No angry Birds

56er Ford Thunderbird

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Fun Fun Fun…

…til her daddy takes the T-Bird away: Was am frühen Ford Thunderbird so viel Spaß macht und warum cruisen (manchmal) besser ist als lernen

Die Geschichte muss erzählt werden: Shirley Johnson-England, die Tochter des amerikanischen Radio-Moguls Howard D. Johnson, lieh sich in den frühen 60ern dessen Ford Thunderbird aus, um zur Bücherei der University of Utah zu fahren und sich in ihre Studien zu vertiefen. Sie traf dort allerdings ein paar Freunde, und schon hatte sie mehr Lust auf Cruising durch Salt Lake City, Hamburger und das Drive-In-Kino als auf stures Pauken. Vati bekam das natürlich mit und nahm Shirley die Schlüssel des Autos kurzerhand wieder weg. Als sich die Teenager-Lady am kommenden Tag im Sender vor der versammelten Mannschaft darüber aufregte, waren gerade Brian Wilson und Mike Love von den Beach Boys vor Ort – und schrieben einen umstrittenen, aber höchst erfolgreichen Song darüber…

Well she got her daddy‘s car, and she cruised throught the hamburger stand now, Seems she forget all about the library like she told her old man now,
And with the radio blasting goes
cruising just as fast as she can now,
And she‘ll have fun fun fun til her
daddy takes the T-bird away

Well the girls can`t stand her ‚cause she walks looks and drives like an ace now,
She makes the Indy 500 look like a Roman Chariot race now,
A lotta of guys try to catch her but she leads them on a wild goose chase now,
And she‘ll have fun fun fun til her daddy takes the T-bird away

Well you knew all along that your dad was getting wise to you now,
And since he took your set of keys you‘ve been thinking that your fun is all through now,
But you can come along with me ‚cause we gotta a lot of things to do now,
And we‘ll have fun fun fun now that daddy took the t-bird away,
And we‘ll have fun fun fun now that daddy took the t-bird away

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Grund genug, sich einmal einen T-Bird auszuleihen. Zwar nicht von Daddy, aber von Jens Borgmann, Chef von Route 66, und optisch würde er auch als Daddy herhalten können. Der Hamburger betreibt allerdings keinen Radiosender, sondern eine Werkstatt mit Restaurationsbetrieb. Er ist spezialisiert auf amerikanische Klassiker, die er selbst importiert. Wie den 1956er Thunderbird, der vermutlich ein bisschen älter ist als der Protagonist im Beach Boys Song von 1964.

Herrlich: Es ist das ikonische Erstserienmodell, damals als reiner Zweisitzer konzipiert. Zwischen 1955 und 1957 verkaufte Ford in den USA immerhin rund 55.000 Stück des kleinen, kräftigen Sportwagens, der allein schon aufgrund seines Hardtops mit dem ovalen Fenster an der Seite heute Kultstatus genießt. Diese Version hier ist aber offen, und das ist gut, denn Hamburgs Sonne brennt von einem blau-grauen Himmel. Vielleicht fahren wir statt zur Bücherei tatsächlich erst einmal zum Hamburger-Stand? Der ist gar nicht weit, und Radio-Blasting geht super mit dem Thunderbird UKW-Radio, Kassettendeck und CD-Wechsler im Kofferraum. Schlüssel drehen, Motor zum Leben erwecken, „Daddy“ Borgmann noch kurz winken – und ab.
Aber richtig ab. Der Thunderbird ist ursprünglich ein von den Ureinwohnern im Südwesten der USA verehrter Göttervogel, der mit seinen mächtigen Schwingen für Wind und Donner und somit für Wasser und Leben in der Wüste sorgt. Wasser und Leben sind im Großstadtdschungel ausreichend vorhanden, aber Wind im Gesicht und Donner aus den Tuben hinten raus fallen angenehm auf zwischen all den glatt gelutschten Audi A6 und 3er BMW.

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Die Hutze ist nötig, der V8 braucht eine Menge Luft zum Atmen, wenn der Donnervogel abhebt

 

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