Kaufberatung Rolls-Royce

Das gleitende Wohnzimmer

Immer wieder locken Angebote wie „Rolls-Royce zum Preis eines Fiat Cinquecento …“. Häufig beziehen sie sich auf den Silver Shadow. Auf solche Inserate können allerdings nur naive Zeitgenossen hereinfallen, denn der Kaufpreis ist bei einem Rolls längst nicht alles. Die Exklusivität der Marke führt zu exorbitant hohen Unterhaltskosten, und ein Silver Shadow um 10.000 Euro kann keinesfalls mehr als ein Teileträger sein …

rolls_royce_00Es ist ungefähr fünfzehn Jahre her, da war sich Rolls-Royce aus bitterer wirtschaftlicher Not ausnahmsweise mal nicht zu gut, Reklame für ihre Autos zu machen. Der selbst im Englischen etwas sperrige Werbespruch dazu lautete: „The sentence that what men created time destroys, has one shining exception“ – auf Deutsch: „Von der Regel, wonach die Zeit (alles) zerstört, was Menschenhand schuf, gibt es eine leuchtende Ausnahme“. Das sollte man rückblickend nicht ganz wörtlich nehmen, denn obwohl die Edelmarke stets den Anspruch hatte, die „besten Autos der Welt“ zu bauen, sind auch diese nicht völlig frei von Verschleiß und irdischen Anfeindungen ans Karosserieblech wie der bösen, bösen Korrosion. Trotzdem ist die Fertigungsqualität eines Rolls, wie wir bei der folgenden Detailbetrachtung des Silver Shadow II noch sehen werden, auch für britische Verhältnisse überdurchschnittlich gut. An die schwäbische Solidität von Mercedes, der ernstzunehmendsten Konkurrenzmarke mit dem Anspruch, „die besten Autos der Welt“ zu bauen, kommt ein Silver Shadow allerdings nicht ganz heran.

Eigentlich haben dennoch beide Hersteller ihr Ziel erreicht, was sich nur mit einer philosophischen Betrachtung der Frage, was eigentlich „das beste Auto der Welt“ ausmacht, klären lässt. Da spielen vermutlich nationale Maßstäbe eine entscheidende Rolle. Während die Deutschen vor allem Solidität, Ingenieurskunst und eine unbedingte Zuverlässigkeit von einem perfekten Auto erwarten, stehen bei den Briten Begriffe wie Traditionsbewusstein, untadelige Manieren, gediegene Handwerksarbeit unter Verwendung hochwertigster Materialien und zugleich ein gewisses Understatement hoch im Kurs, was dem Silver Shadow in wirklich jedem Detail anzumerken ist.

rolls_royce_01Dass zur Motorleistung lange nur die offizielle Angabe „genug“ gemacht wurde, ist ein Beleg für Letzteres. Kaum ein Rolls-Eigner dürfte sich auch besonders für die wahren Leistungsdaten interessiert haben. Echte Power-Pakete waren die großvolumigen Achtzylinder zwar nie, aber eine eilige Gangart war bei Rolls-Eigentümern ohnehin nicht gefragt.
Ein Engagement im Motorsport, wie es für Mercedes von jeher selbstverständlich war, hätte nicht zu Rolls Royce gepasst. Viel zu laut, zu hektisch und mit niederen Gerüchen von Benzin, Gummi und Schweiß verknüpft. Außerdem muss ein Silver Shadow in seinem zeitlichen Umfeld gesehen werden. Er war in den 1960er und 70er-Jahren das einzig standesgemäße Fortbewegungsmittel der britischen Royals – zu einer Zeit, als es absolut undenkbar schien, dass einzelne Familienmitglieder jemals wegen irgendwelcher Skandale in den Klatschspalten der Regenbogen-Presse auftauchen könnten.

