mich lieber auf die beiden Autos zu konzentrieren, wegen denen ich eigentlich hier her gedieselt bin. Trotzdem kann ich bei der kleinen Führung durch die Hallen nicht inne halten und muss hier und da ein Bild machen. “Nehmen Sie noch was Süßes, meine Frau hat die ganz frisch gebacken.” Meine Nerven danken es, und keksknabbernd werde ich von einem Eldorado ins nächste geführt. Darf es der Lamborghini LM002 von Tina Turner sein, den sie komplett mit Technik von AMG hat ausstatten lassen? Oder ein Koenig Competition V12 Biturbo mit sagenhaften 1000 PS? Bitte, steigen Sie doch mal ein…

KOENIG Competition mit 1000PS

KOENIG Competition mit 1000PS

Es würde jeglichen Ramen sprengen, in einem Blog zu beschreiben, welche automobile Extravaganz, welche sagenhaften Unikate und wunderbaren Kraftpakete in den Hallen der Burgschmiede auf Käufer warten. Deshalb lasse ich es an dieser Stelle und verweise auf die kommenden Ausgaben der TRÄUME WAGEN, in denen man es beizeiten nachlesen können wird. Und ich mache Fotos. Große Fotos. Detailfotos. Viele viele Fotos!

Immer eine Hand am Drücker

Immer eine Hand am Drücker

Zurück zu den Artikeln, die ich schreiben will. Haben Sie schon einmal von der Edelmarke Stutz gehört? Sehr selten, sehr exklusiv, seht teuer. Die Basis für den handgearbeiteten Luxus ist ein Pontiac, das hört man, das spürt man – aber alles andere ist ein amerikanischer Palast der Lüste aus Holz, Chrom und Design.

Stutz Blackhawk von 1971

Stutz Blackhawk von 1971

Dieser Stutz Blackhawk ist so alt wie ich, so teuer wie mein Haus in Kiel und so sexy wie Elvis in der AfterShow-Party. Der hatte übrigens gleich drei von diesem Modell mit geteilter Frontscheibe, von dem nur 25 gebaut wurden. Und noch ein paar andere Promis. Die Liste ist illuster und aussagekräftig. Nach einem ausführlichen Rittt entlang der Rheinpromenade verlasse ich mild lächelnd diesen edlen Gaul. Schnitt. Nächster.

Stirling Moss? Sind Sie es?

Stirling Moss? Sind Sie es?

“Ziehen Sie sich Ihre Jacke an und setzen Sie lieber eine Mütze auf!” Ach quatsch, die Sonne scheint so wunderbar frühlingshaft hier am Rhein und ich will ein einfaches, offenes Auto pur genießen. Auf das Chassis eines 1957er Mercedes-Benz SL hat vor langer Zeit mal ein ambitionierter Promi in mehrjähriger Handarbeit eine komplett 1:1 nachgebaute Alu-Karosse setzen lassen – und somit eine Replika der Mille Miglia Legende erschaffen, vom Original nicht zu unterscheiden. Herr Engel lässt sich nicht bitten, als der Motor auf Betriebstemperatur gekommen ist. Ich friere wie ein Schneider und kauere mich hinter dem kleinen Plexiglas-Scheibchen zusammen, damit nicht so viele Frühlingsinsekten an meinem Antlitz zerplatzen. Schamhaft greife ich nach der Mütze im Handschuhfach. Dieses Auto ist brutal. Mehr geht nicht. Weniger auch nicht. Ich fühle mich wie nach vielen wahnwitzigen Karussellfahrten auf dem Hamburger Dom, als ich aussteige. Sie werden es lesen. Aber nicht jetzt. Und nicht hier. Dafür haben wir ja die Magazine…

Morgen geht es weiter nach Dornbirn in Österreich, wo noch mindestens weitere vier Unikate und ein interessanter Besitzer auf mich warten. Bleiben Sie dabei. To be continued!

8 Gedanken zu “Ein Roadmovie mit sieben TRAUMWAGEN, Teil 1

  1. Sonniges Hallo!
    Ich bin ja immer wieder begeistert, was du so alles an Automobilien ausgräbst….
    Absolut spannend!
    Falls dich der Weg dann doch mal durch die Schweiz führt, darfst du auch in unsere Garage schauen….
    Weiterhin viel Spass auf der Sammel-Tour wünscht dir
    Vreni

    • Hallo Vreni,

      ach ja, ich hörte einmal, dass bei euch auch ein paar Traumwagen stehen 🙂 WÄRE ich in die Schweiz gefahren (und das kommt dieses Jahr sicher noch) HÄTTE ich euch auch einen Besuch abgestattet! Versprochen für nächstes mal.

      Und jetzt weißt du ja auch offensichtlich, wo man die TRÄUME WAGEN auch in der Schweiz kaufen kann, dann lesen wir uns ja nun häufiger.
      Schönes Wochenende!

      Jens

  2. Ay Jens,

    klasse Story, klasse Bilder. Aber bestimmt auch stressig..
    Egal, allein für den SLR würd ich bis New Zealand fliegen… 😀

    Bronx

    • Hey Bronx,

      spar die einfach ein wenig Geld zusammen… und dann kannst du ihn käuflich erwerben. Weniger Auto für mehr Geld gibt es vermutlich nirgends – aber mehr Fahrgefühl wohl auch nicht! Der Wahnsinn!

      Jens

  3. Ay Bronx, das wäre aber nicht nur wegen des Autos, oder? Das Surfbrett wäre doch auch dabei?

    Schöne Autos, aber sicher nicht meine Preisklasse. Ich bevorzuge da eher die preiswerteren Modelle. Aber wenn man auf solch hartem Weg seinen Lebensunterhalt verdienen MUSS… Das Leben kann schon hart sein. 😉

    Steffen.

    • Ay Steffen,

      die Preisklasse bei diesem speziellen Händler geht von unten nach ganz oben. Alle Autos, die ich gesehen habe hatten einen sehr angemessenen, eher niedrigen Preis – für den Gegenwert! Da stehen auch ein MG und ein Lancia rum, die durchaus bezahlbar sind…

      Also WENN Traumwagen mit großem Budget – DANN da 🙂 Und ansonsten träumen, anfassen und genießen.

      Jens

  4. Steffen,

    recht gesprochen 😀 In NZ ist das Brett IMMER dabei!
    Aber diese Karre macht mich dermaßen an, Wahnsinn!
    Ist aber auch nicht meine Preisklasse, in der Tat. Aber DA mal mitfahren können ist doch echt eine
    Bereicherung. Ja, das Leben ist hart 😉

    Bronx

    • Hey Bronx,

      ich bin den ganzen Abend leicht verstrahlt durch das Land gelaufen und fühlte mich wie nach einem Ritt in einer Zentrifuge. So eine pure, brutale Kraft ist einfach wunderbar. Mit dem Hintern bretthart auf dem Boden sitzen, und rechts von dir brüllen die Zylinder den Sound direkt raus. KLASSE!

      Jens

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