Ich werde Bond Girl!

avatar_6Toyota 2000 GT. Ford Mustang. Lotus Esprit. Aston Martin DBS V12. James Bond, Geheimagent des britischen Geheimdienstes, fuhr sie alle. Ziemlich viele gute Gründe, um, sich dem chauvinistischen Mistkerl dann doch an den Hals zu schmeißen.

Er fährt Autos. Er fährt viele Autos. Sein Name ist James Bond, auch bekannt als 007, er ist Geheimagent des britischen Geheimdienstes MI6, und er hatte sie alle: Den Lotus Esprit S1, den Sunbeam Alpine, einen Ford Mustang Mach 1, den Toyota 2000 GT, (seufz), einen Mercury Cougar 1969 Convertible, den AMC Hornet und Alfa Romeo GTV6, einen Mercedes 250 SE, ein paar BMWs und Rolls-Royce – und natürlich eine Reihe von Aston Martins. Unvergessen dabei der Aston Martin DB5. Der geistert immer wieder durch die Presse, weil das für die Dreharbeiten benutzte Auto 2010 für 4,1 Millionen Dollar von einem amerikanischen Sammler gekauft wurde und noch bis zum Ende diesen Jahres in der Ausstellung „Bond in Motion“ im Beaulieu National Motor Museum zu bewundern ist.

Zum ersten Mal war der Wagen 1964 in „Goldfinger“ zu sehen. James Bond, damals gespielt von Sean Connery, war wenig begeistert: „Mein Bentley hat mich doch nie im Stich gelassen“ mault er „Q“ an, doch der lässt nicht mit sich reden: „Befehl von „M“, 007. Sie werden diesen modifizierten Aston Martin fahren.“ Also steigt er ein, ballert mit den zwei 7,6-Millimeter-Maschinengewehren herum, wechselt die Nummernschilder auf Knopfdruck und freut sich über den Schleudersitz für unliebsame Beifahrer.

Ich habe die Passion für diesen Wagen nie verstanden, wobei ich weiß, dass ich mit dieser Meinung ziemlich allein stehe. Dazu ist mir völlig schleierhaft, warum die Frauen in diesen Filmen schon beim Anblick seines Fahrers in einen schwer erregten Zustand gerieten. Wie kann man jemanden, der auf: „James, ich brauche dich“ mit „England auch!“ antwortet, noch ernst nehmen? Und wir reden hier noch nicht einmal von Bonds Chauvinismus. Ich darf zitieren: „Ich heiße Penny!“ Bond: „Die Auslage ist mehr wert!“ Schüttel.

Zugegebenermaßen, dann kam Daniel Craig – und schon leckten sich alle Weibsbilder die Finger nach dem Mann. Dazu schüttete sich das weibliche Publikum aus, als Judy Dench in der Rolle der „M“ zu ihm sagte: „Ich halte Sie für einen sexistischen, frauenfeindlichen Dinosaurier.“ Die feministische Ehre war gerettet, und man konnte sich wieder den wirklich wichtigen Dingen im Leben widmen. Wie zum Beispiel dem DBS V12 mit 517 PS und 5,9 Liter, den Craig fuhr. Ein Auto wie ein Tiefseemonster. Eine fette Flunder, die sich nur überschlug, weil man mit einer Luftdruckkanone nachhalf, wie es hieß. Vielleicht, dachte man sich beim Anblick dieses Wagens, ja, vielleicht würde man wider Erwarten schwach werden und sich Bond an den Hals werfen. Allein, um sich heimlich den Autoschlüssel zu schnappen. Schließlich würde er den Wagen wie immer zerlegen, wie jedes Auto zuvor. Und dann könnte man doch diesen Satz von sich geben, wenn man dabei erwischt werden würde:
„James, ich brauche ihn.“

3 Gedanken zu “Ich werde Bond Girl!

  1. Nice. Aber das Zitat:: „Ich halte Sie für einen sexistischen, frauenfeindlichen Dinosaurier.“ ist in Golden Eye bei der ersten Begegnung von Bond (Brosnan) und M in Goldeneye gefallen.

    Daniel Craig (für mich ein großer Fehlgriff) war damals noch nicht mal spruchreif als Bond.

  2. Lieber Mario-Roman,

    stimmt auch wieder. Den Fehler bitte ich zu entschuldigen.
    Allerdings hielt ich Brosnan immer für einen Fehlgriff.
    Mit besten Grüßen,
    w.

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