Im Zeichen des Oktagons – 50 Jahre MG

Einer der beliebtesten Sportwagen der Vergangenheit wird 50 Jahre alt: TRÄUME WAGEN brachte zur Feier des Jahres drei Vertreter der MGB-Reihe im künftigen Meilenwerk Hamburg zusammen

Es dauert keine zwei Minuten, da stehen wir zusammen und quatschen über unsere Kisten – obwohl wir uns nicht kennen, denn beim Treffen hat das Meilenwerk tatkräftig mitgeholfen. Aber alte Autos wirken oft wie junge Hunde: Die Besitzer kommen sofort ins Gespräch, besonders wenn das MG-Achteck im Spiel ist: Eric Plant, Hartmut Henne und ich.

Plant gehört der möglicherweise schnellste MGB im Norden: Sein GT hat muntere 190 PS unter der Haube. Henne ist einer der überzeugendsten MG-Fans der Region: Er besitzt gleich mehrere MG, lebt die Marke im Internet (www.touren-fuer-geniesser.de, www.british-cars.de) und organisiert Stammtische. Und ich liebe es einfach nur, einen wunderschönen kleinen englischen Roadster zu fahren – weit weg von Windschott, Servohilfen und Elektronik.

Flinker Rechtslenker: Das getunte Coupé sieht aus wie frisch vom Händler – dabei gab es den Wagen so nie

Der Vierliter-V8 mit 190 PS war ursprünglich für Rover-Modelle gedacht, passt aber auch in den MGB GT

Die klassischen Räder stehen dem MGB GT von 1973 ausgesprochen gut

So etwas braucht auch der GT von Plant (48) nicht. Der Geschäftsführer von IVI Maklerkontor mag es trotzdem gerne stark. Sein MGB-Coupé von 1973 hat einen Rover-V8 unter der Haube. Allerdings keinen 3.5-Liter, wie er von MG in ein paar Exemplare serienmäßig eingebaut wurde, sondern einen 3.9-Liter-Block mit Holley-Vergasern. Für diese Kombination hatte sich bereits der Vorbesitzer entschieden. Der wollte unbedingt, dass sein MG schneller ist als der damalige Platzhirsch VW Golf VR6. Das bedeutet: 190 PS im alten Briten “und ein Spitzentempo von 238 km/h, per GPS gemessen,” wie Plant versichert. Dafür sind auch größere Bremsen verbaut.

Das Rechtslenker-Coupé sieht aus wie frisch restauriert. Tatsächlich wurde es bereits 1994 schon einmal für rund 100.000 Mark überarbeitet, Plant selber hat vor kurzem noch einmal Hand angelegt. Er besitzt ihn seit rund vier Jahren und hat ihn nicht nur teilweise restauriert (“alleine für das Armaturenbrett habe ich 15 Stunden gebraucht”), sondern das große Britax-Sonnendach gegen ein Webasto Tudor Riviera ausgetauscht. Schließlich fährt er den Wagen, sooft er kann.

Eric Plant chauffiert einen der wohl schnellsten und stärksten MGB des Nordens

Dezenter Potenz-Hinweis: Leyland ließ keinen Zweifel an der
Zylinderanzahl

Filigrane Technik: Zwei dieser beeindruckenden Federn halten die Heckklappe in geöffnetem Zustand fest

Interieur ohne Schnickschnack: Aufwändig durchrestauriert bis zur
letzten Schraube

Und wieso MG? “Da gibt es viele Gründe,” holt Plant aus, “erstens ist die Karosserie wunderschön. Zweitens hat der Wagen eine klasse Straßenlage bei hohem Tempo, er ist ausgesprochen zuverlässig und die Unterhaltskosten sind günstig. Schließlich bekommt man einfach und problemlos Ersatzteile.”

Plant-MGB GT V8, Baujahr 1973
Motor: V8
Hubraum: 3.946 ccm
Leistung: 190 PS
Getriebe: Rover-Fünfgang-Handschalter
Länge/Breite/Höhe: 3.931/1.524/1.238 mm
Radstand: 2.311 mm
Gewicht: 1.073 kg
Top-Speed: 238 km/h
Stückzahl MGB GT V8: 2.591

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