So viel zur Hintergrundinformation, mit welcher Ehrfurcht man sich einem Silver Shadow nähern sollte. Eigentlich ist es genauso wenig schicklich, einen Rolls bis in den letzten Winkel zu checken, wie es wäre, der britischen Queen unter den Rock zu schauen. Wir wollen allerdings genau dies tun (nur beim Rolls, keine Sorge!), und das sei auch jedem Kaufinteressenten dringend empfohlen. Andernfalls läuft er Gefahr, den Gegenwert von Schloss Balmoral in eine Restaurierung investieren zu müssen. Ein ungepflegter Rolls (und die gibt es durchaus) ist ein Geldgrab ohne Gleichen.

rolls_royce_03_eBevor wir mit der Kaufberatung für den Silver Shadow ins Detail gehen, hier noch ein paar Sätze über die Bedeutung des Modells innerhalb der Rolls-Royce-Familie. Als 1965 die Produktion der ersten Silver Shadow-Generation begann, war der Wagen eine kleine Revolution. In wesentlichen Baumerkmalen brach er mit der Tradition aller Vorgänger. So ist er zum Beispiel der erste Rolls mit einer selbsttragenden Karosserie (gefertigt bei Mulliner Park Ward) anstelle der zuvor üblichen Rahmenkonstruktion. Dazu kam das schlichte Karosseriedesign, dessen zeitlose Eleganz erst mit dem Alter erkennbar wurde.

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1: Der schlanke Windschutzscheibenrahmen im Bereich der A-Säule ist mit der Last des schweren Dachs oft überfordert, was sich an Rissbildung zeigt.

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2: Die lackierte Frontmaske ist oft von Steinschlägen gezeichnet. Hier sind die Reflektoren der Frontscheinwerfer angegriffen – Ersatz ist jedoch zu vertretbaren Preisen verfügbar.

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3: Sind die Schweller noch intakt? Pfuschreparaturen zeigen sich u. a. durch überspachtelte Sicken, einer fehlenden Zierleiste oder einer zugeschweißten Wagenheberaufnahme.

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4: Rostanfällig ist auch der Übergang vom Radhaus zum Schweller, der voll im Spritzwasserbereich liegt.

Doch nicht nur beim Design war Rolls-Royce auf einmal ungeahnt kreativ, auch mit Details wie einer hydropneumatischen Federung und Dämpfung sowie einem Dreikreisbremssystem mit Scheibenbremsen rundherum bei den ersten Baujahren zeigte die Marke plötzlich ungeahnte Innovationskraft. Spätere Ausführungen bekamen eine konventionelle Stahlfederung mit Niveauregulierung hinten. Dass Türen und Hauben aus Aluminium gefertigt wurden, war in Sachen Gewichtsreduktion kaum mehr als ein Feigenblatt. Die „rollende Burg“ brachte trotzdem stolze 2.062 Kilo Leergewicht auf die Waage. Das liegt vor allem an den unzähligen Komfort-Details, der soliden Bauweise aller Komponenten und nicht zuletzt an den umfangreichen Maßnahmen zur Geräuschdämmung. Dass das Ticken der Wagenuhr das lauteste Geräusch im Rolls ist, ist dennoch kaum mehr als nur ein schönes Gerücht.

In der 15-jährigen Bauzeit bis 1980 fanden der Silver Shadow sowie das Modell Silver Wraith (mit 11 Zentimeter längerem Radstand) sowie die baugleichen Derivate von Bentley fast 30.000 Käufer – für Rolls-Verhältnisse war der Silver Shadow damit ein Massenprodukt. In den letzten drei Baujahren wurde der technisch und optisch geringfügig überarbeitete Wagen Silver Shadow II genannt. Auch unser Fotomodell von 1979 stammt aus dieser Baureihe. Fazit: Linkslenker sind hierzulande deutlich gefragter als Rechtslenker. Frühe Modelle sind technisch (bei Federung und Bremsanlage) unnötig komplex, was im Reparaturfall teuer wird. Selbst Fahrzeuge aus dem letzten Baujahr 1980 können in diesem Jahr die steuersenkende H-Zulassung erhalten und damit auch in Umweltzonen betrieben werden – ein Kat-Modell muss es deshalb nicht sein.

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5: An den Türen zeigt sich der Rolls-Luxus in geballter Pracht. Trotzdem sollten die Türböden gecheckt werden.

