Hinterachse einbauen Teil 3

Das kennen wir doch noch, als wir unsere Fahrräder und später die Mopeds zerlegt hatten: Der Einbau des Hinterrades war stets etwas Bedeutendes, denn es handelte sich schließlich um das Antriebsrad.

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So ist der Einbau einer Antriebs-Hinterachse nach Abschluss einer Oldtimer-Komplett-Restauration ebenfalls der erste Schritt zur Wiederbelebung eines Autos. Wurde die Hinterachse erst einmal montiert, dann ist der erste große Schritt zum Zusammenbau des Wagens getan.

Am Beispiel eines Mercedes 300 SEL, 6.3 (Typ W 109 E 63, Baujahr 1968-1972) zeigen wir, wie eine Eingelenk-Pendelachse mit Zugstreben, Luftkammer-Federbälgen (Niveauausgleich), Gummi-Zusatzfedern und Drehstab-Stabilisator eingebaut wird.

Fahrzeug und Achse waren zuvor komplett überholt worden.

Es gilt bei dem Einbau eines derartig komplexen Bauteils im Vorwege zu verstehen, wie die Systeme funktionieren, insbesondere die Luftfederung und die Achskinematik. Außerdem trägt die Achse in ihrer Mitte ein wuchtiges Differenzial. In Summe also auch ein schwergewichtiges Bauteil, dessen Einbau zeitweise die Muskelkraft und das Augenmerk von vier kräftigen Monteuren fordert.

An diesen Job sollte sich nur ein Team von mindestens zwei engagierten Monteuren wagen, die idealerweise die Restauration von Anbeginn, also vom Zerlegen des Fahrzeugs und seiner Aggregate bis zur Instandsetzung begleiten sollten.

Doch der Einbau dieser Hinterachse bleibt kein Buch mit sieben Siegeln. Wir zeigen in diesen Folgen, was zu beachten ist, damit der Einbau gut gelingt.

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33. Von zentraler Wichtigkeit: dieser konisch zulaufende Zylinder schmiegt sich im Idealfall harmonisch in den Gummibalg des Luftfederelements. Viel Vaseline sollte vorher aufgetragen werden, damit sich keine Verkantungen und daraus eventuell Verletzungen des Gummibalges ergeben. Wenn diese Baustelle gut passt, dann kann auf dieser Achsseite…

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34. … die Verschraubung schon gut angezogen werden. Das ultimative Drehmoment bekommen alle Schrauben erst nach passgenauer Komplettmontage!

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35. Das Gewinde der zweiten Schubstrebenaufnahme lässt sich übrigens im Vorfeld gut gangbar machen, wenn mit dem Werkzeug einmal die Verschraubung angesetzt wird, bevor die Strebe aufgesetzt ist.

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36. Das gleiche Prozedere wie auf der anderen Seite, mit Hydraulikheber und viel Vaseline als Gleitmittel. Hier allerdings geschmeidiger, weil sich das Lagergummi nicht sperrt.

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37. Schon ist der Konus im Gummibalg der Luftfederkammer verschwunden. Also erfolgte die Achsmontage bis hierher schon mal sehr passgenau.

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38. Trotzdem noch einmal die Kontrolle: Achshälfte wieder ablassen, und zwar soweit runter, dass der Gummibalg wieder frei liegt. Sichtprüfung des Gummis: alles unversehrt? Nun alle Gleitflächen (Konus & Gummibalg) noch einmal üppig mit Vaseline bestreichen.

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39. Alles sitzt und passt, wie es soll. In der nächsten Folge zeigen wir, wie die Montage der Achsperipherie beginnt.

Bilder: Tobias Kerner

Ein Gedanke zu “Hinterachse einbauen Teil 3

  1. Servus,
    Wow, super gemacht und aufgebaut!
    Allerdings zeigt es mir bei Teil 1und Teil 2 nur die Bilder an, eine schriftliche Beschreibung der
    Arbeitsschritte ist nicht vorhanden.
    Bei Teil 3 werden die Bilder schriftlich kommentiert (Arbeitsgang 45 – 56)

    Gibt es eine PDF Version aller Arbeitsgänge (1-56)?

    Gruß
    Ralf

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