Get Your Kicks on Route 66

65 Millionen Einträge bei Google: Die Route 66 ist die bekannteste Straße der Welt

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Route 66. Die „Mother Road“. Jeder kennt sie, um sie ranken sich zahllose Legenden. Eine der besonders interessanten Attraktionen auf dieser Straße ist der „Hackberry General Store“

Sie ist ein Phänomen: Offiziell existiert sie gar nicht, aber jeder will auf ihr fahren. Wer sie ohne Karten sucht, findet nur noch Fragmente, trotzdem ist sie mit weitem Abstand – noch vor der ebenfalls sehr beliebten Route 1 entlang der kalifornischen Küste – die bekannteste Straße der USA, wahrscheinlich sogar der Welt: die Route 66. 65 Millionen Einträge finden sich bei Google unter ihrem Stichwort. Für einen echten USA-Fan gehört eine Reise von Chicago nach L.A. auf den Spuren der alten Route 66 zum Pflichtprogramm. Man sollte es einmal im Leben gemacht haben, am besten direkt nach dem Pflanzen eines Baumes …

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John Pritchards Frau Kerry meint, dass ihr Mann den Laden nur gekauft hat, um seine umfangreiche Sammlung zeigen zu können…

 

Die „Main Street of America“, auch bekannt als „Will Rogers Highway“, wurde am 26. November 1926 offiziell als „US Highway 66“ in Betrieb genommen. Sie führte über 2.448 Meilen (ca. 3.940 Kilometer) von Chicago bis nach Santa Monica an der kalifornischen Küste und war eine der ersten durchgehenden Ost-West-Verbindungen. Es sollte aber noch mehr als zehn Jahre – bis 1938 – dauern, ehe die Route 66 auch durchgehend asphaltiert war. Trotzdem erreichte der legendäre Rennfahrer „Cannonball“ Baker bereits 1933 auf seiner 53-stündigen Rekordfahrt „coast to coast“ von New York nach L.A., die größtenteils über die Route 66 führte, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 100 km/h.

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…und die ist wirklich umfangreich. Von der Straße sieht man nur einen Teil…

Die neuen „Interstate“-Autobahnen, die ab 1956 unter Präsident „Ike“ Eisenhower entstanden, läuteten das Ende vieler alter Highways ein, auch das der 66. Immer mehr wurde sie durch die neuen, vierspurigen Interstates ersetzt. Die Folge war der Niedergang, oft sogar die Aufgabe zahlreicher Orte, die jetzt umgangen wurden – genau wie unendlich viele Unternehmen, die sich an der alten 66 angesiedelt hatten. So wie das (natürlich fiktive) „Bates Motel“, das im Film „Psycho“ abseits vom „Main Highway“ liegt und deshalb so gut wie keine Gäste mehr beherbergt. 1985 war der „US Highway 66“ vollständig von den offiziellen Landkarten verschwunden. Nur zwei Jahre später wurde die erste „Route 66 Association“ gegründet. Die treibenden Kräfte waren Angel und Juan Delgadillo aus Seligman, Arizona. Ihr Ziel war es, Touristen auf die alte Route 66 zu locken, um den sterbenden Städten wieder Einnahmen zu verschaffen. Schnell folgten ähnliche Vereine in anderen Bundesstaaten. Seit 2005 sind Teilstücke der Route 66 unter der Bezeichnung „Historic Route 66“ als „National Scenic Byway“, also als Touristenroute, ausgewiesen. Heute kann man auf einer Nostalgietour von Chicago nach L.A. rund 85 Prozent der alten Strecke fahren und sich dabei von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit bewegen. Eine der interessantesten ist der „Hackberry General Store“.

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