Der Meister der Jäger

Big is beautiful – und nützlich beim Heckspoiler

Im Jahr 1979 brachten die Brüder und ihr Team das Erfolgsrezept Porsche 935 schließlich zur Perfektion: Die dritte Version des charismatischen Renners aus dem Kölner Stall war der wohl erfolgreichste Porsche 935 aller Zeiten. Allein in seiner ersten Rennsaison gewann der K3 elf von zwölf Rennen, darunter sein Debut-Rennen in Le Mans. Selbst die hoch entwickelten Profi-Werksrennwagen waren machtlos gegen den pfeilschnellen Privatier.
Grundlage war wiederum die Zuffenhausener Basis-Karosserie des Porsche 935 Turbo, äußerlich optimiert durch das bewährte und aerodynamisch ausgefeilte, federleichte GFK-Gewand. Alles am Porsche 935 K3 war auf den maximalen Abtrieb ausgerichtet. Die verlängerten Rohre des Überrollkäfigs reichten bis zu den Aufhängungen, was maßgeblich zur Versteifung der Karosserie beitrug. Willkommener Nebeneffekt: Etliche Teile der Karosserie konnten durch leichtere und leichter zu demontierende Teile ersetzt werden, beispielsweise für Servicearbeiten rund um den Motor. Die entscheidende Geheimzutat jedoch war die Ladeluftkühlung.

Der Käfig bringt Steifigkeit und Schutz zugleich

Von Haus aus war der Porsche 935 mit Luft-Wasser-Wärmetauscher ausgerüstet. Das hatte allerdings den Nachteil, dass das Wasser, das eigentlich für Kühlung sorgen sollte, sich bald nach der Startphase dauerhaft erhitzte und so einen deutlichen Leistungsabfall des Motors verursachte. Das Team um Manfred Kremer tüftelte Tag und Nacht, um das Leistungsmaximum des Motors während der gesamten Dauer eines Renneinsatzes zu gewährleisten: Kremer ersetzte den Wärmetauscher durch dicke Luftschläuche, die, in den Kotflügeln versteckt, den Ladeluftkühler direkt anströmten. Das sorgte für eine dauerhafte Reduzierung der Ansauglufttemperatur um etwa 20 Grad, was eine Leistungssteigerung von knapp 40 Prozent im Vergleich zu den wassergekühlten Serien-Porsche ausmachte.

Luft, Luft, Luft – Futter für den Motor

Der Ladeluftkühler bekommt im Kotflügel den maximalen Luftstrom für seine Arbeit

Eine Summe von Kleinigkeiten trug dazu bei, dass das Gesamtpaket die richtige Würze bekam – von der Verdichtung des Motors über die adäquate Wahl der Turbolader bis hin zur optimalen Bereifung. Kurze Wege garantierten eine direktere Reaktion, zumal die Elektronik in einem Auto damals den geringsten Teil des Steuersystems ausmachte, das meiste war gute alte Mechanik. Eine Diagonalstrebe, die die Kremers mitten durch den Wagen verlaufen ließen, verlieh der Karosserie zusätzliche Verwindungssteifigkeit. Gute Kontakte eröffneten den Kremer-Brüdern die optimale Umsetzung ihrer Ideen. Bilstein beispielsweise fertigte für den 935 K3 spezielle Stoßdämpfer auf Maß. Mit Jägermeister kam ein potenter und attraktiver Sponsor an Bord, der den ohnehin auffälligen K3 mit Jägermeister-Orange und Hirschkopf-Logo zum echten Markenzeichen machte.

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