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6: Hinten hat jede Seite eigene Aschenbecher mit Zigarettenanzündern.

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7: Unser Fotomodell trug ein hochwertiges Everflex-Vinyldach in gutem Zustand.

Bei gleichem optischem Erhaltungszustand kann es extreme Unterschiede im bisher betriebenen Wartungsaufwand geben. Besonders gepflegte Exemplare mit dokumentierten Service- und Reparaturbelegen rechtfertigen einen kräftigen Preisaufschlag. Es empfiehlt sich ohnehin, den teuersten Silver Shadow zu nehmen, den man sich leisten kann (plus einem satten Extra-Kapitalpolster für die laufende Wartung und Reparaturen), denn Restaurationen sind bei den Teilepreisen und dem Arbeitsaufwand grundsätzlich unwirtschaftlich.

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8: Die Bodenwannen des Testwagens sind dick mit Unterbodenkonservierung beschichtet, was die Prüfung erschwert. Trotzdem: es wirkt alles sehr gesund.

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9: Zu den korrosionsgefährdeten Blechpartien im Heckbereich zählen die Radlaufkanten …

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10: … sowie (wie hier zu erkennen) die seitlichen „Taschen“ am Kofferraum, die von außen und bei Undichtigkeit des Kofferraums auch von innen her durchgammeln können.

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11: Der vollflächig mit hochwertigem Teppich ausgekleidete große Kofferraum gewährt dem Kaufinteressierten kaum Einblick in rostkritische Bereiche.

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12: Im hinteren Seitenteil sind Bord-Werkzeug und die Batterie untergebracht.

Karosserie, Unterboden

Front / Motorraum / Vorderkotflügel:
Der gesamte Frontbereich des Silver Shadow hat einen zeittypisch zerklüfteten Aufbau, was Rostbildung im Verborgenen begünstigt. Da viele Rolls-Modelle nicht täglich gefahren wurden und zumindest in den ersten Jahren bis Jahrzehnten ihres Daseins ein gepflegtes Dasein in wohltemperierten Garagen fristeten, halten sich Korrosionsschäden trotz nur mäßiger werksseitiger Vorsorge meist in Grenzen. Allerdings sind die steil stehenden lackierten Bereiche links und rechts des Kühlergrills oft von Steinschlagpusteln gezeichnet. Wegen der meist sehr vorsichtigen Fahrweise sind auch Fahrzeuge mit Unfall-Vorschäden relativ selten.

Finden sich irgendwelche Anzeichen davon (zum Beispiel Knitterfalten an den Stehwänden), sollte man lieber die Finger von dem Wagen lassen – auch, weil die großenteils in Handarbeit gefertigte Karosserie professionelle Reparaturen wie den Austausch der angeschweißten Kotflügel meist in einem finanziellen Desaster enden lässt. Chromteile wie der Kühlergrill und die Scheinwerfereinfassungen sollten ebenfalls makellos sein, denn jede Aufarbeitung geht hier richtig ins Geld. Bei unserem Musterfahrzeug waren die Reflektoren der Hauptscheinwerfer angegammelt – Ersatz ist jedoch zu vertretbaren Preisen erhältlich.

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13: Der Silver Shadow verlangt nach einer speziellen Bremsflüssigkeit (DOT 3, vorzugsweise Castrol RR 363, und das auch noch in großen Mengen. Die letzten Shadow II (ab Herbst 1979) werden mit LHM befüllt, worauf ein spezieller Aufkleber hinweist. LHM und DOT 3-Bremsflüssigkeit sind nicht miteinander mischbar!

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14: „Hubraum statt Drehzahl“ ist beim Rolls Royce kein Allheilmittel, um Leistung zu generieren. Bei 178 bzw. 200 PS aus über 6 Litern Hubraum wundert es nicht, weshalb das Werk bei Leistungsangaben zugeknöpft mit „ausreichend“ antwortete.

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15: Zwei SU-Vergaser vom Typ HIF 7 bereiten beim Silver Shadow II das Gemisch auf. Dieser hier wurde nachträglich mit Katalysatoren ausgerüstet.

