Ein Schiff wird kommen

Kaufberatung Cadillac Fleetwood ’67

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Die Fleetwood-Baureihe bildete seit 1946 die Oberklasse der GM-Marke Cadillac. Verschwenderischer Luxus war hier stets gepaart mit gigantischen Außenabmessungen. Mehr US-Car geht einfach nicht. Ein Klappfahrrad ist schon praktisch, wenn man vom Motorraum zum Kofferraum gelangen möchte – zu Fuß ist das ein Tagesmarsch. Unsere Kaufberatung behandelt das 1967er-Modell

Es gehört schon ein gerütteltes Maß an Verrücktheit dazu, sich heute einen Pkw zuzulegen, der in der Stadt zwei Längs-Parklücken benötigt, weil er in der Ausführung mit kurzem Radstand knapp 5,80 m lang ist, der ein Leergewicht von mehr als 2,1 Tonnen auf die Waage bringt und dessen Durchschnittsverbrauch (kombiniert) mit 29 Litern Benzin auf 100 km angegeben ist – der Stadtverbrauch beläuft sich eher auf 35 bis 44,7 Liter. Da wird der Tank wirklich nicht mehr voll, wenn man an der Zapfsäule vergisst, den Motor abzustellen.

Genau das trifft auf den Cadillac Fleetwood Sixty Special zu, der uns als Referenzobjekt für unsere Kaufberatung zu dieser Modellreihe zur Verfügung stand. Technisch verwandt sind die Fleetwood-Modelle mit den etwas einfacher ausgestatteten DeVille-Versionen, die sich auch durch einen etwas kürzeren Radstand auszeichnen.

Die Bezeichnung „Fleetwood“ geht übrigens auf die gleichnamige Karosserieschmiede zurück, die schon lange für die besonders exklusiven Modelle des General Motors-Konzerns verantwortlich zeichnete und später von GM übernommen wurde (die Standard-Karosserien wurden mit Fisher Bodies ausgeliefert). Nicht allein der annähernd jährlichen Facelifts wegen kann man mit den Varianten der Fleetwood-Baureihe schnell mal durcheinanderkommen, von denen es drei beziehungsweise vier gab, die sich nur bei genauerem Hinsehen unterscheiden lassen.

Den Einstieg in die US-amerikanische Full-size-Luxusklasse bildete der Sixty Special Sedan (unser Fotomodell). Wer auf gleichem Chassis noch etwas mehr Gediegenheit wünschte, konnte die Brougham-Ausführung ordern – äußerlich erkennbar am Vinyldach, während das Interieur mit exklusiveren Polsterstoffen und mit Fußbänkchen und Klapptischen im Fond aufwartete. Den „Overkill“ stellte schließlich das Modell Seventy-Five dar, das dank verlängerten Radstands das Format einer Stretch-Limousine aufweist und mit drei Klappsitzen im Fond bis zu neun Personen bequemen Platz bietet. Dass dieses Modell weniger für Selbstfahrer denn als Chauffeur-Limousine für Chefs und andere „bedeutende Persönlichkeiten“ gedacht war, machen gesonderte Bedieneinheiten für die Klimaanlage, das Radio und für Leseleuchten im Fond deutlich. Darüber hinaus gab es Polsterungen, die exklusiv dem Seventy-Five vorbehalten waren, beispielsweise eine Variante aus feinstem lichtgrauem Devonshire-Tuch mit reichhaltigen Intarsien-Stickereien in den Rücklehnen. Über eigene Aschenbecher nebst Zigarettenanzündern in allen vier Türen verfügen übrigens sämtliche Fleetwood-Modelle. Optional war der Seventy-Five auch als Landaulet erhältlich. Mehr Luxus geht nun wirklich nicht.

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