Lotus Omega und Lancia Thema 8.32

Gipfeltreffen

Wenn sich Lotus und Ferrari dazu entschließen, zwei Wölfen im Schafspelz ihr Herz zu schenken, gibt es fundamental verschiedene Ergebnisse. Spannender geht es allerdings jeweils kaum

Zuerst ist nur ein Traum. Er handelt von zwei Fahrzeugen, die für die fahrdynamischen Youngtimerlimousinen der frühen neunziger Jahre stehen. Und nein, damit meinen wir ausnahmsweise keinen BMW M5 E34 oder Mercedes-Benz 500E W124. Es ist ein kleines, aber feines Gedankenspiel über das Schöne, Extreme, Kostbare sowie die wunderbare Idee, was möglich ist, wenn Könner ihres Fachs nicht den Geschmack der Masse treffen müssen.

Insel der Glückseligen

Ein herrlich unvernünftiger Herbsttag irgendwo in Süddeutschland. Uns erwartet eine Ausfahrt mit zwei automobilen Extremisten der Sonderklasse. Am Steuer der radikalen Raritäten die beiden Besitzerinnen: Nicole und Christa. Lack und Leder. Im Lotus Omega und Lancia Thema 8.32. Und bei beiden geht es schwer nach vorn.

Wir sind hier, um die Extraportion Power live zu spüren. Das Manifest der Unvernunft auf der Insel der Glückseligen: Wir wünschen uns freie Fahrt, denn die Temperaturhaushalte der beiden mit Technik randvoll gestopften Boliden sind diffizil. Wir plädieren für die größtmögliche Menge kühlende Luft, natürlich frontal von vorn – zum Wohle der Technik. Wir erhoffen uns, dass große Mengen hochoktaniges Superbenzin in maximalen Vortrieb umgesetzt werden können. Und wir wünschen uns nichts sehnlicher als freie Fahrt, um pure Autobaukunst auf verwundenen Landstraßen erleben zu können. Ganz nebenbei erfahren wir an diesem Tag, wie man aus Zufall zu einer ultra-exotischen High-Performance-Reiselimousine kommen kann.

Mega Omega

Opelhändlerin Nicole hat den Lotus Omega 1994 in Zahlung genommen und wusste sehr schnell, dass sie ihn bestimmt nicht unter Wert weiterverkaufen würde. Außerdem hätte man ja theoretisch das manuelle ZF-Sechsgang-Getriebe notfalls mal in die eigene Corvette C4 hängen können. So weit die graue Theorie. Am Ende ging die Ami-Flunder und der Lotus Omega blieb. Selbst ernannte Autoexperten fragen Nicole manchmal allen Ernstes an der Tankstelle, ob ihr Auto ein echter Opel Omega 3000 sei. Die Besitzerin verneint dann wahrheitsgemäß mit leicht betretender Miene. Tatsächlich hat sie recht: Genau genommen fährt sie nicht einmal einen Opel, die Fahrgestellnummer beginnt mit SCC und der auf dem Typenschild eingetragene Hersteller ist die Lotus Cars Limited.

Ein Blick unter die Haube erübrigt alle Nachfragen: Das biturbogeladene Herz beflügelt den Omega und macht den Opel zum Lotus

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