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16: Nicht nur die Lagerbuchsen der Hinterachsaufnahmen sollten intakt sein, auch die Aufnahmen selbst sollten frei von Korrosion sein, da Reparaturen hier kaum zu vernünftigen Preisen machbar sind.

Schweller:
Wie bei allen Fahrzeugen der 1960er und -70er-Jahre ist eine penible Untersuchung der Schwellerbereiche Pflicht. Insbesondere „All-day-driver“ der älteren Baujahre können hier marode sein.

Türen:
An den schweren Türen zeigt sich die luxuriöse Verarbeitung in seinem ganzen Materialquerschnitt: Die Scheibenrahmen um die selbstverständlich elektrisch bedienbaren Fenster sind dick verchromt, darunter gibt es hochglanz-lackiertes Wurzelholz sowie Leder und nach unten abschließend einen Steifen Veloursteppich. Die Armlehnen der vorderen Verkleidungen sind höhenverstellbar, hinten gibt es auf beiden Seiten Aschenbecher mit Zigarettenanzündern. Eine Kontrolle der Türböden ist immer empfehlenswert. Erster Rost zeigt sich meist an den Falzkanten der Außenhaut.

Dach:
Das „Everflex“-Vinyldach steht dem Silver Shadow sehr gut zu Gesicht und macht auch nach Jahren erstaunlich wenig Kummer mit Unterrostung. Falls doch, ist das Desaster allerdings groß.

Bodenwannen:
Ein seriöser Check der Bodenwannen wird von innen selten möglich sein, denn kaum ein Verkäufer wird der Demontage der halben Innenausstattung zustimmen. Also muss man sich auf eine Sichtkontrolle der Unterseite beschränken, die hier positiv ausfällt.
Wichtig:
Sind die Gummistopfen in den Wannen alle da? Sonst dringt garantiert Wasser ein.

Heckbereich / hintere Radläufe:
Wenn der Rolls hinten rostet, dann oft an den Radlaufkanten sowie an den seitlichen „Taschen“ des Kofferraums, die außen im Spritzwasserbereich liegen. Vom Kofferraum aus bildet sich hier bei Wassereinbruch unbemerkt Staunässe. Da auch die Batterie im Kofferraum sitzt, wirkt Säurenebel als Korrosionsbeschleuniger.

Motor

Motorspezifisches:
Bis vor einigen Jahren lautete die offizielle Rolls-Royce-Angabe zur Motorleistung aller Modelle stets nur „genügend“ beziehungsweise „ausreichend“. Mit den tatsächlichen Werten hätte man auch in keinem Autoquartett brillieren können.
Silver Shadow-Modelle von 1965 bis 1969 holten aus 6,23 Litern Hubraum tatsächlich nur 178 PS, von 1969 bis Produktionsende schaffte der auf 6,75 Liter vergrößerte Achtzylinder kaum bessere 200 PS. Immerhin sorgen die Hubraumriesen für ein beacht-liches Drehmoment. Dass ein Großteil der Motorleistung obendrein in der serienmäßigen Wandler-Automatic „versickerte“, störte die übliche Rolls-Klientel wenig. Bei regelmäßiger Pflege halten die Motoren eine halbe Million Kilometer und mehr, wobei zwischendurch kleinere Verschleißmängel wie defekte Hydrostößel nerven können – und heute natürlich der Verbrauch: Um 20 Liter auf 100 Kilometer rauschen eigentlich immer durch die beiden SU-Vergaser vom Typ HIF 7, es können auch mal fünf bis sieben Liter mehr sein.

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17: Die 3-Gang Turbo-Hydramatic 400 von GM ist robust und preiswert, aber leider auch notorisch inkontinent.

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18: Eine Vorderachskonstruktion, die in ihrer Solidität an den LKW-Bau erinnert. Kein Wunder bei dem Fahrzeug-Leergewicht. Hier die Stabi-Aufhängung mit Gummilager im Topzustand.

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19: Federn und Stoßdämpfer sind dem Fahrzeuggewicht entsprechend kräftig dimensioniert. Verschleiß ist hier nur durchschnittlich häufig festzustellen.

