Sommer in der 
Grünen Hölle

Freizeitgestaltung auf dem Nürburgring

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Jeder entspannt auf seine Art – Dr. Stefan Sommer, der Chef des weltweit 
drittgrößten Autozulieferers ZF Friedrichshafen, tut es am liebsten auf 
der Rennstrecke: Mit seinem Youngtimer-Porsche nutzt er angeleitete 
Sportwagentrainings. Die Krönung sind Track Days auf der Nordschleife 
des Nürburgringes. TRÄUME WAGEN begleitete ihn dabei

Normalerweise kennt Dr. Stefan Sommer keine feuchten Hände. Seinen Ausdauersport macht der Top-Manager mit links, seinen Job mit Ruhe und Geschick. Obwohl es nicht immer einfach ist, den drittgrößten deutschen Automobilzulieferer und die führende Firma in Sachen Getriebe mit mehr als 70.000 Beschäftigten in diesen Zeiten auf Kurs zu halten: Sommer ist Chef von ZF Friedrichshafen.

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Aber im Hatzenbach-Geschlängel, bei der Dreifach-Rechts nach dem Streckenabschnitt Kallenhardt und im Verlauf der Hohen Acht fängt der Ingenieur an zu schwitzen. „Das sind Kurven, bei denen ich selbst nach der zehnten Durchfahrt nicht genau die Ideallinie treffe,“ gibt er zu, „da geht regelmäßig der Puls hoch. Aber hinterher bin ich richtig entspannt…“

Sommer nutzt gerne das Angebot, unter professioneller Anleitung sein Auto schnell und sicher – Helm ist Pflicht – über die Rennstrecken der Republik zu peitschen. Zum Beispiel mit der Zeitschrift „sport auto“, die seit Jahren auf der Nordschleife ihr „Perfektionstraining“ anbietet. Dabei werden kleine Gruppen gebildet, die Runde um Runde schneller erfahrenen Instruktoren folgen, die währenddessen über Funk die Tücken des Ringes erklären. Die jeweils zweite Hälfte der beiden Tage darf frei gefahren werden. Diese Art der Entspannung durch Adrenalin ist übrigens eine echte Männerdomäne – diesmal mischen sich nur zwei Frauen in das Feld von rund 100 Teilnehmern.

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Und mehr als 70 Prozent aller Autos sind Porsche. Auch Sommer pflügt mit einem der Zuffenhausener Sportler durch die „Grüne Hölle“, wie Jackie Stewart den Ring einst nannte. Sein weißer Renner ist ein 993 der ersten Serie, gebaut für den Carrera-Cup 1994. In der ersten Saison saß Profi Manuel Reuter am Steuer. Vor einigen Jahren kaufte Sommer das Rennauto, das von 2002 bis 2004 restauriert wurde, um wieder in den Zustand von 1995 versetzt zu werden. Das heißt: ein voll revidierter 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer mit 315 PS im Heck, ein nicht einstellbares Cup-Fahrwerk unter der Karosserie. Dazu Recaro-Rennsitze mit Mehrpunktgurten, Käfig, großer Heckflügel, abnehmbares Lenkrad und ein Stack-Drehzahlmesser als wichtigstes Instrument genau im Blickfeld.

„Mit dem Auto erfahre ich die Topologie der Nordschleife ganz neu,“ sagt Sommer. Kein Wunder, denn das harte Fahrwerk – eigentlich für eine normale Rundstrecke konzipiert – gibt jede Fahrbahnunebenheit ungefiltert an den Piloten weiter. So wird zum Beispiel vor den Hatzenbach-Kurven deutlich, wie viele und heftige Bodenwellen schnelle Autos unruhig machen.

Gut, dass es an diesem Wochenende trocken ist: „Bei Nässe würde ich nicht fahren. Mit den Semislicks und dem knallharten Fahrwerk hätte ich keine Chance…“ Wäre auch schade um das schöne Auto: Sommer treibt hier immerhin rund 130.000 Euro sportlich um die Kurven.

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