67er Dodge Monaco – Das Rock’n’Roll-Mobil aus dem Fürstentum

Ein Auto fährt auch ohne polierten Chrom und überflüssige Zierleisten.

am112010_6193_dodge_monaco_00Was einst als besser ausgestattete Variante des Dodge Polara das Band in den USA verließ, ist nun genau das, was Reini aus Liechtenstein sich unter einem echten rockigen Klassiker vorstellt. Ein Auto, das „rattig“ über die Straßen rollt, technisch aber absolut Top ist. Servello Reinhardt, wie Reini richtig heißt, ist gebürtiger Liechtensteiner und betrieb über einige Jahre hinweg eine kultige Bar im Fürstentum, bis ihn das Fernweh packte, er seine Bar verkaufte und sich auf einen Trip durch die USA machte. Nebenbei betrieb er schon einen Shop mit klassischen Harleys und da ist die Liebe zu alten V8-Autos nicht weit entfernt. Aus diesem Grunde kam ein Mietwagen  nicht in Frage, denn so modernen Kram muss man nach seiner Ansicht nicht haben und was ist kultiger, als in einer alten Karre über den Highway zu cruisen? Irgendwo bei einem Händler in Florida entdeckte er nach einigen Tagen den 1967er Dodge Monaco, der zu dem Zeitpunkt noch in ziemlich gutem Zustand war.

am112010_6193_dodge_monaco_04

am112010_6193_dodge_monaco_07 am112010_6193_dodge_monaco_08
am112010_6193_dodge_monaco_10 am112010_6193_dodge_monaco_09

Er kaufte den Wagen und machte sich auf seinen Trip durch die USA. Von Florida führte ihn sein Weg quer durch 14 Bundesstaaten. Der Monaco erwies sich als problemloser Untersatz, nur passt so ein glänzendes Gefährt in Metallic Grün nicht wirklich zu ihm. In San Diego wollte er eh einige Tage bleiben. Kurzerhand wurde der Monaco also bei einem örtlichen Lackierer in Matt- schwarz geduscht und Reini hatte Zeit, sich nach einigen Harleys umzuschauen. Der Plan war ursprünglich, das Auto in den USA wieder zu verkaufen und vielleicht einige alte Harleys mit nach Europa zu bringen, doch zurück in Florida und ca. 20.000 Kilometer später war ihm klar, das er und der Monaco zusammen gehören. Ohne technische Probleme spulte er Meile um Meile ab – was spricht also dagegen, ihn in einen Container zu schieben und mit den Bikes auf den langen Weg nach Europa zu schicken? Zurück im Fürstentum legte er den Monaco durch Verändern der Drehstäbe tiefer und ein Satz neue Reifen waren nach seinem Trip ebenfalls fällig.

am112010_6193_dodge_monaco_06 am112010_6193_dodge_monaco_02 am112010_6193_dodge_monaco_01

Entsprechend wurden die schon in den USA eingekauften 7×15-Felgen für vorn und 9×15-Felgen für hinten mit 235er und 275er Gummis bestückt, um die Radhäuser besser zu füllen und, wie sollte es anders sein, in Mattschwarz lackiert. In seiner Heimatstadt Vaduz, die vielen bekannt ist, die den einen oder anderen Euro anlegen wollen, wird das Straßenbild von Fahrzeugen beherrscht, die jenseits der 100.000-Euro-Grenze angesiedelt sind. Nicht selten sieht man dort Ferrari, Lamborghini und natürlich etliche Luxuslimousinen aus Stuttgart und München. Reinis Monaco fällt dort auf wie ein Elefant mit rosa Tütü, was ihm jedoch sichtlich Freude bereitet.

am112010_6193_dodge_monaco_11Obwohl der Monaco optisch ziemlich runter geritten ist, dient er Reini als Alltagsauto, denn im Fürstentum sind die Wege recht kurz, so dass man sich keine Sorgen um den Benzinverbrauch machen muss. Der 383 cui Small Block mit 198 kW (270 PS) reicht nicht nur zum Cruisen, sondern auch. um den einen oder anderen schwarzen Strich auf den Asphalt zu zaubern, oder durch das örtliche Kieswerk zu driften. Natürlich kennt der Liechtensteiner als ehemaliger Barbesitzer eine Menge Mädels in Liechtenstein, die sofort bereit waren, uns beim Fotoshooting zu begleiten, was wiederum für Kopfschütteln bei den finanzkräftigen Besuchern des Fürstentums sorgte, als er mit drei Girls im Monaco unterwegs war – unüberhörbar dank modifizierter Auspuffanlage.

am112010_6193_dodge_monaco_05

Der Innenraum, so Reini, ist zwar auch ziemlich runter geritten, aber bequem und man braucht sich keine Sorgen zu machen, wenn man mal mit einer nicht ganz sauberen Arbeitshose einsteigt. „Im Winter muss er überholt werden und bekommt dann frisches Leder und einen neuen Teppich in freundlichem Schwarz“,  sagt er uns und sicherlich wird er irgendwo einen Polsterer auftreiben, der das Leder gleich wieder so bearbeitet, als wenn es schon 20 Jahre Auto fährt, denn alles andere wäre Stilbruch. Übrigens hat sich Reini  damals aus den USA zwei alte Harleys mitgebracht und sie ebenfalls in „seinem“ Stil restauriert, was auf Shows immer wieder gut ankommt. Irgendwie ist das, was er macht, und er selber genau das, was man als echten Rock’n’Roll bezeichnen würde.

am112010_6193_dodge_monaco_03
am112010_6193_dodge_monaco_12 am112010_6193_dodge_monaco_13

Kontakt: www.bobber.li

FAKTEN
Dodge Monaco 1967
Baujahr: 1967
Motor: 383 cui V8
Leistung: 198 kW (270 PS)
Hubraum: 6.286 ccm
Max. Drehmoment: 529 Nm bei 2.800 1/min
Vergaser: Carter BBD-4125S Two-Barrel
Fahrwerk vorn: Einzelradaufhängung, modifiziert
Fahrwerk hinten: Starrachse, tiefergelegt
Leergewicht 1.850 kg
zul. Gesamtgewicht: 2.400 kg
Länge: 5.579 mm
Breite: 2.010 mm
Radstand: 3.070 mm
Räder vorn: 7×15 mit 236/60 R15
Räder hinten: 8×15 mit 275/60 R15
Tankinhalt: 70 Liter

am112010_6193_dodge_monaco_14

Bilder: Frank Sander

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code