Café, Cornetto und das große Krabbeln

Road Tipp: Rom

Die Überführungsfahrt für ein 1978er Käfer Cabrio lieferte den Vorwand für einen unvergesslichen Road-Trip nach Rom

Es ist 4:30 Uhr morgens und nichts läuft wie geplant. Erst hätte ich wegen meines dämlichen Weckers beinahe verschlafen, dann streikt auch noch die Kaffeemaschine. Gerade als ich mit zittrigen Fingern den Wassertank auffüllen will, klingelt das Handy. Es ist mein Freund Patrick: „Wir sind in fünf Minuten da. Beeil Dich…“ – Na das geht ja gut los. Den Traum vom Kaffee habe ich bereits beerdigt, als ich in Affenart die Treppe herunterpoltere und dadurch die Nachbarn in ihrer wohlverdienten Bettruhe störe. Doch man muss Prioritäten setzen und der bevorstehende Trip hat die oberste Stufe in meinem Hirn erreicht. Aber das hatte er eigentlich schon lange vor dem heutigen Morgen.

Zwei Monate zuvor saßen drei Männer vor einem Lagerfeuer und besprachen eine bahnbrechende Idee mit weitreichenden Folgen – mein besagter Freund Patrick, dessen Schwiegervater in spe namens Dieter und ich. Dieter hatte sich vor Kurzem einen 1978er Käfer Cabrio in Rom gekauft und wollte diesen nun abholen. „Aber nicht einfach nur so,“ warf Patrick in die Runde, „wenn schon, dann zusammen mit dem neuen Beetle Turbo. Lasst uns die alte mit der neuen Generation zusammenbringen.“ Damit war die Idee des Road-Trips geboren.

Ab in den Süden

Zurück in die Gegenwart: Es ist ein kühler Frühlingsmorgen und ich stehe am Ausgang des Heslacher Tunnels gegenüber des Stuttgarter Marienplatzes. Da kommt der Tross angerollt: Ein Mercedes Sprinter mit einem neuen Beetle. Automatisch fällt mein Blick nach hinten auf den Beetle Turbo – der schlummert festgezurrt auf einem Hänger. Patrick, der meinen Blick bemerkt hat, beruhigt mich: „Keine Sorge, mit dem Sprinter fahren wir nur zusammen runter, mit dem flotten Käfer heizen wir dann von Rom wieder zurück.“ Klingt nach einem guten Plan. Mit einem Satz schwinge mich kurzerhand auf den Beifahrersitz neben Dieter, der mich trotz der unchristlichen Uhrzeit mit einem herzlichen Lachen empfängt. Mit einem Klapps auf den Rücken vertreibt er den letzten Funken Müdigkeit aus meinen Knochen. Das hätte der Kaffee auch nicht besser hinbekommen…

Alle Wege führen nach Rom: In unserem Fall sind es diverse Autobahnen, die uns in den Süden zur italienischen Hauptstadt – und zu Dieters Käfer Cabrio – führen

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