AIL Classic Leasing – Leasen und genießen

Wussten Sie, dass man auch Oldtimer leasen kann? Firmen wie zum Beispiel AIL Classic Leasing finanzieren den Wunsch-Veteranen, den man später übernehmen kann. Eine AIL-Filiale firmiert bei H.K.Engineering in Polling: Bei 300-SL-Papst Hans Kleissl kann man sich Appetit auf einen Mercedes machen

am012012_7045_oldtimer_leasing_00Hans Kleissl muss nicht leasen. Einer, der sein Geld mit der Restaurierung von Traumwagen verdient, dem sieben Traumwagen vom Iso Grifo über ein Invicta-Einzelstück bis zum Maserati Ghibli gehören, der den Keller voller restaurierter und unrestaurierter Mercedes 300 SL stehen hat, weiß, wie man Oldtimer bezahlt. Kleissl, Chef von H.K. Engineering in Polling bei München, ist einer von Deutschlands größten unabhängigen Spezialisten für die 50er-Jahre-Sportwagen von Mercedes. Zwischen 600 und 800 dieser Exemplare haben bislang bei ihm Station gemacht.
“Bei ihm”, das ist nichts Geringeres als ein uraltes Kloster. “Das habe ich 1987 gekauft, um als Student meine rund 100 Autos irgendwo unterzubringen,” erinnert er sich. Damals gab es die verfallenden Gebäude für ein Taschengeld – “ich musste mich allerdings verpflichten, die Gebäude zu restaurieren.”

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Hans Kleissl (oben) gilt als einer der führenden Mercedes-300-SL-Kenner und -Restauratoren. Bei ihm stehen ständig bildschöne Roadster und Coupés herum, aber auch andere Marken liebt der Experte

Da arbeitet er heute noch dran, wenn er nicht mit seinem etwa 40 Mann starken Team an Benz schraubt. “Ich hatte das Glück, ein paar Konstruktionszeichnungen kaufen zu können…” sagt Kleissl bescheiden, was ihm eine solvente und internationale Kundschaft beschert.
Aber auch wer gerade nicht so flüssig ist, könnte bei Kleissl einkaufen. Die Finanzierungsform könnte Leasing sein – nicht umsonst betreibt die Firma AIL Classic Leasing ein Büro in Kleissls Kloster.

“Wir haben vor elf Jahren damit in Deutschland angefangen, Oldtimer zu verleasen,” sagt Rolf Huber, einer der beiden Geschäftsführer. Die Grundidee des Leasens stammt allerdings aus Amerika. Vor rund 60 Jahren kam eine Tochterfirma von GM auf die geniale Idee, Kunden langfristig zu binden – denn wer einen Neuwagen kauft, ist danach meistens weg. Seit 1962 blüht das Leasing in Deutschland. “Leasing ist nichts anderes als ein Mietvertrag mit Anzahlung plus Restwertvereinbarung,” definiert Huber die Finanzierungsform.

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Was für eine Umgebung, um Oldtimer zu verleasen Rolf Huber (oben links) inmitten von Hans Kleissls Fahrzeugsammlung. Auch Motoren werden bei ihm restauriert

Das funktioniert auch bei Oldtimern. Allerdings beginnt der Deal logischerweise nicht mit einem Neuwagen: Der Interessent sucht sich einen Oldtimer, den er später ins Privatvermögen überführen möchte, bei einem Händler seiner Wahl aus. Den Kaufvertrag tritt er allerdings an die Leasingfirma ab. Der Händler freut sich dabei, weil er gegenüber einer Firma wie der Leasingcompany nicht in Gewährleistung treten muss, wenn etwas mit dem Wagen nicht in Ordnung ist. Die Firma kauft den Wagen, der Auftraggeber vereinbart eine Leasingrate und die Leasingdauer sowie den Restwert. Meistens übernimmt der Leasingnehmer schließlich auch das Auto – es sei denn, er hat sich schon vorher übernommen. Allerdings ist Oldtimerleasing nicht für jedermann vorteilhaft – am besten kommen Freiberufler und Firmenchefs dabei weg. Denn das Leasing macht nur dann Sinn, wenn man Steuern sparen kann – wie eben jene genannten Berufsgruppen, die sich die Mehrwertsteuer, die auf die Raten zu zahlen sind, vom Finanzamt zurückholen können. Also zahlen sie zwar Zinsen, können aber alle Kosten von der Steuer absetzen und machen damit Plus. “Bei hohen Raten spart man mehr Steuern als bei niedrigen,” sagt Huber, “aber letztlich ist Oldtimer-Leasing bei jeder Abmachung die ideale Verflechtung von wirtschaftlichen Interessen und Freude am Fahren.” Ein Beispiel: Bei einem 100.000 Euro teuren Auto spart der Leasingnehmer bei einem Steuersatz von 50 Prozent rund 35.000 Euro Steuern bei einem Restwert von 30 Prozent.

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Es gibt allerdings ein paar Voraussetzungen, um glücklicher Veteranen-Leaser zu werden: Das Auto muss Vollkasko-versichert sein, alle Reparaturen muss der Betreiber zahlen – und das ist nicht die Leasingfirma. Zusätzlich muss das Auto in verkehrstüchtigem Zustand sein, und die Art des Autos muss gegenüber dem Finanzamt Bestand haben. Huber: “Wenig glaubhaft ist zum Beispiel ein Außendienstvertreter, der sich ein Ford T-Modell anschafft…”

Zurzeit geht hauptsächlich “Porsche, Porsche, Porsche…,” so Huber, “im Schnitt liegt die Objektgröße allerdings bei rund 40.000 Euro.” Die normale Laufzeit beträgt meist zwischen 30 und 60 Monate.

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Aber man kann auch einfach nur mal so bei Kleissl reinschauen…

Bilder: Roland Löwisch

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