Ein Roadmovie mit sieben TRAUMWAGEN – Finale

Langkau Automotive und die Willys Jeeps

Die Jeeps auf der Ranch

Die Jeeps auf der Ranch

Auch wenn die 16GB Speicherkarte in meinem Fotoapparat noch Platz hat – man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ich habe Material für rund 7 mehrseitige Berichte zusammen. Den Sonnenuntergang gestern Abend kann man romantisch kaum toppen, und der Weg in den Norden ist noch viele Meilen weit. Zumal… ich noch kurzfristig die Zusage eines renommierten Jeep-Restaurierers in Essen bekommen habe, das liegt ja… hm… FAST auf dem Heimweg, so ein kleiner West-Knick fällt dann auch fast gar nicht mehr auf! Ich muss München früh verlassen.

Da macht man was mit!

Da macht man was mit!

Die “German Autobahn” hat mich und diesen grünen gleich-wieder-vergessen-Kombi zurück, vor uns liegen insgesamt 1200 Kilometer (Essen liegt nicht wirklich direkt auf der Route) und ich komme in den uneingeschränkten Genuss von mehreren Bundesländern und ihren Lokalsendern. “Nossa! Nnnnnossa! Assim você me mata – ai se eu te pego ai ai se eu te pego” Wie ausgelassen, wie fröhlich, das habe ich ja schon LANGE nicht mehr gehört. *Aber ich bin ja gleich aus Bayern raus, da kann ich getrost den Sender wechseln.

Auch so etwas gehört wohl zum Making-Of

Auch so etwas gehört wohl zum Making-Of

Bayern zu verlassen zieht sich ein wenig in die Länge, weil mein Last-Diesel und ich nach nur einer Stunde im Stau den schon im Verkehrsfunk angekündigten brennenden LKW passieren. Jetzt aber. Ich bin noch immer gut in der Zeit auf meinem Weg in Richtung Nord-Westen und muss allerhöchstens meine Mittagspause weglassen, um rechtzeitig in Essen zu sein. Immerhin konnte ich diesem leidigen NNOSSA-Sender (war es SWR3???) den Rücken kehren und bin, in direkter Nähe zum Ruhrgebiet, bei HR3 gelandet. Da weiß man, was man hat. “Nossa! Nnnnnossa! Assim você me mata – ai se eu te pego ai ai se eu te pego” Irgendwie ja auch lustig. Tschüss Radio, ich höre den Kram vom USB-Stick. Und hallo Essen, letzte, wirklich allerletzte Etappe dieser Reise…

Ja, aber echt jetzt mal hallo! Gestern Abend sind wir noch wie Lucky Luke in den Sonnenuntergang flaniert, heute Nachmittag bekommen wir schon das passende Pferd dazu. Und diesmal sogar ein echtes und keine Metapher auf veraltete aber noch immer benutzte Leistungsangaben von Verbrennungsmotoren! Es sieht hier ein bisschen aus wie auf einer Ranch, das liegt an den gepflegten Pferden, den Stallungen – und den Willys Jeeps überall.

Man ahnt, was man gern sehen würde

Man ahnt, was man gern sehen würde

Daniel Langkau von Langkau Automotive hat irgendwann mal seinen Job hingeworfen und seine Träume gewagt. Heute importiert er Autos aus den USA, vornehmlich diese kleinen quirligen Willys Geländewagen, die es gefühlt schon seit 100 Jahren gibt und die schon lange nicht mehr nur für die Armee dienen. Diese restauriert er, baut sie nach Kundenwünschen um und hat in seiner aufgeräumten und hellen Werkstatt alles, was ein Schrauberherz begehrt. Ich muss mal ein komplettes Firmenportrait andenken, hier stecken so viele großartige Fahrzeuge und Geschichten, dass ich es nicht bei einem netten Vorbeiflug belassen kann.

Der Mann weiß, was er tut

Der Mann weiß, was er tut

Und dann auch noch diese Edelstahlkarosserien, die er auf Bestellung von… nein, ich verrate nicht zu viel. Das lesen Sie beizeiten an anderer Stelle ausführlicher. Langkau hat noch eine große Menge Bilder für mich, von einem riesengroßen amerikanischen Teilemarkt und von verschiedenen Autos, die er mit seinen Kollegen und Kontaktmännern über den großen Teich gebracht hat. Diese sichten wir in einem rustikalen Diner in der Nähe, auf groben Holztischen und umgeben von Bikern und Amifans. Verdammt, und ich hab mir schon wieder zu früh und zu unüberlegt bei McDonald’s den Wanst vollgeschlagen, hier hätte ich den Burger meines Lebens bekommen! Mist! Der Mustang seiner Frau, den sie als Alltagswagen nutzt, bringt uns stilsicher dort hin und auch wieder zurück…

Nicht nur Jeeps!

Nicht nur Jeeps!

Mustang. Immer wieder Mustang. Überall Mustang. Ich beginne, das Pony aus den 60ern zu mögen und habe sündige Gedanken im Kopf. Mustang. Das wird eine andere Geschichte. Hier und heute bedanke ich mich wieder einmal für die Gastfreundschaft und die Zeit, die man sich für mich genommen hat und entere erneut die Autobahn, als es schon dämmert. Und ich gerate natürlich mitten in den Essener Feierabendverkehr, untermalt vom Radio: “Nossa! Nnnnnossa! Assim você me mata – ai se eu te pego ai ai se eu te pego” Auch 1Live kann ich nun nicht mehr vertrauen. Und was qualmt da vorn plötzlich?

Oha...

Oha...

Wow. Heißt “Nossa” frei übersetzt nicht “Maria”? Ich hab ja auch eine, vielmehr eine Madonna, die auf meinem Armaturenbrett auf mich aufpasst. Dieser Kollege hier hat vermutlich keine, sonst wäre ihm nicht spontan und direkt vor uns der Ford Transit in Flammen aufgegangen. Schnell weg, sonst muss ich womöglich noch irgendwelche Aussagen machen. Ich bin auch ehrlich gesagt ein bisschen müde. Nun habe ich schon fast 3000 Kilometer hinter mir, der Auspuff klingt ein wenig nölig und ich sehne mich doch ziemlich stark nach meinem eigenen Bett. Von daher soll es hier nun auch mal gut sein.

Die Artikel? Die lesen Sie in den kommenden Ausgaben der TRÄUME WAGEN, in voller Länge und epischer Breite. Freuen Sie sich drauf. Und bis zur nächsten Reise!

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