Der Benzin-Maler vom Kiez

Aaron Vidal

Aaron Vidal

Aaron Vidal holt wie kein anderer zeitgenössischer Maler vergangene Augenblicke zurück in die Gegenwart. Seine gemalten Momente beinhalten vor allem Frauen und Autos. Deshalb mussten wir ihn dringend in seinem Atelier auf der Hamburger Reeperbahn besuchen

Die junge Frau lehnt sich gegen die Rückenlehne eines großen Autos in der Dunkelheit. Sie bettet ihr hübsches Gesicht auf den schmalen Händen, die Augen sind geschlossen und ihr leichter, roter Mantel bedeckt sie nur bis zu den Oberschenkeln. Die Beine sind im Fußraum verschränkt. Sie wirkt friedlich. Neben ihr auf dem Fahrersitz zeugen nur ein paar Lederhandschuhe davon, dass hier eben vermutlich auch noch ein Mann gesessen hat.

Der Moment ist unvergänglich

Der Moment ist unvergänglich

Der Entstehungsprozess eines Gemäldes dauert je nach Größe einige Monate. Vidal geht mit Perfektionismus ans Werk Der Entstehungsprozess eines Gemäldes dauert je nach Größe einige Monate. Vidal geht mit Perfektionismus ans Werk

Der Entstehungsprozess eines Gemäldes dauert je nach Größe einige Monate. Vidal geht mit Perfektionismus ans Werk

Wir wissen weder, wohin er gegangen ist, wie lange das her ist oder ob er noch einmal wiederkommen wird. Das Gemälde lässt uns mit diesen Fragen allein, aber nicht in Einsamkeit. Und plötzlich passiert das, was Kunst für jeden Menschen, der sich mit ihr beschäftigt, so einzigartig macht: Wir denken das Bild weiter. Hier wurde nur ein kurzer, flüchtiger Moment festgehalten in gemalter Poesie des Augenblicks. Wir aber spinnen die Geschichte weiter, überlegen, was da wohl passiert sein könnte und verlassen damit den Rahmen des Bildes. Für uns kehrt die vergangene Szene zurück in unsere eigene Gegenwart und wird zu einem zeitlosen Zustand.

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