Kaufberatung Alfa Romeo – Bella Macchina

2010 wurd edie Marke Alfa Romeo 100 Jahre alt. Ungefähr auf halber Strecke entstanden die schmucken Giulietta- beziehungsweise Giulia Sprint Coupés. Mit ihnen endete das typische Alfa-Design der 1950er-Jahre. Bevor man allerdings dem Charme des Wagens hoffnungslos erliegt, sollte man unbedingt auch mal darunter gelegen haben …

Kaufberatung Alfa Romeo Giulietta- und Giulia SprintWenn die Italiener wüssten: Es gibt wohl weltweit im mittleren Preissegment kaum eine andere emotional so aufgeladene Automarke wie Alfa Romeo. Ein angesichts des überschaubaren Marktanteils ebenso erstaunliches mediales Aufsehen und religiöse Verehrung wird bestenfalls noch dem Computerhersteller Apple zuteil.

Anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums sind Pilgerfahrten vieler deutscher Alfisti zum Werksstandort Arese in Planung. Aber die Italiener, die ja mit der Marke Alfa Romeo aufgewachsen sind, nehmen, so scheint es, den Rummel um den hundertsten Jahrestag eher gelassen. Angeblich ist am letzten Juniwochenende eine familiäre Feier im Kreise der Fangemeinde geplant.

Was das mit einer Kaufberatung für den hier präsentierten Alfa Giulia Sprint zu tun hat? Eine ganze Menge, denn die kleinen, flinken Coupés sind eine Baureihe, die wesentlich zur bis heute andauernden Strahlkraft der Marke beitrug. Ende der 1950er- Anfang der 1960er-Jahre war man sich der Alfa-Kernwerte in Mailand/Arese sehr bewusst: Unter der Karosserie des kleinen Coupés, das wie ein automobiles Gucci-Täschchen für die Frau von Welt wirkt, verbirgt sich – wie in allen Alfas jener Tage – höchstkarätige Sportwagentechnik. Auch die Verarbeitungsqualität macht (noch) einen handwerklich sehr soliden Eindruck, was man von Alfas der 1970er bis 1990er Jahre nicht gerade behaupten kann.

Zu ihrer Zeit war das Giulia Sprint Coupé ein typischer Zweitwagen für die stilbewusste emanzipierte Dame, die mindestens ebenso schick wie mit einem Karmann-Ghia, aber leistungsmäßig adäquater unterwegs sein wollte. Auch Männer haben sich das Sprint-Coupé oft als Zweitwagen zugelegt – allerdings nicht, um damit standesgemäß Shoppen zu fahren, sondern eher, um es an den Wochenenden im gekonnten Drift um die Rennstrecken zu treiben. Und auch da machte der Wagen eine ausgesprochen gute Figur. Die Gründe dafür nennen wir in den Rubriken Fahrwerk und Motorisierung.

Kaufberatung Alfa Romeo Giulietta- und Giulia Sprint Kaufberatung Alfa Romeo Giulietta- und Giulia Sprint

Bleiben wir zunächst noch bei der Karosserie: Sie gleicht beim hier gezeigten Giulia Sprint Coupé von 1962 bis auf kleine Retuschen am Kühlergrill, am Armaturenbrett und am Heck dem Vorgänger, der Giulietta Sprint (bis 1959: Typ 750, ab 1959/60: Typ 101). Das Design stammt aus der Feder von Felice Buano, produziert wurde die Karosserie bei Bertone. Diese Kaufberatung gilt deshalb auch für die älteren Giulietta-Coupés. Aus der Seitenperspektive erinnert die Linienführung ein wenig an ein geschrumpftes Lancia Aurelia Coupé der gleichen Ära.

Die Giulietta-Baureihe war die erste Fahrzeugserie bei Alfa Romeo, die für größere Stückzahlen und für breitere Bevölkerungsschichten konzipiert war. Davor bediente man einen überschaubaren Kundenkreis mit technisch anspruchsvollen und hochpreisigen Autos wie der exklusiven 1900er-Baureihe. Bei unserem Fotomodell Giulia Sprint sitzt ein 1600er Motor der Giulia ti-Limousine mit 92 PS unter der Haube – ein Aggregat, mit dem man Anfang der 1960er-Jahre problemlos Porsches jagen konnte. In der Giulietta gab es auch noch kleinere und schwächere Motoren mit 1.300 und 1.600 Kubik. Sie wurden mit der Umbenennung 1962 gestrichen: Alternativ war ein noch kräftigerer 1600er aus der Giulia ti Super mit 112 PS erhältlich, der die Cabrio-Ausführung Giulia Spider zum „Spider Veloce“ adelte.

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