BMW 3.0 vs. Porsche 924 – Mobile Analogien

Youngtimer-Coupé statt Business-Limousine – Über den Abschied vom Neuwagendiktat der Masse und das Leben in automobiler Freiheit

Purer Drivestyle: BMW 3.0 CSI und Porsche 924, in unschuldiges Weiß gehüllt

Sie sind Hamburger Musikproduzenten mit eigenem Studio, haben in den letzten Jahren bereits diverse TopTen-Produktionen auf den Weg gebracht und neben dem Feeling für Rhythmus und Beats eine gehörige Portion Benzin im Blut: Tilmann und Keller. Ihr topgepflegtes und konsequent analoges Vintage-Equipment ist in Fachkreisen bereits legendär.
Vintage? Klingt gut. Liegt es nicht nahe, diesen Gedanken konsequent auf Autos zu übertragen? Keller: “Es gibt Momente in unserer Zusammenarbeit, da bin ich hinten auf dem Sofa und  Tilmann sitzt vorne am Mischpult und mischt. Wenn alles gut gelaufen ist, muss ich da wirklich nur noch sitzen und zuhören. Tatsächlich ist nebenbei immer der Laptop mit Ebay an, wegen Equipment und so. Da rutscht man dann irgendwann automatisch mal zu Mobile rüber und träumt: Ey geil, guck mal hier! Was für ein Schiff!

Treffer! 15 Meter Winnebago-Wohnmobil. Einfach mal losfahren, Ende offen.”
Tilmann ist nicht markenfixiert, mag Klassik und Skurriles: “70er-Jahre-Porsche sind der Kracher. Und dann so ein AMC Pacer, den müsste man auch mal haben.” Keller ergänzt spontan: “Oder ein alter Audi 100 als Coupé, tolle Form. Und natürlich einen fetten Granada!” Tilmann: “So ein Opel GT ist aber auch scharf.” Keller reagiert verzückt: “Oh ja!”

Kleine Stadtrundfahrt: Tilmann und Keller fahren auf automobile Vintage-Nummern ab

Weiß als Lifestyle

Alte Autos funktionieren bei dem dynamischen Duo als Lebensgefühl. Sie stehen für Sehnsüchte und wollen beschützt werden, um im digitalen Zeitalter in einem puristisch-analogen Reservat weiter zu existieren. Wenn es vom Studio in Hamburg-Altona zu Geschäftsterminen auf große Fahrt geht, verlässt keine fettleibige neue Businesslimousine die Tiefgarage. Die beiden Hanseaten setzen im Alltag voll auf ihre klassischen 2+2-Sitzer aus deutschen Landen. Tilmann fährt einen lässigen Porsche 924 2.0 Targa, Keller einen coolen BMW 3.0 CSi. Beide sind komplett unrestauriert und strahlen in weißen Erstlackkleidern um die Wette. Der Kontrast ist großartig, wenn die zwei Coupés gemeinsam durch Hamburg flanieren: Kleine Zwischensprints, knackige Gangwechsel und als Belohnung ein sanfter Druck im Kreuz, nur um im nächsten Moment wieder abzubremsen und sich auf die Wiederholung zu freuen. Diese Form des automobilen Workouts mag vielleicht anachronistisch sein, doch als Endorphingarantie funktioniert sie bestens.

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