Reihe sechs für Null Null Sieben


David Brown fand die Entwürfe vergleichsweise unelegant und ließ unter der Hand auch William Towns ans Zeichenbrett. Towns arbeitete bei Aston Martin eigentlich an der Gestaltung von Sitzen. Dass er mehr konnte, zeigte er bei seinem ersten Wurf, einem viertürigen Coupé. Dieses im nächsten Schritt auf zwei Türen zu reduzieren erschien ihm einfacher, als ein zweitüriges Coupé im Falle einer Limousinenvariante zu verlängern. Clever.

Der kraftvolle und eigenständige Entwurf überzeugte das Management sofort. Die flach abfallende Dachlinie mit der Abrisskante am Heck ähnelte ein wenig dem ersten Mustang Fastback, aber insgesamt wirkte der Wagen sehr italienisch, muskulös und elegant. Besonderes Merkmal waren die in den Grill eingelassenen Doppelscheinwerfer. Sitzdesigner Towns erschuf mit dem DBS die Grundlage für das Aussehen der kommenden Modelle für die nächsten 20 Jahre – genug für die Pläne, die Welt (und mehr) zu erobern.
Auch unter dem Kleid ging eine Menge gute Technik an den Start. Das alte Fahrwerk des DB6 wurde überarbeitet und so dimensioniert, dass es auch die Achtzylinder tragen konnte. Am Heck hing eine De-Dion-Achse mit Wattgestänge und Längslenkern, am Vorderwagen saßen Dreiecksquerlenker mit Schraubenfedern und Kurvenstabilisatoren.

Feinstes Leder und straffer Teppich – alles neu. Riecht auch so

Zwei Jahre nach Verkaufsstart hatten die Techniker den Acht-zylinder gebändigt und präsentierten 1969 auf der London Motor Show das Auto, welches sie eigentlich schon früher hätten zeigen wollen. Der von Tadek Marek entwickelte 5,3-Liter-V8 aus Leichtmetall basierte auf seinem ausgereiften Sechszylinder, vor allem die Bohrung hatte man übernommen, um auf die gleichen Kolben zurückgreifen zu können. Der neue V8 war ein heißes Eisen – er drückte den Gran Turismo auf über 240 km/h und ließ ihn endlich nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Fahrleistungen in der Liga der Italiener mitspielen. Einzig der Verbrauch schmälerte die Euphorie ein wenig. Auch wenn die erste Ölkrise noch nicht in Sicht war – das Fachblatt „auto motor und sport“ attestierte dem DBS V8 im Jahr 1970 einen Durchschnittsverbrauch von stattlichen 28 Litern. Sollte also jemals der ADAC zu einem V8 gerufen werden, könnte der Gelbe Engel gleich  einen Kanister Super mitbringen.

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