69er Ford Mustang – Arguemente für ein Supermusclecar

Tom Argue Design

Aus Zufall sind wir in München bei AutoToyStore über einen ganz besondern Ford Mustang gestolpert: ein 69er-Exemplar, aufgebaut von Tom Argue Design – fast ein Neuwagen

Der Mustang von 1969 fällt sofort ins Auge. Irgendwie sieht er anders aus als man es gewohnt ist. Aber auf den ersten Blick lassen sich keine Rückschlüsse auf das ziehen, was sich unter dem top restaurierten Blechkleid verbirgt. Ein Rätsel, dieser Mustang.

Wunderbar, so etwas lieben wir. Erst recht, wenn wir zum Rätsel wie die Jungfrau zum Kinde gekommen sind. Denn hier, bei AutoToyStore in München, wollten wir eigentlich etwas ganz anders: einen feinen Camaro fotografieren. Doch ein Kunde hat am Abend vorher den Camaro gekauft und möchte sein Auto nicht in einem Magazin sehen. Ok, muss man akzeptieren, aber nun sollte Plan B greifen.

Tom Argue ist einer der etabliertesten Customizer in den USA. Seine Company bietet Restauration, Lack und Design aus einer Hand

 

Das heißt: Aus dem riesigen Angebot ein anderes Auto präsentieren. Vielleicht steht ein geeignetes im externen Lager? Hier quellen schon mal jedem US- und Classic-Car-Fan die Augen aus dem Kopf, aber es ist noch nicht das dabei, was wir suchen. Also besichtigen wir die Verkaufsräume, wo sich Shelby Mustang neben Camaro SS, Corvetten und allem, was wir gern haben, aneinandereihen. Alles top präsentiert und durchweg in einem guten Zustand.

Rotes Kontrastprogramm – ohne Kopfstützen

Und dann steht da auch dieser besondere Mustang. Wir streunen um das Auto herum und stellen fest: Die Spaltmaße sind vorbildlich. Und wenn wir nicht wüssten, das Ford diese Form nicht mehr produziert, würden wir meinen, vor einem Neuwagen zu stehen: Im Innenraum nur feinstes Leder, ein modernes Sportlenkrad, ein neuer Teppich, ein Soundsystem mit Rückfahrkamera und moderne Dakota-Instrumente. Von außen fallen die modernen Räder in 18 Zoll vorn und 19 Zoll hinten mit 255er und 295er Bereifung ins Auge.

Die Wolfs vom AutoToyStore klären uns auf: Diesen 69er Mustang hatte „Tom Argue Design“ aus Florida in den Spezialistenfingern. Die Experten bauen nicht einfach irgendein „Supermusclecar“ zusammen, wie sie zurzeit zuhauf durch unsere Fernsehsender rasen und meistens nichts anderes sind als im Eiltempo geschweißte Karosserien, die nach dem Lackieren passend gemacht und mit fetten Motoren ausgerüstet werden. Sowas ist etwas fürs Auge, aber sicherlich nichts, um lange Freude zu haben. Tom Argue Design dagegen macht sich vorher sehr viele Gedanken, was später im Auto landen soll, und genauso wurde dieser Mustang konzipiert.

Die Innenausstattung mit Soundsystem, Echtleder und neuen Armaturen ist perfekt verarbeitet und bietet neueste Technik

 

Warum auf dem Verkaufsschild des Mustang „Neufahrzeug“ steht wird klar, als wir die imposante Haube öffnen: In dem Auto befindet sich nicht eine alte Schraube. Neben dem komplett neuen Innenraum ist auch der Motorraum in einem Zustand, der das Prädikat „Neu“ tragen darf. Ein brandneuer 427er Keith-Craft-Motor mit einer Leistungsangabe von 645 PS strahlt mit verschiedenen Karbonabdeckungen, einem High-Performance-Kühler so wie einer sauber gearbeiteten Karosserie-Verstärkung um die Wette. Die Leistung wird über ein neues Fünfgang-Tremec-Getriebe mit Keramik-Kupplung an die Hinterachse übertragen, für die Verzögerung sorgt eine Willwood-Bremsanlage.

Newschool-Design frisch interpretiert

Für die tiefliegende Karosserie ist ein Luftfahrwerk verantwortlich und selbst am Unterboden ist nichts zu finden, was auf das Baujahr hindeutet. Die elegante Linie des Cabrios lässt einen ebenso eleganten Sound vermuten, doch genau hier ist Schluss mit Understatement. Es scheint, dass die Magnaflow-Auspuffanlage jede Pferdestärke direkt in Dezibel umwandelt und der Umwelt unmissverständlich klarmachen will, dass hier Leistung im Überfluss vorhanden ist.

Am Anfang bedarf es etwas Eingewöhnung, die Keramikkupplung zu bedienen und das Zusammenspiel zwischen Kupplung und Gas zu dosieren. Wenn der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, läuft er ruhig und sauber und lässt entspanntes Cruisen zu – nicht jeder wird allerdings mit dem ständigen hohen Sound-Level glücklich.

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