Abarth – und der Vogel fliegt

Werner Vogel ist nicht irgendjemand. Vogel war zwischen 1982 und 94 vierfacher Weltmeister, achtfacher Deutscher Meister und vierfacher Europameister im Luftkissen-Rennsport in der Formel 2-Klasse. Seit 1972 fährt der ehemalige Autohändler Auto-Rennen, erfolgreich natürlich – und in den letzten Jahren mit Begeisterung auf alten Fiat Abarth.

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Die Rennkühler in der originalgetreu nachgebauten Frontmaske geben dem 1000 TC sein typisches Gesicht. Schnellverschlüsse an den Hauben sind obligat.

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Werner Vogel posiert zurecht stolz und fröhlich neben seinem „römischen“ Renn-Brötchen mit dem Skorpion als Absender.

Südlich von Augsburg in Großaitingen residiert Walter Vogel, der nicht nur im speziellen Kreis der Luftkissen-Racer einen klingenden Namen hat. Als Privatfahrer nimmt Vogel seit 1972 regelmäßig an Autorennen teil. Er begann mit der Marke, die ihn auch heute vornehmlich fasziniert: Fiat. Damals schon der 600 oder der 850 Spezial und das Coupé. BMW 02er und diverse Steinmetz Opel Kadett und Commodore folgten. Dann wurde er Honda und Mazda Werksfahrer in der Tourenwagen-Europameisterschaft. Auf dem RX7 fuhr er seine schnellen Runden, gerne auch im Langstreckenpokal auf der Nürburgring Nordschleife. Es folgte die Luftkissen-Rennerei mit den erwähnten zig Titeln.

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Im richtigen Leben war Werner Vogel von 1984 bis 2000 Händler und Werkstatt-Meister einer – na? – Mazda/Daihatsu-Vertretung, die er vor 10 Jahren verkaufte, um sich voll und ganz seinem Hobby – dem Classic-Rennsport als Fahrer und Fahrzeug-Bauer zu widmen. Für Vogel selbst sind es die Coppa Mille in Italien und diverse Bergrennen, für die er seine  derzeitigen beiden Fiat-Abarth-Renngeräte vorbereitet hat. Natürlich erfolgreich. Sieger der Coppa in 2005 und Zweiter 2006, noch auf Autobianchi A112 Abarth. Der bei Ford und Fiat in den „guten alten Zeiten“ in die Lehre gegangene und durch seine enge Verbindung mit Rennen, Reparaturen und Restaurationen von alten Rennern hoch erfahrene Mann, bietet heute Aufbau und Service speziell von A112 und Fiat Abarth 1000 TC an.

Mehr zu seinem aktuellen, abarthigen Wettbewerbsfahrzeug erfahren Sie in dem nebenstehenden Faktenkasten.

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Knackige 4-Gang-H-Schaltung mit offener Schaltkulisse. Der Tacho reicht bis 220 km/h, doch der Abarth rennt auch zornige 180 km/h.

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Werner Vogel prüft den Luftdruck, ein Standard-Ritual bei Rennfahrzeugen. Das Cockpit ist einladend aufgebaut und der Blick von unten zeigt feinste Renntechnik.

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FAKTEN

Fiat Abarth 1000 TC Neuaufbau 2009
Baujahr: 1959/64, Fiat 600 Grundmodell Bj. 1959 auf 1964er Abarth TC 1000 aufwändig umgebaut
Gewicht: 560 kg, Länge: 3.450 mm, Höhe: 1.290 mm, Breite: 1.480 mm
MOTOR:
Basis: A112 Abarth Benziner, 4-Zyl.-Reihe 8V mit unten liegender Nockenwelle
Hubraum: 1.036 ccm, Leistung: 92 PS / 7.500 1/min., 92 Nm / 7.000 1/min.
Max. Drehzahl: 9.000 1/min.
Motorblock: Grauguß
Kopf: Alu, Kontaktlose Zündung 44er Weber-Doppel-Vergaser, K&N-Rennluftfilter, Wasserkühler vorn, Motor hinten. Sämtliche Motor-Innereien erleichtert und optimiert, Edelstahlauspuffanlage Abarth-Replik
FAHRWERK/BREMSEN/BEREIFUNG:
Aufhängung: Abarth-Schwinge mit Gewindefahrwerk, verstärkte/umgebaute Abarth Dreieckslenker
Felgen: ATS/BBS/Campagnolo Magnesium – vorn 7“, hinten 7“ oder 8“
Reifen: 170/510/13 Racing Bridgestone/Michelin/Avon
Bremsen: Gelochte Scheiben mit 2-Kolben-Sätteln und 2-Kreis-Bremssystem, Stahlflexleitungen, auf Wunsch auch Trommelbremsen, je nach Wettbewerbsanforderung
KAROSSERIE: Stahl, geschlossen, Bj. 1959, Türen und Dach Stahl. Bodenfreiheit je nach Reifendimension 8-10 cm
SPECIALS: Lackierung Acryl Abarth 602 Perlgrau, Schalensitze König, OMP-Überrollkäfig, Frontkasten original nachgebaut mit Kühleraufnahme und Heckspoiler nach Abarth-Vorbild, Kotflügelverbreiterungen vorne und hinten, außen liegende Betankung in Fronthaube, Parallelogramm-Scheibenwischer. Sämtliche Aufbauten nach int. Sportgesetz, alles eingetragen für Classic Oldtimerveranstaltungen, die Straßenzulassung ist in Arbeit. Das Fahrzeug ist laut Walter Vogel besser als neu, unfallfrei und wird ständig optimiert!

E-Mail-Kontakt für ernsthafte Anfragen:

motorsport-vogel@t-online.de

Bilder: Tom Kohues

5 Gedanken zu “Abarth – und der Vogel fliegt

  1. Pingback: Youngtimer und Oldtimer Links im Juli 2012 | Youngtimer Garage

  2. Bitte Kontakt mit Walter Vogel in Großaitingen aufnehmen. Der Mann sollte es am besten wissen. Wobei das echte “tauglich” in straßentauglich höchstens ein “bedingt tauglich” bei optimalen Bedingungen sein dürfte…

  3. Da gibt es in Deutschland bestimmt Probleme mit so einem Abarth Occasion. Würde es gerne in meiner örtlichen Abarth Garage betrachten 🙂 Suche gerade nach preiswerten Abarth Neuwagen.

  4. War gestern bei Werner Vogel,da kann man nur sagen SUPER dieser Vogel,was der baut ist Genial,
    was in dieser Halle entsteht ist ein Traum,alles vom Feinsten,habe schon viel gesehen in der Scene
    aber so ein Schrabertalent ist selten.
    Respekt,

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