Ein Puma auf der Lauer

Mercury Cougar 351 Windsor V8

Der Mercury Cougar war die dicke Komfort-Version für die verwöhnte Mustang Klientel und sollte den Camaro zähmen. TRÄUME WAGEN-Leser Maik Lauer hat seinem schließlich das Fliegen beigebracht

Die Jahre bei der Bundeswehr sind vielen von uns noch in mehr oder weniger guter Erinnerung. Für Maik Lauer aus Zwickau (das ist auf der Karte ganz weit rechts in der Nähe der Tschechischen Republik) bedeuten seine vier Jahre vor allem eines: Mehr Geld übrig zu haben, als man zwischen Kantine und Truppenübungsplatz ausgeben kann. Und mit diesem Geld konnte er sich tief im Osten einen Traum aus dem Wilden Westen erfüllen, denn auf die Muscle Cars jenseits des großen Meeres schielte er schon immer.

Den Ausschlag gab ein Urlaub an der schönen Ostseeküste, wo Familie Lauer auf einem Parkplatz zwischen die donnernden Boliden eines US-Car Treffens geriet. Jetzt musste es sein. Lauer begann zu suchen. Tief im bundesdeutschen Westen, wo die Sonne verstaubte, fand er bei einem Sammler einen Mercury Cougar aus der ausklingenden ersten Serie, der irgendwann mal irgendwie aus dem Bundesstaat Connecticut im Nordosten der USA über einen Besitzer in Spanien den Weg ins Ruhrgebiet gefunden hatte. Der sollte es sein.

Die beiden wurden sich preislich einig, der „Puma“ befand sich in einem fahrbereiten, aber überholungswürdigen Zustand. Den Weg zurück in den Osten legte Maik auf eigener Achse zurück und ließ sich berauschen vom ehrlichen Purismus der fast 40 Jahre alten Großserien-Legende. Beim Blick über die Motorhaube fühlte er sich wie der Farmer, der mit seinem Filius die Ländereien überblickt und sagt: „Mein Sohn, das alles wird einmal dir gehören…“

Noch immer frisst irgendwo da vorn die Raubkatze namens Puma, auf amerikanisch Cougar, gierig die Straße und grummelt zufrieden aus ihren zwei Tüten die Überbleibsel des verbrannten Treibstoffes hinten raus. Um sie rum kein Schnickschnack, kein Tinnef. Schwarzer Kunststoff, vier analoge Rundinstrumente – das Muscle Car der Ford Motor Company verleugnet seine sportlichen Ambitionen an keiner Stelle.

Ein Gedanke zu “Ein Puma auf der Lauer

  1. Hallo Muscle-Interessierte!

    Was für ein Ende!
    Ich selbst fahre einen 68er Cougar in einem angerockten aber in Würde gealtertem Zustand.
    Ich belasse ihn optisch (werde selbst auch nicht faltenfreier), optimiere ihn aber technisch weiter.
    Die gezeigte puristische Ausstrahlung, gepaart mit dieser überraschenden Power, begeistert mich seit der ersten Begegnung und ebbt auch nach drei Jahren nicht ab.
    Toller Bericht und typische Bilder (Gummi, Rauch, Laerm und Gänsehaut)!
    Allerdings sieht mein Dauergrinsen beim schmirgeln oder crus’n leider immer noch nicht cool aus.
    Bin halt doch nur ein Feierabend-Roch’Roller …..

    Grüße aus HH
    Lars

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