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20: Auch ein später Silver Shadow II verlangt noch nach einem regelmäßigen Schmierdienst. Im Bild: ein Spurstangenkopf der Vorderachse.

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21: Innenbelüftete Scheibenbremsen vorn sorgen beim Silver Shadow II für gute Verzögerungswerte. Die Dreikreisbremsanlage früher Mk. I-Modelle ist unnötig komplex und teuer.

Kraftübertragung

Getriebe:
Frühe Silver Shadow I verfügten noch über eine Viergang-Automatic, deren Überholung teuer werden kann. Besser dran ist man mit der 3-Gang-„Turbo-Hydramatic 400“ von General Motors, die ab 1968 zum Einsatz kam. Diese Großserien-Wandlerautomatic kann eigentlich nur durch zu geringen Ölstand kaputt gehen (was allerdings durch notorische Undichtigkeit wesentlich begünstigt wird …) und ist zudem im Austauschfall billig zu bekommen. Elektrische Stellmotoren setzen die Schaltbefehle um, die vom Fahrer via Lenkrad-Wählhebel“stäbchen“ kommen.

Hinterachse, Differential:
Hinterachse und Differenzial werden bei der standesgemäß gemächlichen Fahrweise mit einem Silver Shadow nicht extrem beansprucht und sind deshalb unauffällig, ebenso die hinteren Antriebswellen.
Echte Gefahr droht allerdings bei durchgerosteten Hilfsrah-menaufnahmen der Hinter-achse. Da sie sich zudem nicht mit vertretbarem Aufwand reparieren lassen, sollte man im Defektfall unbedingt auf den Kauf des Wagens verzichten.

Fahrwerk, Lenkzug, Bremsen

Stoßdämpfer / Radaufhängung:
Wie die gesamte Technik des Silver Shadow ist auch die Achsaufhängung vorn und hinten sehr komplex, um bei hohem Komfort eine bestmögliche Straßenlage zu erzielen. Unser Testmuster hat als Shadow II die konventionelle Stahlfederung mit Niveauregulierung anstelle der in frühen Baujahren verwendeten hydropneumatischen Federung und Dämpfung.

Lenkgetriebe, Umlenkhebel, Spurstangen:
Die Zahnstangenlenkung des Silver Shadow II arbeitet Dank massiver Servounterstützung butterweich, aber auch sehr direkt. Die abzuschmierenden Spurstangenköpfe nehmen Wartungsstaus übel.

Bremsanlage:
Vier üppig dimensionierte Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet) bringen die bis zu 2,8 Tonnen ohne Fading auch bei wiederholten Vollbremsungen sicher auf Null. Hinten kann die Handbremsmimik festgammeln. Frühe Silver Shadow mit Dreikreis-bremse sind im Defektfall wesentlich teurer als Modelle mit Zweikreisbremse (ab 75).

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22: Edelstes Wurzelholz von französischen Walnussbäumen ziert das Armaturenbrett. Nur das dürre Kunststofflenkrad mag nicht so recht dazu passen.

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23: Das große Außenthermometer ist nicht nur bei Frostgefahr informativ, da man im Rolls allgemein ziemlich abgeschottet von der Außenwelt reist.

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24: Nix zum Protzen: Der zierliche Zündschlüssel sieht aus, als könne er auch den heimischen Briefkasten öffnen …

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25: … Tatsächlich passt er auch fürs Handschuhfach, das an eine Schmuckschatulle erinnert.

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26: Krieg der Knöpfe: Die Regelung der (beim Silver Shadow II serienmäßigen) Klimaautomatik ist wie die verstreuten Bedienelemente allgemein kein Musterbeispiel für Ergonomie.

