Kraft aus der Hölle

Muscle Cars waren nie wirkliche Sportwagen. Sie wurden und werden gebaut, um ihren Besitzern einfach nur eine sündige und  unverhältnismäßige Portion Kraft unter den Hintern zu geben. Damals wie heute: Wir definieren die Begriffe „sündig“ und „unverhältnismäßig“ am Beispiel eines klassischen Dodge Challenger R/T SE und eines aktuellen Challenger SRT Hellcat

Macht ihn wie damals. Aber macht ihn auch heute so geil, dass er den fettesten Camaro und den wildesten Mustang stehen lässt…“ So ähnlich muss es wohl im Lastenheft der „Street and Racing Technologies Division“ (SRT) von Dodge gestanden haben, als sie mit dem neuen Challenger beauftragt wurden. Einer der leitenden Ingenieure in den Staaten muss wohl seine Seele verkauft haben, jedenfalls ist das Ergebnis nicht von dieser Welt. Aber himmlisch ist der Dodge Challenger Hellcat auch nicht.
Mit wie viel Retro darf so ein Auto kommen? Oder definieren wir gerade einen neuen Stil aus zeitlosem Geschmack und technischem Fortschritt? Das rote Auto scheint leicht zu glühen, als es in Hamburg an der Hafenkante steht und da-rauf wartet, bewegt zu werden. „Hellcat“ – ein guter Name.

Long nose, short deck. Immer noch geil

Heute mal keine Kalauer über Wildpferde, Wölfe im Schafspelz oder britische, zum Sprung bereite Raubtiere. Einfach nur „Höllenkatze“. Punkt. Nicht chinesisch kopiert, sondern amerikanisch interpretiert. Kaum ein aktuelles Mus-cle Car ehrt seine Vorfahren so gelungen wie dieser Po-wer- Chally und würzt sie dabei mit allem, was heute technisch-mechanisch möglich – nein, sorry, eigentlich unvorstellbar ist.
Haube auf: ein 6,2-Liter-Hemi-V8. Gar nicht so ungewöhnlich, hinge da nicht ein Kompressor dran, der den Brennräumen pro Minute 30.000 Liter Luft zuschaufeln kann. Die Benzinleitungen haben einen Durchmesser von 1,3 Zentimetern. Und dann diese 717 PS. Haube schnell wieder zu, das ist mir unheimlich, das macht ein bisschen Angst.

Klassisch, sportlich, wertig. Super Sache

Immerhin so etwas wie Seitenhalt, die Sitze sind gut

Innen ist es schon etwas vertrauter, ein schmissiges Cockpit mit zwei Rundinstrumenten in Wagenfarbe, ein Infotainment-Bildschirm (den wir heute gar nicht brauchen) und statt einer dicken Mittelkonsole eine kleine Wanne mit ein paar Knöpfen und dem Wahlhebel der Automatik. Die Sitze sind straff und bequem, die Gurte so höllenrot wie das Auto und die Instrumente. Luzifer guckt um die Ecke und mahnt, sie anzulegen. Ja doch, gleich. Wir treffen uns erst mal mit dem Urahnen dieses Dings. Der ist nicht rot sondern blau, genau 45 Jahre älter und gullert soeben aufs Gelände.

TECHNISCHE DATEN

Dodge Challenger
SRT Hellcat
Baujahr: 2015
Motor: V8
Hubraum: 6.166 cm3 (376 cui)
Leistung: 527 kW (717 PS) bei 6.000/min
Max. Drehmoment: 881 Nm bei 4.000/min
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Hinterräder
Länge/Breite/Höhe: 5.028/1.923/1.450 mm
Leergewicht: 1.887 kg
Beschleunigung 0-100 km/h: 4 s
Top-Speed: 330 km/h
AEC Listenpreis: ab 99.900 €
www.aeceurope.com

Das Display bietet über 100 Einstellungen. Heute mal nicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code