Kaufberatung Mercedes W123

Schwäbische Qualitäten

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So kennt ihn jeder: Der W123 in Hellelfenbein als Taxi und Kilometermillionär gehörte überall zum Straßenbild – heute noch in vielen Südländern …

Hält man sich die einst bedeutenden Verkaufszahlen des W123 vor Augen und überlegt man sich, wie vergleichsweise selten man ihnen heute im normalen Straßenbild begegnet, so lässt das erst einmal für eine Kaufberatung zu der Modellreihe nicht viel Positives erwarten. Doch mit einer solchen Pauschalisierung tut man dem 123er unrecht. Zum einen ist er nicht wirklich selten – er ist inzwischen (nach dem VW Käfer) das zweithäufigste Automodell mit H-Kennzeichen. Mechanisch sind die Wagen zudem ausgesprochen zäh und robust, wovon man sich bei einem Urlaub am Bosporus oder in zahlreichen Ländern Afrikas jederzeit überzeugen kann. Dort behaupten sich die Wagen nach wie vor als Taxis und Privatfahrzeuge im strapaziösen Dauereinsatz. Nicht viel anders sah es vor rund fünfzehn Jahren auch hierzulande aus, als man 123er sogar noch öfter als Taxis in deutschen Großstädten begegnete. Ganz gleich, ob es sich um Limousinen, Kombis oder Coupés handelte, sie wurden einfach gefahren, gefahren und gefahren. Der Gebrauchtwagenmarkt war voll mit Autos, die zwischen einer Viertel- und einer halben Million Kilometer auf dem Zähler hatten, nicht Wenige lagen noch deutlich darüber. Anschließend gingen die 123er reihenweise in den Export, um dort ein zweites Leben zu fristen.

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Einen weiteren großen Schwung häufig noch guter Wagen raffte die Abwrackprämie dahin, denn die großvolumigen Benziner und vor allem die Diesel machten den Besitzern unter anderem wegen der hohen Steuersätze für nicht abgasgereinigte Motoren das Behalten sauer. Für die Benziner der letzten Baujahre gab es zwar optional schon ab Werk geregelte Katalysatoren, und für die Einspritz-Benziner älterer Baujahre hatte auch der Nachrüst-Kat-Pionier Paul Wurm entsprechende Lösungen im Programm. Deren Verbreitung wurde allerdings unter anderem dadurch gebremst, dass eben viele Besitzer eines Kilometer-Viertelmillionärs am Ende doch die hohen Investitionen in die Abgasreinigung scheuten und den (angejahrten) Wagen dann eben so noch eine Zeitlang fuhren, bevor sie sich von ihm trennten.
Dass die Baureihe W123 trotz der geschilderten Durchhaltequalitäten am Ende doch nicht als echtes „Langzeitauto“ bezeichnet werden kann, liegt an der nur durchschnittlichen Korrosionsresistenz der Karosserie, wobei hier spätere Fahrzeuge deutlich besser abschneiden. Rost an den Schwellern, Rost an Bug- und Heckschürzen und nicht zuletzt auch Rost an strukturell bedeutsamen Bereichen der Fahrwerksaufhängung ließen so manchen 123er final durch die TÜV-Prüfung sausen. Wo genau hinzusehen ist, zeigen wir nachfolgend noch in der Detailbetrachtung.
Die Mercedes-
Baureihe W123 im Detail

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