Innenraum, Elektrik

Innenausstattung:
Feinste Schreiner- und Sattlerarbeiten verwandeln das Interieur jedes Silver Shadow ab Werk in ein rollendes Wohnzimmer. Nur das prasselnde Kaminfeuer fehlt noch. Wussten Sie, dass seinerzeit für Reparaturzwecke von jedem Rolls-Royce Holzabschnitte (von französischen Walnussbäumen) eingelagert wurden, die genau von dem Baum stammten, aus dem auch das Holz im Wagen stammt? Und dass Conolly speziell ausgesuchte Lederqualitäten an Rolls-Royce lieferte? Die feine Auslegeware kommt von Wilton. Zu allem Überfluss ließ der letzte Besitzer unseres Fotomodells für die Fußräume vorn und hinten dicke, flauschige Schaf-Felle zu Bodenbelägen verarbeiten.

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27: Auch wenn die Beinfreiheit beim Silver Shadow für die mitreisenden Herrschaften geringer ausfällt als beim Silver Wraith mit langem Radstand – so sehen bestimmt keine „billigen Plätze“ aus. Man beachte die nachträglich angefertigten Schafwoll-Teppicheinlagen.

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28: Leseleuchten und Schminkspiegel im Fond – für eine anspruchsvolle Klientel, die stets das Besondere sucht.

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29: In dieser schweren Plakette im Motorraum manifestiert sich der ganze Stolz der Briten als Autobauer-Nation.

Das Fotomodell wurde freundlicherweise von Firma Steenbuck Automobiles in Lübberstedt bereit gestellt.

Bilder: Martin Henze

3 Gedanken zu “Kaufberatung Rolls-Royce

  1. Ich besitze ein RR SS2 Bj.1979
    Ich gebe Ihnen über 90% Recht in Ihren Text.
    Wobei die Kosten nicht so extrem sind wie oft hingestellt.
    Habe es sogar geschaft im Verbrauch unter 16l zu kommen, normales fahren ca.18-20l
    Flotte Bewegung geht der Verbrauch schnell nach oben.
    Wobei hatte ich Ei Mercedes E420 der auch durchschnittlich auf 18l gekommen ist.
    Wer auf Verbrauch achtet darf halt kein Oldtimer sich zulegen, mein erster Wagen ein VW Käfer 1300 hatte auch 13l.
    Also ist der Rolls gut vertretbar.
    Ersatzteile: Schaue ich immer in Internet nach Angebote, dazu benötigt man ein Zweitwagen was bei vielen Versicherungen bei H-Kenzeichen sowieso Ein muß ist.
    Also Farzit: Ich bin extrem zufrieden mit mein Rolls, werde Ihn auch nicht hergeben, hat nichts damit zu tun weil damals der Name es prägt, sondern die zuverläßigkeit und Unkosten passen zu dem Fahrzeug.
    Meiner ist Rechtslenker, wolte auch nur als Rechtslenker haben. Macht das Englische Gefühl damit wach.
    Ich sage nur was wichtig ist bei dem Kauf eines Rolls Royce! Man muß den Wagen lieben!
    Wer nicht Gefühle zu dem Fahrzeug bekommt sollte Finger weg lassen und ein Jedermann Auto sich kaufen.
    Danke
    Andreas
    Seid 8Jahre Rollsfahrer

  2. Hallo guten Abend,

    ich habe seit 2 Jahren einen Rolls Royce Silver Spur II. Aktuell 80.000 Km. Das Auto schaukelt bei Bodenunebenheiten nach und meine Werkstatt (kein Rolls Royce Händler, aber sehr guter Mechaniker, der mir auch meine anderen Youngtimer wie Jaguar und Morgan +8 wartet) meinte ich solle die hinteren Dämpfer ersetzen. Die Dämpfer haben keinen Rost oder Ölverluste, das Einzige was mich stört ist dieses Auf- und Nachschaukeln bei Fahrbahnunebenheiten.

    Was raten Sie mir? Im fall wo ich die Dämpfer ersetzen muss, wo kann ich die preisgünstig bestellen (die genannte Preiskonstellation meiner Werkstatt liegt bei ca. 6.000,-€ bei 2 neuen hinteren Dämpfern inklusive Einbau. Das finde ich ganz schön happig.

    Vielen Dank für Ihren Rat.

    Mit besten Grüssen aus Luxemburg

    René R. Cillien

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