Essen Nightwalk – Motoren ohne Menschen

Roter Teppich überall

Roter Teppich überall

Ein bisschen Catwalk, ein bisschen Nightlife, ein bisschen Race-Style. Anglizismen, so weit das Auge reicht, und ebenfalls so weit das Auge reicht präsentieren sich auf der Essen Motor Show Autos, Autos, Autos. Ihre sagenhafte Vielfalt und Menge läuft heute Abend einmal absolut nicht analog zur Zahl der anwesenden Menschen – es ist nämlich Freitag spätabends, und alle Presseleute sind schon nach Hause gegangen. Keine Menschen, so weit das Auge reicht. Am TRÄUME WAGEN Stand läuft aber noch die legendäre Standparty (klick), und ich nutze den skurrilen Mix aus Partylärm und absolut leerer Messehalle für einen kleinen Nachtspaziergang…

Mercedes-Benz Concept Studien

Mercedes-Benz Concept Studien

Kennt man die klassischen Messen der Republik, besonders deren erste öffentliche Besuchertage, dann kennt man Geschubbse, Gedrängel, Goodiebag-Abgreifer und Kugelschreiber-Habenwoller. Neben den wirklich interessierten Gästen ziehen die Horden der Mitnehmergesellschaft wie ein Heuschreckenschwarm durch die Hallen, und es ist selten möglich, die fantastischen Exponate einmal zu fotografieren, ohne dass Klaus-Dieter aus Bottrop mit seinem Schmerbauch und Oberlippenbart debil lächelnd ins Bild stolpert. Heute blickt hier nur noch das argwöhnische Auge der Security, während ein paar Reinemachefrauen ihre Staubsauger uninspiriert über die roten Teppiche schieben.

Schlaaaaaf in himmlischer Ruuuuuh

Schlaaaaaf in himmlischer Ruuuuuh

Der fröhliche Motorjournalist, angenehm angetütert von ein paar Moskovskayas, schwebt auf dem gefühlten Wind der Individualität über die roten Teppiche und saugt den Geist der wundervollen Automobile in sich auf. Einige sind schon sauber abgedeckt (das macht sie fast sexy, so wie Reizwäsche ahnen lässt, was drunter sein könnte), andere präsentieren sich in ihrer ganzen vorweihnachtlichen Nacktheit ungeschützt dem Auge. Von Zuffenhausen über Stuttgart bis nach Ingolstadt und München – die Metropolen der Republik haben ihre gummibereiften Markenbotschafter geparkt.

Geschenke auspacken?

Geschenke auspacken?

Es ist gar nicht der monetäre Gegenwert, der hier ansatzweise ungesichert die schwarze Kleptomanenseele anspricht. Nein. Es ist die Gegenwart von automobilen Legenden, anfassbar, begreifbar, spürbar. Niemand redet, niemand drängelt, niemand grapscht mit seinen klebrigen Softeisfingern nach Prospektmaterial. Der imaginäre Wüstenwind weht ein paar trockene Heckenrosen durch die Einsamkeit, eine Grille zirpt, ein Windrad quietscht. Nur irgendwo von ganz weit hinten aus dem Off bummsen die Bässe der Party, deshalb können wir den Cowboy nicht hören, der Mundharmonica spielt. Eine irgendwie coole Atmosphäre.

Bilder machen, mal ganz ungestört

Bilder machen, mal ganz ungestört

Auch Bloggerfreund Stratmann lässt sich von der “ich-hab-mich-allein-im-Kaufhaus-einschließen-lassen” Atmosphäre anstecken, und gemeinsam fotografieren wir die Exponate. Jens & Jens sind auf dem Weg zur Toilette, aber da die sich am ganz anderen Ende der Messehalle befindet ist der Weg diesmal das Ziel. Und hey – das ist hier nur eine der vielen Hallen, die es zu erkunden gibt. Aber wir wollen mal nicht übertreiben, was sich unseren Kameras hier bietet ist schon cool genug, da bedarf es keiner weitere Exkursionen in die Nachbargalaxien.

Die Messe. Unendliche Weiten.

Die Messe. Unendliche Weiten.

Wir wollen die Geduld der Security mal nicht ausreizen. Es ist schon nett genug, dass man uns passieren und bis 22:00 Uhr feiern lässt, bevor morgen die Massen hier durchschieben. In Halle 3 jedenfalls schlagen die Herzen der Prototypen- und Klassikerliebhaber eindeutig höher. Und das tun sie bestimmt auch noch, wenn hier mehr Menschen unterwegs sind, schließlich sind dann ja wiederum auch noch die hübschen Hostessen an den Ständen. So. Wir sollten mal wieder zurück, bevor es keinen Vodka mehr gibt…

Viva la vida loca

Viva la vida loca

Ich würde Ihnen gern ein bisschen von dem Gefühl abgeben, was einen beschleicht, wenn man auf dem roten Teppich zwischen all diesen wundervollen Autos entlangläuft. Aber das kann ich natürlich nicht, das müssen Sie selbst erleben. Viva la vida loca. Wir sehen uns in Essen?

2 Gedanken zu “Essen Nightwalk – Motoren ohne Menschen

    • Hallo Snoopy,

      in der Tat. Allerdings ja leider nicht jedem zugänglich, aber dann wäre der Effekt ja auch ein anderer. Tolle Veranstaltung, großzügige Security, alles fein….

      Jens

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