Gamer-Kolumne “F1 Race Stars”

Ich will einen Funracer. ICH WILL EINEN FUNRACER! I C H W I L L E I N E N F U N R A C E R!!!!!
Warum ist so was nur so schwer zu finden? Okay, ich bin völlig versaut von „Super Mario Kart“ für Playsi und X-Box – Fun pur. Und nun habe ich mich echt gefreut auf „F1 Race Stars“ – hätte ja der legitime Nachfolger sein können. Bis zum Erbrechen haben wir damals auf dem Nintendo 64 von der Prinzessin über Luigi bis hin zu Bowser alle über die Strecke gejagt und uns mit Bananen oder Schildkrötenpanzern gegenseitig aus dem Weg geräumt. „Super Mario Kart“ – und auch „Lego Racers“ – ist für meine Freunde und mich quasi die Perfektion eines Funracers, weil diese alten Spiele noch ausbalanciert sind und es zulassen, dass ich durch gutes Fahren und sinnvolles Einsetzen der Power- Ups den Rennverlauf mitentscheide. 

Doch nach dem enthusiastischen Anspielen von F1 Race Stars kommt die Ernüchterung ziemlich schnell: Nein, auch wieder kein Mario-Kart-Ersatz. Power-Ups einsammeln und damit andere Spieler attackieren kenne ich zur Genüge. Schlimmer aber: Nichts klappt. Alle paar Meter fahren uns die automatisch agierenden Computer-Gegner um, schießen uns ab und setzen uns die Blasen zum Kleben bleiben direkt vor die Nase. Zu allem Überfluss können wir nicht driften. Haben wir uns bei „Mario Kart“ noch in engen Kurven durch Querfahren oder Springen wieder zurück auf die Strecke gerettet, fliegen wir bei den „Race-Stars“ aus so ziemlich jeder Biegung, vorausgesetzt wir bremsen nicht auf Mini-Geschwindigkeit herunter. Die Computer generierten Gegner hängen natürlich an der optimalen Spur und ziehen wie Carrera-Slotcars ihre Bahn. Irre aufregend…
Leider scheinen die Entwickler der wenigen neueren „Funracern“ immer mehr auf erstklassige Grafik, überaus aktive Welten und den Namen (wie hier Formel 1) zu setzen. Immerhin gibt es für Kinder tatsächlich so etwas wie eine „Mario-Kart-Kopie“: Das Spiel „Cars“ zum gleichnamigen Film beinhaltet alles, was uns bei den „F1 Race Stars“ fehlt – nur ist hier der Anspruch an den Fahrer nicht sehr hoch und fordert „große Gamer“ nicht wirklich.
Zurück zu „F1 Race Stars“: Dem Spiel fehlt leider auch jegliches Überraschungsmoment. Sicher ist schon mal, dass der mit mir duellierende Computer-Gegner zuerst an den Power-Ups ist. Dann bekommt er auch noch regelmäßig das richtige Mittel, um mich festzunageln: Bin ich hinter ihm, bekommt er eine Blase, in die ich hineinfahren muss. Bin ich vor ihm, zieht er in Höchstgeschwindigkeit an mir vorbei und rempelt mich dabei noch um. Das macht ziemlich schnell keinen Spaß mehr. Richtig frustriert mich aber, dass meine manchmal siegessicher scheinende Führung grundsätzlich von einer Computer-Intelligenz mit Bonbon-Power-up versaut wird. 

Übrigens verzichte ich gerne auf den ganzen Schnickschnack drum herum zu Gunsten der Spielmechanik. Denn was interessieren mich blinkende Gegenstände an der Seite oder wie toll das Wasser aus einem Brunnen springt, wenn ich im Spiel kaum Einfluss auf das Ergebnis habe? Mich interessieren coole Strecken (zugegeben, die gibt es bei den „F1 Race Stars“) und ein nie langweilig werdendes Gameplay (das gibt es eben nicht). Also ab in den Keller mit F1 Race Stars – meinen ganz persönlichen Ansprüchen genügt das Spiel in keiner Weise. Und wenn ich schon ganz unten bin, kann ich auch gleich meinen alten Nintendo 64 holen. Ja, das gute alte „Super Mario Kart“ hat die Latte sehr hoch gehängt.

Etwa zu hoch?

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