El Diablo am Grenzpunkt Null

Das US-Roadmovie „Fluchtpunkt San Francisco” aus dem Jahre 1971 ist ein Kultfilm für Autofans mit feinem Soundtrack. Ex-Rennfahrer Kowalski prügelt einen weißen 1970er Dodge Challenger in maximal 15 Stunden von Denver nach San Francisco – ein Anti-Helden-Streifen auf vier Rädern, analog zu “Easy Rider” 1969, dem Befreiungsschlag aus der Biker-Welt.

Fluchtpunkt San Francisco hieß in der DDR „Grenzpunkt Null“. Aus der Ex-DDR, Großraum Dresden, stammen auch die Besitzer und Restaurateure des 1973er Dodge Challenger aus diesem Bericht. Den Film haben sie seinerzeit nicht sehen können, dafür sind sie zu jung. Aber die Inspiration, die der wilde Kowalski hinterließ, wirkt bei ihnen und vielen US-Car-Fans bis heute gewaltig nach. So wie der Mustang Fastback und der Dodge Charger aus Bullit in die Annalen der Musclecar-Historie eingegangen sind, so hat sich der Challenger mit Vanishing Point ein absolutes Denkmal gesetzt. Die erste und bis heute in ihrer Bedeutung und Ausstrahlung maßgebliche Serie des Dodge Challenger wurde von 1969 (Modelljahr 1970) bis 1974 gebaut. Heute gibt es eine Vielzahl von Webseiten, die sich mit den populären Challenger Baujahren 1970/71 befassen. Zu den späteren Baujahren bis 1974 findet man jedoch deutlich weniger Informationen. Entworfen vom Designer Carl Cameron, besitzt der erste Challenger eine große Ähnlichkeit mit dem Plymouth Barracuda der dritten Generation.

Er verfügt über einen um 5 cm längeren Radstand und eine modifizierte Karosserie, wobei trotz der Chrysler-Bruderschaft zum Barracuda sämtliche Blechteile eigenständige Maße besitzen. In den beiden Anfangsjahren wurde neben dem Coupé auch ein Cabrio produziert, ansonsten finden sich Veränderungen der optischen Details an Kühlergrill, Stoßstangen (mit Bumper Guards) und der Beleuchtung. Die Motorisierungen wurden dazu ab 1972 gedrosselt, was der damaligen Ölkrise geschuldet war, und den Musclecar Fans natürlich weniger schmeckte. Obwohl gut achtzigtausend Einheiten des neuen Challengers im ersten Produktionsjahr geordert wurden, konnte dieses Ergebnis in den folgenden Jahren nicht mehr ansatzweise erreicht werden. Die Spezies Pony Car (long hood, short deck = lange Haube, kurzes Dach) war nach einer ersten großen Welle zunächst am schwinden. Nach fünf Jahren wurde die Produktion des in seiner Grundform unveränderten Challenger der ersten Baureihe Ende 1974 ersatzlos eingestellt. Insgesamt wurden knapp neunzigtausend Challenger der ersten Generation verkauft. Für das Baujahr 1973 variieren die Verkaufszahlen zwischen Mitte zwanzig- bis gut dreißigtausend Exemplaren. Gemessen an den Produktionszahlen anderer populärer Modelle wie dem US-”Volkswagen” Ford Mustang eine äußerst geringe Anzahl, was sich bei der Suche heutzutage bemerkbar macht. Umso interessanter ist, was Andrea Christine Mayer und Uwe Sickert über ihre Suche und den Aufbau des 73er Challenger „El Diablo“ zu berichten haben.

FAKTEN

„EL DIABLO“

Fahrzeughersteller: DODGE
Modell: CHALLENGER
Baujahr: 1973
Farbe:    original: Bright blue metallic
heute: Schwarz/Candy-Violett
Motor: Komplett überholt
Hubraum 318 cui, 5,2 Liter V8
Kolben: Keith Black/KB Pistons (3.940 in. Bore, 5/64 in., 5/64 in., 3/16 in. Ring)
Stößelstangen: Crower Chromemoly Pushrods,
Kipphebel: Proform Extruded Aluminum Shaft Mount Roller Rocker Arms,
Hydraulik Stößel: Rhoads Original Hydraulic Super Lube Flat Tappet Lifters Edelbrockvergaser, Edelbrock-Ansaugspinne, Edelbrock Billet Aluminum Oil Fill Caps, Aluminiumkühler. Alle Schrauben gold verzinkt
Getriebe: 3-Gang-Automatik, komplett überholt, Fan Clutch, alle Schrauben und Gestänge gold verzinkt
Luftfilter: Edelbrock Elite Triangular
Zündanlage: Mallory Comp S/S 32 Series Distributors
Krümmer:
Fächerkrümmer Hedmann Street Hedder, Keramik beschichtet
Auspuffanlage: Eigenbau MotorVisionen, Nachschalldämpfer Edelstahl

Lackierte/polierte/verchromte Motorteile, Edelbrock Billet Aluminum Oil Fill Cap, Edelbrock Elite Triangular Luftfilter, Aluminiumventildeckel MOPAR PERFORMANCE, Polierter Edelbrockvergaser, March Performance Serpentine Conversion kit , Tuff Stuff Alternator.
Felgen: Chip Foose Challenger
vorn: 8×17 ET0, hinten: 10×18 ET0, 2-teilig, komplett poliert
Reifen: vorn: 235/40-17 Nexen, hinten: 275/35-18 Nexen
Stoßstangen – vorn: neu
hinten: original. Die Stoßstangenhalter wurden gekürzt, damit die Stoßstange näher zum Fahrzeug rückt.

Scheinwerfer, Blinker, Rückleuchten:
Scheinwerfer: umgerüstet auf EU, Klarglas
Blinker: vorn LED unter Stoßstange
Rückleuchten: original

Grill: original

Kontakt:

MotorVisionen
Uwe Sickert
Hamburger Str. 65A
01156 Dresden

www.motor-visionen.de

Bilder: Andrea Christine Mayer, Uwe Sickert

6 Gedanken zu “El Diablo am Grenzpunkt Null

  1. Geschmacksache, Leute. Bei den Street Nats in Hamburg hat genau dieser Wagen den 1. Platz der Kategorie Street Machine belegt… Man muss auch mal nicht-originale Autos würdigen können, oder?

  2. Die comments hören sich nach Neid und nicht nach sachlicher Kritik an, und sowas verdient gar keine Rechtfertigung.
    Schönes Fahrzeug, Glückwunsch.

  3. Martin, Du hast absolut Recht! Ich finde den Wagen sehr gelungen.
    An Christian Böhner, toller, sehr detaillierter Artikel. Danke!
    An alle “Fundi’s”: Toleranz ist eine gute Sache, man sollte locker bleiben. 😀

    Bronx

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