1966er Hertz Ford Mustang Fastback

1966 bietet Hertz Car Rentals in den USA seinen Kunden in einem grandiosen Deal 1.000 Mustang GT-350 Fastback an, die von Carroll Shelby “Cobra-ized” werden. Opium für das PS-gierige Volk – wir haben ein perfekt geklontes Exemplar freigelassen.

Das unruhig schnaubende Pony ist ein originaler Mustang Fastback von 1965. Eine Schönheit ab Werk, die Urform des amerikanischen Seriensportwagens. Robert Willinger hält sein Gesicht in den Fahrtwind und lenkt den Wagen nicht ganz ohne Hintergedanken auf den Hof der ortsansässigen Autovermietung, wo der 47 Jahre alte “erweiterte” Ford zum Stehen kommt. Das Cobra-Triebwerk schnorchelt böse, bis ihm für eine kurze Atempause mit dem Zündschlüssel der Funken abgedreht wird. Was für ein Auftritt! Das perfekte Schwarz leuchtet tief und geheimnisvoll in der Sonne, die breiten, goldenen Streifen auf der Haube und an den Seiten harmonieren in einem kantigen Farbkontrast. Jeder Opel Calibra auf dem Weg zu irgend einer innerdeutschen Dorfdisco sähe in so einem Outfit einfach nur bemitleidenswert aus – der Shelby steht breitbeinig über den Dingen.

Er hat es sich verdient, über den meisten anderen Dingen erhaben zu thronen. Der 289cu V8 Motor ist bestückt mit Aluköpfen, Shelby Ölwanne, Roller Kipphebeln, Performer Spinne, Fächerkrümmer und einem 4-Fach Holley Vergaser. Wem das vielleicht nicht so viel sagt, das allein bringt das Triebwerk schon auf insgesamt 306 PS. Wir sprechen noch immer vom Jahr 1966. Der bereits 1965 vorgestellte Shelby Mustang GT350 wurde ohne Umwege ein Hit in der Szene. Die Konstrukteure bei Shelby wussten schon seinerzeit, was sie taten. Und sie warnten alle nervösen Sonntagsrennfahrer mit einer Plakette im Innenraum davor, dass man bei den Competition Brakes ein wenig fester als gewohnt auf das Pedal latschen muss. Aber zum Bremsen ist ein Shelby Mustang ursprünglich auch nicht gebaut worden. Die Mutter aller Ponys will alle ihre Pferde auf der Straße sehen, und gleich dürfen sie auch wieder. Willinger startet das Triebwerk, und ein gar nicht so wahnsinnig lautes, aber enorm kraftvolles Bullern erfüllt den Platz, wo die anderen, gelben, unpersönlichen Autos stehen. Gleich nebenan sind zwei dezente Erotik-Lifestyle Geschäfte, na das passt ja ganz hervorragend. Denn die unumstrittene Erotik, die von diesem Auto ausgeht ist genau der Zauber, der Menschen erfüllt, wenn sie anschließend mindestens einmal im Leben so ein Auto fahren wollen. Und so ergab es sich, dass im Rahmen einer fruchtbaren Kooperation die Bezeichnung “GT 350” noch einen Buchstaben dazu bekam: nämlich “H” wie HERTZ.

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