Forza Fiat!

Fiat Dino Coupé 2400 und Coupé 20 V

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Treffen zweier Legenden aus verschiedenen Epochen: Auf dem Gelände der Expo 2000 in Hannover begegnen sich Dino Coupé 2400 und Coupé 20V Turbo Plus. Sie sind sportive Meilensteine der Fiat-Historie

Die Ära Dino: GT in Vollendung

Der Dino ist nicht irgendein Fiat: Er hält den Namen des früh verstorbenen Sohnes von Enzo Ferrari in Ehren, ist Teil eines großartigen automobilen Vermächtnisses. Der rennsportbegeisterte Dino gibt 1956 den Anstoß zur Entwicklung einer Motorsport-Triebwerkslegende, die elf Jahre später auch das gleichnamige Fiat Coupé beflügeln soll.

Das Dino Coupé steht stellvertretend für Fiats ganz große Ära. In den sechziger Jahren ist der Autobauer Europas Nummer Eins. Von 1967 bis 1968 gibt es eine erste Coupé-Serie, vom Frühjahr 1969 bis 1972 läuft die im Hubraum um 0,4 Liter vergrößerte zweite Serie optisch leicht modifiziert und technisch verbessert vom Band.

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Es ist der einzigartige Charakter des unwiderstehlichen V6-Triebwerks, der Stil prägend ist und auch im Rallyemonster Lancia Stratos verbaut wird. Der Motor verleiht dem gediegenen 2+2-Sitzer dank 180 außerordentlich williger Pferdchen eine Performance, die bisweilen noch heute unerwartet beeindruckend ausfällt: Drehzahlgierig bis maximal 8.000 Umdrehungen, vier oben liegende Nockenwellen, drei Weber-Doppelvergaser – ganz klar: ein Sportmotor. Lässiges Nebenprodukt: Eine infernalische Soundorgie, die einfach anmacht.

Weitere Feinschmecker-Zutaten: Einzelradaufhängung, ZF-Fünfganggetriebe und Girling-Scheibenbremsen rundum. So gerüstet und mit einem erstaunlich geschmeidigen Fahrwerk ausgestattet macht das fahraktive Traum-Coupé aus der zweiten Serie auf kurvigen Landstraßen und auf schnellen Autobahnetappen gleichermaßen eine bella figura – auch dank der fantastischen Fahrleistungen.

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Schöner Wohnen: An Bord des feinen Dino Coupés empfängt den Fahrer eine eindrucksvolle Uhrensammlung. Großzügige Platzverhältnisse machen ihn zu einem erstklassigen Gran Turismo

 

Charakteristisch für den italienischen Groß-Tourenwagen sind die angriffslustige Front mit runden Doppelscheinwerfern, die lange Haube und das schlank auslaufende Fastback-Heck. Sämtliche Zierteile sind aus Edelstahl gefertigt, das Dach wird von filigranen Säulen getragen. Die Heckleuchten stammen vom Supersportler Lamborghini Miura.

Für Sportwagenverhältnisse gibt es Platz satt, üppige Polster und viel Licht. Das Ambiente punktet stilecht mit einer feinen Uhrensammlung aus sieben Rundinstrumenten und wird eingerahmt durch massive Edelholzeinlagen. Weitere Prestigeextras: Dreispeichen-Holzlenkrad, Cromodora-Leichtmetallfelgen und elektrische Fensterheber.

Gemessen an seinen außergewöhnlichen Qualitäten ist der Dino gut vierzig Jahre nach seinem Produktionsende noch immer erstaunlich erschwinglich. Besitzer Fredo kaufte das feuerrote Dino Coupé mit 2,4 Liter-Motor in Spanien zum fairen Kurs. Der Zustand ist patiniert aber nicht verbraucht. Und warum hat der Wagen Ferrari-Schriftzüge? Als Spar-Ferrari für die normale Brieftasche versuchten viele Dino-Eigentümer, ihrem grandiosen Gebrauchtwagen mittels Cavallo Rampante statt des Fiat-Lorbeerkranzes zu mehr Prestige zu verhelfen.

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Die zweite Serie des Dino Coupés ist unter anderem erkennbar an einem veränderten Kühlergrill. Dringend benötigte Teile konnte Besitzer Fredo zum fairen Kurs von der Firma Moto & Mare aus Diez beziehen

2 Gedanken zu “Forza Fiat!

  1. Zwei wundervolle Fiats aus schon fast vergessener Zeit. Nur schon die liebevoll verarbeitete Armatur im Fiat Dino lässt das Herz eines jeden Oldtimerfans höher schlagen. Da kann man sich nur glücklich schätzen wenn man so einen Fiat besitzt.

  2. Zwei Dinge zum Artikel: das Coupe basiert auf dem Tipo, nicht dem Bravo.
    Der Motor muss nur bei den 5-Zylinder-Modellen raus zum Zahnriemenwechsel, und auch da haben Schrauber mittlerweile den Trick raus, den Motor nur absenken zu müssen, was deutlich günstiger ist. Die Vierzylinder sind da aber anspruchsloser und das Auto macht auch schon mit dem 1.8l Spaß.

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