Die Komfortzone

Frau 8

Fragen Sie Frau 8

“Fragen Sie Frau 8” – Probleme mit dem Wagen, der Frau oder dem Leben an sich? In dieser Rubrik gibt Wiebke Brauer viele Antworten, mögliche Lösungen – oder einfach ein kleines Stück Hoffnung


Mike M. per Mail: Mein Freundin mäkelt herum, dass mein Porsche 914 unbequem sei. Was soll man da antworten?

Lieber Mike! Ach ja, die Frauen. Das Leben wäre so behaglich ohne sie. Und so erbärmlich öde wie ein Honda Jazz von 2005. Aber konzentrieren wir uns auf das Thema Luxus. Das Faszinierende da-ran ist ja, dass wir meinen, dringend das zu brauchen, was wir nicht brauchen. Und dass man nicht zufriedener ist, wenn das Bedürfnis danach gestillt wird. Sie können in Ihren Porsche ein Nacken- und Po-Gebläse einbauen, einen Champagnerkühler, Feng-Shui-Garten, Panflöten-Gedudel und Ambilight-Glotze. Aber Ihre Freundin wird deswegen nicht weniger nölen. Gibt ja auch nichts Bequemeres, als zu mäkeln. Es hat schon seine Gründe, warum es heißt, dass Luxus die Sitten und den Geschmack verdirbt. Es hat den penetranten Beigeschmack von materialisierter Schamlosigkeit, von Barbarei und Bling-Bling, bitterem Neid und unstillbarer Gier. Das Glas ist immer halb leer und der Hals nie voll.

Aber was bedeutet Prunk im Automobil (wenn wir davon absehen, dass Luxus meiner Ansicht nach daraus besteht, mit seinem Buick Riviera einen Parkplatz in der Innenstadt zu bekommen)? Schauen wir uns ein modernes Luxusauto an: So eine neue S-Klasse lockt mit kuscheligen Ledersesseln, Auto-Pilot, Massage-Funktionen und Aroma-Therapie, vorausschauendem Fahrwerk und vorausschauender Kamera. Und dann? Wie bei jedem teuren Neuwagen wird es immer jemandem geben, der bei dieser oder jener Funktion einen kleinen Mund macht und sagt: „Also, das konnte mein Toyota schon 1998.“ Schicksalsergeben blickt man dann in den Himmel und fragt sich, ob da jemand wohnt.

Eine Sache ist in diesem Kontext allerdings ganz interessant: Früher gab es einen klar erkennbaren Unterschied zwischen Nobelkarossen und Kleinwagen. Hochpreisige Fahrzeuge punkteten einst nicht nur mit Raumangebot und Bequemlichkeit, sondern auch mit Assistenz- und Sicherheitssystemen, von denen zum Beispiel ein Fahrer eines Renault 5 nur träumen konnte. Irgendwann begannen die Hersteller jedoch, Luxus-Gimmicks in jede Klasse zu verbauen – und damit hatte es sich mit den krassen Kastenunterschieden. Heute könnte man den R5, wenn er noch produziert werden würde, mit Klima-Automatik, fünfzehn Airbags, Internetanschluss und rosa beleuchtetem Himmel kaufen. Will Ihre Freundin so etwas? Dann kaufen Sie Ihr doch einen dieser blinkenden und piepsenden Kleinwagen. Kostet auch fast nichts dank irgend so einer Billo-Finanzierung. Aber geben Sie ihr vielleicht noch eine Sache mit auf den Weg: Man sollte sich nicht alles leisten, was man sich leisten kann.

Haben auch Sie eine Frage an Frau 8?
Mail an: frauacht@träume-wagen.de

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