Golden California Style: 1968er Porsche 912 von Kevin Lynch

Kevin Lynch besitzt drei Traum-Porsche, darunter einen 912er von 1968. Die schönen Erinnerungen mit dem Wagen geben ihm Kraft nach einem schweren Schicksalsschlag. Wir haben ihn in Newport Beach, Kalifornien, besucht

Er nennt ihn liebevoll „Bahammer“. Anlehnend an die original Lackfarbe „Bahama Yellow“.  Das Goldstück ist sein Lieblingswagen. Vor acht Jahren hat Kevin Lynch (55) den Porsche 912er aus dem Jahre 1968 gefunden. Da war er in einem katastrophalen Zustand. In mühevoller Kleinarbeit hat er ihn restaurieren und aufbauen lassen. Der Motor wurde etwas aufgerüstet, von den ursprünglichen 93 PS auf 136 PS. „Der Wagen ist für mich mein Alltagsauto, da möchte ich etwas mehr Power haben“, erklärt der Unternehmer, „Ich bin geschäftlich viel unterwegs. Wenn ich daheim bin, möchte ich dann mein Auto auch jeden Tag nutzen können und Spaß haben.“

Auf der Heckscheibe sind Plaketten von ‚Benton hand craftet built‘  und ‚Wolfpack 901‘ aufgebracht, einer Stiftung die er gemeinsam mit seiner Frau Katie (53) vor Jahren gegründet hat. Mit ihr setzen sie sich für junge Menschen ein und helfen ihnen, einen Ausbildungsplatz zu finden. „Wir bitten Firmen, junge Leute für ein paar Monate einzustellen. Sie bekommen für diese erste Zeit das Gehalt von der Stiftung. So haben die Firmen kein Risiko und wenn sich jungen Frauen und Männer gut machen und eingearbeitet sind, haben sie eher die Chance auf einen Ausbildungsplatz“, erklärt Kevin, „Es ist so wichtig, jedem einen guten Start zu ermöglichen.“ Das Geld für die Stiftung kommt von Spenden und von Einnahmen durch die Teilnahme an Oldtimer-Treffen zusammen.

Neben seinem ‚Bahammer‘ besitzt Kevin noch einen 365er Beehive Sunroof Coupé von 1956 und eine Porsche RS America von 1993, Nr. 179 von den 701 produzierten Wagen. Auch die waren nicht in dem erstklassigen Zustand, in dem sie jetzt sind. „Ich mag es, Autos wieder zum Leben zu erwecken, an ihnen zu arbeiten und wieder schön zu machen. Das macht mir mehr Spaß als einfach einen perfekten Wagen zu kaufen“, so der Unternehmer.

Dieser Ehrgeiz ist auch Teil seines beruflichen Erfolgs. Der gebürtige Kalifornier ist als Unternehmensberater tätig. „Ich mag an diesem Beruf die Mischung aus Vielseitigkeit, Disziplin und Kreativität. Es wird nie langweilig und es ist wunderschön, wenn man dann irgendwann den Erfolg sehen kann.“

Kevin fährt mit seinen Autos zum Supermarkt oder cruist damit durch seinen Wohnort Newport Beach, südlich von Los Angeles, oder an den Wochenenden zu Oldtimer-Treffen wie Malibu Cars and Coffee. ‚Bahammer‘ ist mittlerweile in der Porsche-Community weit bekannt. „Die Leute kennen den Wagen besser als mich. Es ist ein Kompliment und abgesehen von der Freude, ihn zu fahren, sind es die schönen Erinnerungen und Erlebnisse, die man mit dem Wagen verbindet und die für immer bleiben.“ Zu diesen Erinnerungen gehören auch die Fahrten mit seinem Sohn Patrick, der vor wenigen Wochen nach langer Krankheit starb. „Von meinen drei Kindern (Jack, 23, Patrick, 20, Katherine, 17) war Patrick derjenige, der sich genauso für Autos begeisterte wie ich.“ Zur Erinnerung an ihn hat Kevin die Aufschrift ‚Never forget Patrick Aidan Lynch‘ auf der Heckscheibe vom ‚Bahammer‘ aufbringen lassen. „Meine Familie und ich gehen gerade durch eine so schwere Zeit. Dieses Shooting hier tut so gut. Es ist alles so schwer, aber Patrick hätte gewollt, dass ich weitermache.“

Text und Fotos: Daniela Grunwald

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