Eine echte Hollywoodschaukel

Kaufberatung Studebaker Hawk GT

Der von 1962 bis 1964 gebaute Studebaker Hawk GT (Gran Turismo) war die letzte große Eigenentwicklung der Marke, die in den 1950ern und 60ern mit exklusivem Automobildesign zum günstigen Preis ihre Nische zwischen den drei amerikanischen Auto-Großkonzernen suchte – mit mäßigem Erfolg. Damals wie heute zählt der Hawk GT zu den Raritäten für einen ausgefallenen Geschmack. Wir zeigen,worauf man beim Kauf dieses Exoten achten sollte

Geht es nach dem Kultstatus von US-Klassikern, so sind die ersten zehn Plätze garantiert mit den Marken wie Ford, Chevrolet, Dodge und Cadillac besetzt. Natürlich ist der Mustang dabei, die Corvette und auch die Viper. Aber Studebaker?

An diese Marke werden sich leider nur wenige erinnern – ebenso wenige an deren Coupé-Kreation, den Hawk GT. Schade eigentlich, denn das Auto verströmt die Aura eines typischen Fortbewegungsmittels mondäner Hollywood-Stars der 1950er Jahre oder solcher, die es gerne gewesen wären. Man dürfte sich nicht wundern, wenn ein Fred Astaire dort aussteigen würde, im Frack natürlich, eine Grace Kelly im strengen Kostüm oder ein Clark Gable im Nadelstreifen-Zweireiher.

Die Zielgruppe für den Hawk GT sollte dieselbe sein, die sonst einen Facel Vega, einen Maserati Mexico oder einen Aston Martin DB 2/4 wählen würde. Nur war der Studebaker längst nicht so teuer. Da bei den echten Stars – und das waren sie fast alle, so etwas wie B-Promis gab es damals praktisch nicht – keine „Geiz-ist-geil“-Mentalität herrschte, fehlte dem Hawk GT vermutlich der Nimbus des Luxuriösen, um für diese Kundschaft attraktiv genug zu sein. Ihm widerfuhr das Schicksal eines Designer-Anzugs von C&A, und er war eben auch kein exklusives Manufakturfahrzeug wie beispielsweise ein Rometsch „Modell Beeskow“, das trotz biederer Käfer-Technik nachweislich Einzug in die Garagen von Victor de Kowa, Gregory Peck und Audrey Hepburn gehalten hatte.

Und so war die Stückzahl des Hawk GT einerseits zu groß, um etwas wirklich Besonderes darzustellen und am Ende auch zu klein, um das Überleben der amerikanischen Traditionsmarke Studebaker zu ermöglichen. Die kämpfte bereits in den 1950ern immer wieder ums Überleben und hatte seinerzeit bereits andere namhafte Unternehmen wie Packard in den Untergang gezogen. Irgendwie hatte Studebaker Mitte der 1950er dennoch das Glück, nach einem Aufkauf durch den amerikanischen Flugzeugmotoren- und Rüstungsbetrieb Curtiss-Wright eine weitere Zukunft erleben zu dürfen, sonst hätte es den Hawk GT gar nicht mehr gegeben.

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