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Kaufberatung Fiat 124 Spider


Die einzelnen Spider-Generationen sind an einer Fiat-eigenen Buchstaben-Nomenklatur zu identifizieren: Von 1966 bis 1969 wurde das Chrommodell AS produziert. Es verfügt über einen 1,4-Liter-Motor mit 90 PS und hat nur ein Einkreisbremssystem. Von 1969 bis 1973 hieß die Baureihe BS bzw. BS1. Der BS hatte nach wie vor den 1,4-Liter-Motor unter der Haube, während der BS1 mit dem 1,6-Liter-Aggregat des Fiat 125 Spezial ausgestattet war.
Letztere Ausführung ist am Wabenkühlergrill und den zwei kleinen Höckern auf der Motorhaube zu erkennen. Sie hat Rückfahrscheinwerfer sowie eine Zweikreisbremsanlage und Sitze mit Kopfstützen. Die Hinterachse des BS1 wird an vier Längslenkern und mit Panhardstab geführt.
Zwischen 1973 und 1978 trug der Spider das Kürzel CS bzw. CS1. Der CS hat einen Motor mit 1.735 cm3 und 104 PS, während der CS1 mit 1.756 cm3-Vergasermotor aus dem Fiat 132 satte 118 PS leistet. Zwischen 1972 und 1975 wurde auch noch das oben erwähnte Sondermodell Abarth Stradale mit dem Kürzel CSA gebaut. Ab 1974 wurden die Modelle CS1 und zwischen 1978 und 1982 der CS2 (mit Vergaser) sowie der CS0 (mit Einspritzmotor) nur für den Export in die USA gebaut. Eine auf 1.000 Exemplare beschränkte „Limited Edition“ mit besonders luxuriöser Ausstattung erschien als „L.E.“ im Jahr 1981. Die Pininfarina Spidereuropa mit Zweiliter-Motor und Bosch LE-Jetronic tragen das Kürzel DS0 bzw. DS und der kompressorgetriebene „Volumex“ das Kürzel VX. Die Gemischaufbereitung dieser seltenen (und als anfällig geltenden) Variante erfolgt übrigens nicht durch eine Einspritzanlage, sondern mit konventioneller Vergaser-
technik.

Der Fiat 124 Spider im Detail

Die Motortraverse mit der unteren Querlenkeraufhängung ist stark korrosionsgefährdet

Karosserie, Unterboden
Front, Motorraum, Vorderkotflügel
Die Karosserie des Fiat 124 Spider bietet dem Rost allerlei Schlupflöcher und versteckte Brutnester. Das beginnt bereits am Vorderwagen, zum Beispiel im Bereich um die Scheinwerfer herum, aber auch das Querblech vor dem Kühler und die Stoßdämpferdome können „durch“ sein.
Die jüngeren Spider haben ab Werk Innenkotflügel aus Kunststoff mit auf den Weg bekommen. Die lassen sich auch bei den älteren Fahrzeugen nachrüsten, was nach Auskunft des Bad Segeberger „Spiderman“ Jürgen Loch, in dessen Werkstatt auch ein Großteil der Fotos entstand, eine dringende Empfehlung ist.

Die originalen Radhausschalen späterer Spidermodelle lassen sich auch bei den älteren nachrüsten – eine sehr empfehlenswerte Maßnahme!

Die Verbundglaswindschutzscheibe neigt im Alter dazu Feuchtigkeit zu ziehen und trüb zu werden

Ein besonderes Augenmerk sollte auch der Motortraverse gelten, die gerne in den Ecken durchgammelt, wo auch die unteren Querlenker aufgehängt sind.
Die Verbundglas-Windschutzscheibe des Spider neigt mit dem Alter dazu, an den Ecken Luft zu ziehen – erkennbar an partieller Erblindung. Der Prozess verschlimmert sich aber nur schleichend, manchmal stoppt er auch ganz.
Schweller
Die Schweller/Einstiege sind ein besonders neuralgischer Punkt. Bei Blendern wurde hier bereits die dritte Reparaturblechlage drübergebraten, die ebenfalls in kurzer Zeit weich werden wird. Wie es um diesen Bereich bestellt ist, verraten oft stärkere Spachtelschichten oder dick aufgetragener Steinschlagschutz sowie eingedellte Bereiche um die Wagen­heber­aufnahmen.

Bei den älteren Spider-Varianten waren die äußeren Schwellerbleche an der Unterseite verschraubt

Ein neuralgischer Rostherd sind die vorderen Wagenheberaufnahmen

Bei allen älteren Spider-Modellen sind die äußeren Schwellerverkleidungen unten mit der Karosserie verschraubt. Natürlich lassen sich diese Schrauben im Reparaturfall nur noch selten zerstörungsfrei lösen, trotzdem hat man es damit natürlich wesentlich einfacher als mit den später verschweißten Schwellerverkleidungen.

Nicht schön, aber original: Innen verstellbarer Außenspiegel des Spidereuropa…

…die älteren Modelle konnten es schöner sie können auch gehörig gammeln

Türen
Die Spider-Türen sind ebenfalls so ein neuralgischer Rostkandidat – vor allem an den Türböden. Häufig sind hängende, schlecht schließende Türen zu beobachten. Die Anbringung der Plastikspiegel des Pininfarina Spider in den vorderen Dreieckfenstern beleidigt zwar das Stilempfinden des Betrachters, bietet aber eine einfache Möglichkeit der mechanischen Innenverstellung und vermeidet Rissbildungen und Korrosion an den Türoberseiten, wie sie bei älteren Fahrzeugen mit Chromspiegeln gelegentlich zu beobachten sind.

Verschlissene Scharniere führen oft zu schlecht schließenden Türen…

…und es ist auf gleichmäßige Spaltmaße zu achten

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