„Näähm. Näähhhhhm.“

avatar_6Wie bringt man Kindern eigentlich coole Autos näher? Mit farbprächtigen 3-D-Filmen, in denen dicke Muscle-Cars durch die Gegend sausen? Kaum vorstellbar. Denn irgendwie haben wir es auch ohne diese Filme hinbekommen
Ach ja, ein neuer Animationsfilm über Autos. „Turbo“ heißt er, am 19. Juli wird er in Amerika anlaufen, bei uns irgendwann im Herbst – und streng genommen geht es nicht um Autos, sondern über eine gewöhnliche Gartenschnecke, die davon träumt, die schnellste Schnecke der Welt zu werden. Zweifelsohne niedlich. Und natürlich in 3-D, zwei Dimensionen reichen heute nicht mehr für ein Kinoerlebnis. Saßen wir als Kinder vor dem Fernseher oder im Kino und sahen Zeichentrickfilme mit Autos? Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich erinnere mich an die Carrera-Bahn meines Bruders, an meine Spielzeugautos, ich entsinne mich der Geräusche, die man machte. Ich höre noch genau das „Nähm. Nääääähhhmnääähmnähmmmmmm“, ich sehe andere Kinder, die ferngesteuerte Autos besaßen. Mit der Fernbedienung in der Hand liefen sie hinter ihren im Kreis sausenden Fahrzeugen her, obwohl das ja eigentlich nicht Sinn der Sache war, sie ließen die Autos mit Karacho gegen eine Wand fahren – weil das eigentlich am meisten Spaß machte – und sie freuten sich unbändig über den Krach. Und wenn ich an diesem fast stillen Sonntagnachmittag auf den Hinterhof hier kucke, hat sich daran nicht viel geändert.

Aber Filme? Nein, gab es in der Form nicht. Keine Autos, kein 3-D, dafür ziemlich viele Tiere. Ich kann mich noch gut an den Albatros namens Orville aus „Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei“ erinnern, wenn man den überhaupt unter die Rubrik „Fortbewegungsmittel“ einordnen will. Übrigens war der Film, wie ich gerade las, in Deutschland so erfolgreich, dass er in Darmstadt 52 Wochen lief. Heute kann man froh sein, wenn man es überhaupt in einen Film schafft, den man sehen möchte, weil das Programm in den Kinos schon nach einer Woche wechselt. Aber das nur nebenbei. Aber die Zeiten ändern sich – und so ist davon auszugehen, dass sich in Deutschland ab Herbst, wenn der Film „Turbo“ anläuft, ein Rudel von Merchandise-Plastikschnecken in die deutschen Kinderzimmer einschleimen wird. Und was war jetzt mit den Autos? Ach ja, natürlich gibt es eine besondere Karre in „Turbo“, wieder ein Chevrolet Camaro, der, wie sich vielleicht mancher erinnert, bereits in den drei „Transformers“-Filmen platziert wurde. In „Turbo“ kann man einen aufgeplusterten Camaro ZL1 mit einem L99-Motor und 400 PS bewundern, wobei man sich in Fachkreisen darüber wunderte, wie man auf die 400 PS käme, schließlich hätte der ZL1 eine 6,2-Liter-Maschine – und 580 PS. Aber wie der Schreiber selbst hinzufügte – schließlich wolle man ja kein pedantischer Sack sein, wenn es doch um so eine reizende Schnecke im Geschwindigkeitsrausch gehe. Und hey, es sei schließlich Hollywood, da gehe es nicht um Zahlen und Fakten, sondern um Träume. Hatte er auch wieder Recht. Aber trotzdem. Ich gehe mal auf den Balkon, höre den Kindern beim Spielen zu und fühle mich massiv nostalgisch. Die Website zum Film „Turbo“: www.turbomovie.com

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