Willkommen in Westworld

Sechs Tage Versteigerungsmarathon in Arizona

Heavy Stuff: 1986er Shelby EXP 500 „Green Hornet“ aus Jacksons persönlicher Garage: 1,8 Millionen Dollar

Sechs Tage Versteigerungsmarathon von 1.400 Oldtimern und Neuwagen sowie kiloweise wertvolle Automobilia – so etwas gibt es nur in Amerika. Grund genug für TRÄUME WAGEN, zwischen herrlich geschmackvollen Muscle Cars, völlig missratenen Hot Rods bis hin zu Highlights wie dem originalen Batmobil zu wandeln

Der Kerl schläft tief und fest. Yeah man, das macht den Verkäufer glücklich. Wahrscheinlich hat der müde Ami sich über ein paar Outdoor-TV-Geräte schlau gemacht, sich dann zum Test in einen der vielen trockenen Whirlpools gelegt, Schmuck für sein „Sugar“ zu Hause gekauft, sich Cowboystiefel anpassen lassen, lange über den Preis von Hugh Hefner Häschenjacken sinniert, die feinen Maklerdamen von „Luxury home“ angemacht, seinen nächsten Angelurlaub in Alaska gebucht und schließlich ein paar Truthahnbeine vom größten Grill der Welt, einem schier endlos wirkenden Maxitruck, verspeist. Sowas kann schon müde machen.

Gut 90 Prozent aller angebotenen Autos kommen aus den USA

Gelbes Spielmobil als Buggy von George Barris: 9.900 Dollar

Willys DJ3 Surrey: 25.760 Dollar

Sehr gefragter 1936er Ford Custom Roadster: 92.400 Dollar

Der Chef persönlich: Craig Jackson

„Barris mussten wir drei jahre bearbeiten, bis er sein Auto zur Auktion frei gab…“

Ja, müde macht sie, die Barrett-Jackson-Auktion auf dem firmeneigenen Westworld-Gelände in Scottsdale, Arizona. Eigentlich wegen der Autos: 1.400 Stück kann man hier ersteigern, innerhalb von sechs Tagen, dazu stundenlang Automodelle und Leuchtreklame, die manchmal teurer ist als großes rollendes Blech. Es ist schon eine seltsame Mixtur aus Verbrauchermesse, Auto-Flohmarkt und High-End-Auktion, die Chef Craig Jackson hier jährlich unter die Zelte bringt. Kurz: Es wird alles angeboten, was irgendwem irgendwie Dollar bringt oder aus der Tasche zieht. Kapitalismus zum Mitmachen.

Dabei hat es Jackson geschafft, für dieses Spektakel nicht die solventen und Champagner schlürfenden Kleinfingerwegstrecker zu begeistern – die „Crème de la crème“ gibt ihr Geld vorrangig bei den gleichzeitig stattfindenden Auktionen von Gooding, R&M etc. aus. Nein, bei Barrett-Jackson gilt zunächst Masse statt Klasse, Autos fürs Volk, und das besteht aus einer fast ebenso solventen Mittelklasse. Und die schlürft lieber Bier aus Plastikbechern als Perlwein aus Gläsern, die Damen kommen gerne beinfrei bis zur Fontanelle statt im Ballkleid, und manchem der mehr als 3.000 Bieter würde man wegen seines Outfits (das nicht selten an einen Mix von ZZ-Top-Musiker Billy Gibbons und Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“ erinnert) eher als Sozialfall aus der Provinz vermuten als einen mit Tausenden von Dollar bewaffneten Auto-Enthusiasten auf dem Klappstuhl am Rande von Arizonas „Beverly Hills“, wie sich Scottsdale gerne nennt.

1971er Plymouth Hemi Cuda Convertible: 1,32 Millionen Dollar

1957er Buick Century Custom Wagon: 71.500 Dollar

1976er Cadillac Eldorado Convertible: 9.570 Dollar

1954er Packard Mitchell Panther Concept Car: 750.000 Dollar

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