Die Krone der 50er – Dodge Coronet


Der 59er Coronet basiert auf seinem Vorgänger von 1957, ist aber länger, breiter und flacher. Die Bumper, der Grill und die Heckflossen wirkten damals auf die Presse so, als wären sie von den Designern 1:1 vom Vormodell übernommen worden – aber extrem vergrößert.  Der Wagen stand in seinen wuchtigen, gedrungenen Ausmaßen fast wie eine überzeichnete Karikatur des Vorgängers da, nicht mal der legendäre 59er Cadillac schlepp­­te so viel Chrom über die Highways wie der Coronet. Trotzdem rangierte diese landgebundene Yacht nur im mittleren Preissegment, was lediglich vier Prozent der Käufer dazu animierte, eine Klimaanlage für 468 Dollar zu ordern. Die konnte man ja nicht sehen. Die meist gekauften Optionen waren die Servolenkung (92 Dollar), fast schon lebenswichtige Servobremsen (42 Dollar) und die Zweifarbenlackierung (18 Dollar). Erst ab 1965 gab es wieder Coronet, die sich allerdings komplett von diesen ersten Sauriern unterschieden und als Mid-Size auf der Muscle-Car-Welle mitschwammen.

Vorwahltasten für die Automatik. Schalten muss hier niemand mehr

Elvis wackelt, stilsicher und cool. A whop-bap-a-lula

Panoramaglas-Windschutzscheibe, verschwenderische Heckflossen über Raketenrückleuchten,zweifarbiger Lack, der vorne und hinten von so wuchtigen Chromstoßstangen flankiert wurde, dass der Wagen eine sehr bodengebundene Schwere bekam. Bettina und Michael machen sich an Bettinas Geburtstag im September 2013 auf den Weg zu einem Händler nach Holland.   Der dort angebotene Coronet (die „Krone“) war kerngesund und komplett. Er stand so cool da, dass er den Druds gar keine Chance ließ, es sich noch einmal zu überlegen. Allein der Seitenspiegel wiegt mehr als ein Motorroller, und die Chromleisten über den Doppelscheinwerfern ziehen sich so elegant zur Mitte des Kühlergrills herunter, dass der Wagen einen böse anzugucken scheint – wie im Comic die heruntergezogenen Augenbrauen. Die beiden tauften den Schlitten „Grandma“ und holten ihn drei Wochen später mit einem Trailer ab. Das einzige Manko an dem Dodge waren die vorderen Trommelbremsen, die sich nicht mehr aufarbeiten lassen wollten. Also wurde der „4 Door Sedan“ auf Scheibenbremsen und ein Zweikreissystem umgerüstet, damit fühlen sich die Druds im heutigen Straßenverkehr auch ein wenig wohler.

Türen wie in einem Diner oder einer Bar

Pfeil nach vorn, Blick nach hinten: Spiegelkunst

Die Werbung übertreibt diesmal nur ein kleines bisschen….

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