Spaß hoch 4

Oldtimer vs. Youngtimer

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Wer hat die Nase vorn? Beide

Gibt es ein Auto, das im Sommer wie im Winter und bei jedem Wetter eine Extraportion Fahrspaß garantiert? Vielleicht nur einen: den Audi Urquattro

Es kann nur einen geben: Der Quattro ist nicht nur ein verkaufsförderndes Antriebskonzept, sondern in erster Linie ein Auto, das einem die Sinne rauben kann. Die Rede ist von d e m Quattro – das eckige Coupé ist bereits optisch ein massives Statement, gibt sich laut, breit und stark. Mit vier Sitzplätzen läutet es 1980 bei dem bis dato eher konservativen Hersteller Audi eine sportliche Zeitenwende ein, und es darf radikal, exklusiv und für ein Produkt aus Ingolstadt ungewohnt kostspielig sein.

Dank des permanenten Vierradantriebes gibt es serienmäßige Traktion bis zum Abwinken und on top einen charismatischen Fünfzylindermotor mit ordentlich Turbo-Steroiden. Das Triebwerk sitzt heiß fauchend längs eingebaut vor der Vorderachse, und schiebt ab rund 3.000 Umdrehungen mit einer brachialen Vehemenz nach vorn.

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Ingenieur Stefan Höhne und
sein silberner Urquattro

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Karosseriebauer Kai Waldt
und sein roter Urquattro

Diese Fahrmaschine liebt Schotter, Schnee und Asphalt, nur Stillstand mag sie nicht. Seine wahren Fans haben das zivilisierte Rallyeauto schon vor Jahren entdeckt, als das Label quattro noch nicht per se als schick galt. Und gerade die Jünger der ersten Stunde erhalten ihre „Uris“ heute mit viel Enthusiasmus und der gebotenen Leidensfähigkeit.

Stefan Höhne und Kai Waldt besitzen Ihre Traumautos seit mehr als zehn Jahren. Der 1985er Frankreich-Reimport mit Pariser Vergangenheit schimmert in zeitgeistig-seriösem Zermattsilber. Bis auf die Beseitigung von unvermeidbaren Anfahrschäden an den Stoßfängern musste Ingenieur Höhne zum Glück keine größeren Restaurierungsarbeiten durchführen. Originalität ist Trumpf: Der Bordcomputer spricht akzentfreies Französisch und die Nebelscheinwerfergläser sind ganz im Stile der Grande Nation gelb eingefärbt.

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Kante ist Trumpf: Die Form scheint mit der Axt gezeichnet.

Karosseriebauer Waldt setzt sogar schon seit mehr als 25 Jahre auf seine persönliche Fahrerlebnismaschine Urquattro. Sein Hingucker aus dem Baujahr 1988 glänzt heute wieder wie frisch aus dem Showroom. Das war nicht immer so: Vor rund zehn Jahren kaufte er die tornadorote Sportskanone mit einem deftigen Frontschaden nach mehr als acht Jahren Standzeit für einen dreistelligen Betrag blind aus einer Garage heraus. Mit viel Liebe zum Detail meisterte der Mann vom Fach die Mammutinstandsetzung in Eigenleistung und ließ so den Sportler wie Phoenix aus der Asche wiederauferstehen. Edle mehrteilige BBS-Alufelgen mit glanzpolierten Betten sind heute das zeitgenössische i-Tüfelchen an der wohl eckigsten aller Motorsportlegenden.

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