Pumps auf dem Pedal

Frau 8

Fragen Sie Frau 8

“Fragen Sie Frau 8” -Probleme mit dem Wagen, der Frau oder dem Leben an sich? In dieser Rubrik gibt Wiebke Brauer viele Antworten, mögliche Lösungen – oder einfach ein kleines Stück Hoffnung


Eckhard G. per Mail: Das Wetter ist prima, die Luft samtig und das Schätzchen nackt und freudig erregt – nun stellt sich mir die alles entscheidende Frage:
Lässt man die Schuhe an?


Lieber Eckhard, vielen Dank für die Frage! Sie können Ihre Schuhe gerne anlassen. Scherz beiseite. Was das Thema “Pumps und PS” angeht, behaupten böse Zungen ja, dass Frauen, die mit hohen Absätzen fahren, sich vorher zwei Löcher in das Bodenblech ihres Wagens gefräst haben. Die andere Fraktion stelzt zu ihrem Kleinwagen und schlüpft in eines der zwanzig Paar flacher Wechselschuhe, die sie in ihrem Fahrzeug hortet.

Im Übrigen handelt es sich um einen Irrglauben, dass es verboten sei, mit Pfennigabsätzen oder barfuß Auto zu fahren. Vor dem inneren Auge von Frauen spielen sich Horror-Szenarien ab, in denen sie mit einem Schutzmann darüber diskutieren müssen, ob ihre bananenhohen High Heels in die Kategorie “Vernünftiges Schuhwerk” fallen oder nicht. Natürlich sind sie nicht vernünftig und im Zweifelsfall auch nicht komfortabel – wie eigentlich alles, was viele Männer an Frauen scharf finden. Besagte Schuh-Angst geht übrigens auf die Vorschrift für Berufsfahrer zurück, in der es heißt: “Der Fahrzeugführer muss zum sicheren Führen des Fahrzeugs den Fuß umschließendes Schuhwerk tragen.” Das bezieht sich jedoch nicht auf private Fahrten. Solange man keinen Unfall verursacht, weil man mit seinen Puschen vom Pedal rutschte, darf man im Fahrzeug untenrum so gut wie alles oder nichts tragen.

Aber wie es immer so ist, zu jedem vermeintlichen Problem existiert auch immer eine Erfindung, die die Welt nicht braucht. Den schwachsinnigsten Einfall in diesem Kontext hatte vor Jahren die britische Versicherungsfirma “Sheilas Wheels”, die Pumps entwickelte, deren Absatz sich einklappen ließ, um dann mit flacher Sohle besser fahren zu können. Wobei das schwarz gelackte und pinkfarbene Konstrukt so wirkte, als hätte man einen Barbieschuh mit einem Klappmesser gekreuzt.

Aber um zur Fahrtüchtigkeit zurück zu kommen: Es ist alles eine Frage der Konsequenz und der Übung. Für eine Frau ist es kein Problem, in zehn Zentimeter hohe Pantoletten zu steigen, sich den Bleistiftrock über den Hintern zu rollen und halbwegs elegant in einen Mercury Cougar zu steigen. Aber die Menschen, die halbwegs fürs Autofahren brennen und besonders für das Gefühl, wenn die Vibration des Motors Mark und Bein durchdringt und das Herz ins Schwingen bringt – diese Menschen binden ihre abgelatschten Chukka-Boots zu und treten das Gaspedal bis zum Boden durch. Wie einst Steve McQueen.

Haben auch Sie eine Frage an Frau 8?
Mail an: frauacht@träume-wagen.de

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