Exklusivität für Schmales?

Kaufberatung Maserati Biturbo

Maserati? Damit verbindet man hochpreisige und extravagante Italo-Karossen mit exklusivem Interieur und souveränen Fahrleistungen. Das ist auch beim von 1981 bis 1994 gebauten Biturbo der Fall – bis auf den Preis. Da rangiert der kompakte Dreizack ungefähr auf Fiat 500-Niveau. Und das hat seinen Grund

In Schönheit sterben, nein, das wollte Maserati gewiss nicht. Aber fast wäre es Ende der 1980er Jahre dazu gekommen, denn mit der bisherigen Kleinserienfertigung exklusiver Sportwagen der Luxusklasse war die Schwankungsbreite zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Misserfolg extrem gespreizt. Je nach Kauflaune der überschaubaren Schar potentieller Kunden ging es dem Unternehmen mal gut und dann auch wieder bedeutend schlechter.

Von 1937 bis 1967 wurde das 1914 von fünf Maserati-Brüdern gegründete Unternehmen als unabhängiger Hersteller unter der Ägide des Grafen Adolfo Orsi geführt. Anschließend kam die Marke mit dem Dreizack im Logo (abgeleitet vom Neptunbrunnen in Bologna) in die Hände von Citroën (die in dieser Ära unter anderem den Transfer des V6-Aggregats aus dem Merak in den SM durchführten), um ab 1975 ein Teil des Konzerns von Alejandro de Tomaso zu werden, der neben seiner eigenen Marke exklusive italienische Auto- und Motorradhersteller von Vignale und Ghia bis zu Benelli, Moto Guzzi und Innocenti aufkaufte.

In die DeTomaso-Ära fielen auch die Entwicklung und Produktion des Maserati Biturbo, des ersten Maserati, der so etwas wie ein „Volumenmodell“ werden und Maserati eine stabile Gewinnsituation bescheren sollte. Die Rechnung ging auf, auch wenn sie besser hätte ausfallen können. Denn der Neuling nervte seine Besitzer schon kurz nach der Markteinführung 1981 mit schlampiger Verarbeitung und zahlreichen Kinderkrankheiten. Dabei handelte es sich leider nicht nur um Schönheitsfehler wie abfallende Verkleidungsteile oder kleinere Undichtigkeiten der Karosserie, sondern auch um schwerwiegende Motorschäden, häufig aufgrund von Zahnriemenrissen.

Ob dies allein der Grund dafür war, dass die anfangs durchaus beachtlichen Verkaufszahlen (5.333 Fahrzeuge im dritten Produktionsjahr) schon bald wieder auf durchschnittlich 2.000 bis 3.000 Fahrzeuge pro Jahr sanken, sei dahingestellt. Immerhin waren diese Ergebnisse durchaus bemerkenswert gegenüber den meist nur im mittleren dreistelligen Stückzahlenbereich gehandelten Maserati der Luxusklasse.

Im Laufe der Jahre wurde eine ganze Reihe facegelifteter bis stärker überarbeiteter Fahrzeuge auf „Biturbo“-Basis produziert, bei der die Qualitätsmängel deutlich abnahmen. In diesem Zusammenhang werden vor allem die Einführung der Benzineinspritzung sowie von wassergekühlten Turboladern genannt – Dinge, die an unserem Referenzfahrzeug, einem Biturbo Si „Black Edition“ aus dem Bestand des Lüneburger Klassiker-Händlers „MondänMobil“, erstmals gemeinsam zum Einsatz kamen. Auch wenn es nicht sicher überliefert ist, lässt der Gesamteindruck dieses speziellen Fahrzeugs den abgelesenen Kilometerstand von weniger als 45.000 Kilometern durchaus für wahrscheinlich halten. Was nicht heißt, dass der Wagen frei von Gebrauchsspuren wäre.

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