RD Classics in Emmerich am Niederrhein

Auswahl an US-Klassikern ist einzigartig.

Wer sich schon als Jugendlicher im Alter von nicht einmal 16 Jahren ein amerikanisches Auto (Lincoln Mark 5, hellblau) kauft, ist entweder grenzenlos verrückt oder weiß genau, dass sein Leben fortan von US-Cars bestimmt sein wird. Beim gebürtigen Niederländer Remi Ebbers scheint beides der Fall zu sein: „Ich bin von diesen Autos total besessen. Sie begeistern mich durch ihre Form und ihren unverwechselbaren Charakter. Das ist einfach Kult.“ Heute ist der gelernte Möbelpolsterer 47 Jahre alt und mit seinem Sohn Danny (26) Inhaber der Firma RD Classics in Emmerich am Niederrhein. Mit einem Bestand von 250 amerikanischen Fahrzeugen, die RD Classics auf rund 15.000 Quadratmetern eindrucksvoll in einer Art Riesen-Roadhouse präsentiert, ist das Unternehmen hierzulande die Nummer 1 beim Handel mit US-Klassikern. Zumindest gibt es nirgendwo eine vergleichbare Auswahl.

Kontakte in die USA

Viele Jahre war Ebbers als Hersteller von Stilmöbeln erfolgreich und verfügt noch aus dieser Zeit über exzellente Kontakte in die USA. So richtig angefangen hat seine Sammelleidenschaft 1989 mit einem 59er Chrysler Imperial, einem 61er Chrysler Imperial und einem Mercedes SL der 107er Baureihe. Wenig später waren es dann schon 40 Fahrzeuge. Wie er dann auf die nunmehr stattliche Zahl von 250 US-Klassikern gekommen ist, weiß er selbst nicht mehr genau. „Ich musste mich irgendwann entscheiden: Autos oder Möbel.“ Vor drei Jahren wurde dann das Unternehmen RD Classics gegründet, wobei das R im Firmennamen für Remi und das D für Danny steht. Auch die Stadt Emmerich als Standort für das Unternehmen ist kein Zufall. „Hier gab es eine Immobilie, die sich herrlich für unsere Zwecke eignete. Gleichzeitig ist die Lage zur Autobahn A 3 einfach phantastisch“, argumentiert Remi Ebbers.

Entscheidung aus dem Bauch heraus

Die Frage, nach welchen Kriterien Ebbers die US-Oldies für den stets wachsenden Kundenkreis aus ganz Europa zusammenstellt, lässt sich nicht so einfach beantworten. „Genau genommen entscheide ich aus dem Bauch heraus. Da gibt es immer eine Art Gefühl, das mir sagt: Das ist es! Natürlich weiß ich, was gefragt ist und was geht – aber ich suche mir jedes Auto wirklich persönlich aus“, erzählt er. Und berichtet darüber, dass er gemeinsam mit seiner Frau Saskia (42) etwa sieben Mal im Jahr drei Wochen durch die Staaten tourt und dabei jedes Mal rund 8.000 Kilometer zurücklegt: „Ich habe ein großes Wohnmobil und auf dem Anhänger steht ein Geländewagen. Den laden wir dann ab und fahren zu Privatleuten. Wir sehen uns wirklich jedes Auto genau an und treffen dann die Entscheidung, ob wir es nehmen oder nicht.“

„Man muss sich viel Zeit nehmen“

Noch viel unglaublicher aber ist, dass sich der 47-jährige vorher an amerikanischen Tankstellen mit einschlägigen Auto-Zeitschriften eindeckt und aus der Flut der Inserate eine Art Vorauswahl trifft. „Es ist eigentlich gar nicht so schwer. Man muss sich nur viel Zeit nehmen und genau wissen, was man will“, erläutert er. Und wie muss man sich die Termine mit den Besitzern der US-Autos vorstellen? „Das ist eigentlich ganz relaxt. Da ich grundsätzlich nur von Privatleuten kaufe, verbindet uns meistens eine Leidenschaft für die alten Autos. Da wird  philosophiert und geschwärmt. Besonders wichtig ist aber immer der Blick auf den Motor. Auch der Pflegezustand des Fahrzeuges verrät, was da vor mir steht.“ Dann zieht sich Ebbers einen Moment lang zurück und versetzt sich in die Rolle seiner Kunden. Ob er kauft, hängt tatsächlich davon ab, ob er sich selbst für das Auto begeistern kann oder nicht.

Alle Auto-Epochen sind vertreten

Rund 70 Prozent der Kunden für die hubraumstarken US-Klassiker kommen aus Deutschland, der Rest der Fahrzeuge geht ins europäische Ausland. Besonders auffällig ist die sehr gelungene Präsentation in der riesigen Verkaufsausstellung, die wie ein Ausflug in die Geschichte der amerikanischen Autoproduktion anmutet und einem jedes Gefühl für Ort, Zeit und Raum nimmt. Wow! Denn egal, ob 40er, 50er, 60er, 70er oder 80er Jahre: RD Classics lässt es wirklich an keiner Epoche fehlen. Hier gibt es luxuriöse Limousinen, reinrassige Sportwagen, klassische Coupés, prächtige Cabriolets oder praktische Pick-up. Immer wieder kommt es deshalb auch vor, dass Kunden, die sich eigentlich nur für ein ganz bestimmtes Auto interessierten, am Ende sogar mehrere kaufen. Und ganz nebenbei noch ihren Freundeskreis infizieren. Da gerät auch Remi Ebbers vollends ins Schwärmen: „Die Leidenschaft für amerikanische Autos hat nichts mit Geld zu tun. Hier geht es in erster Linie um eine Art Lebenseinstellung.“

Weitere Informationen:

RD Classics
Dechant-Sprünken-Strasse 50-54
46446 Emmerich
Telefon 02822/5375722
Fax 02822/5375721
e-mail: info@rdclassics.de
Internet: www.rdclassics.de

Bilder: Norbert Böwing

4 Gedanken zu “RD Classics in Emmerich am Niederrhein

  1. Feiner Handel, gut sortiert. – Ich bin schwerbehindert, daher sind komfortable “Kutschen”, also keine “Flundern” ein ideales Car. – Hatte bis vor kurzem einen 78er Cadillac Eldorado “Biaritz”- Edition. Sitzen, schöner als im Wohnzimmersessel/ Couch. – Suche zum Ende Sommer 2014 US- Car ab ca. 1965-1980. Machen Sie weiter so, Ihr Konzept gefällt.

  2. Ein Besuch lohnt sich immer, da sehr viele Wagen vorhanden und toll ausgestellt sind. Man sollte aber schon genauer hinschauen, wenn man hier ein Auto kaufen möchte. Die Fotos sind im eigenen Fotostudio teilweise vorteilhaft geschossen und auf die evtl. Mängel wird in den Anzeigen nie verwiesen.
    Probefahrten kosten ein paar Euro, die aber beim Kauf erstattet werden. Sicherlich würden sonst zu viele Leute nur aus Spaß mit den schönen Autos durch Emmerich cruizen…

  3. Vorsicht!!!
    Die Autos befinden sich bei näherem hinsehen meist in einem sehr schlechten Zustand und sind extrem überteuert – Reparaturen werden nicht vorgenommen-Die Oldtimer werden provisorisch in Gang gesetzt, damit eine Probefahrt einigermaßen möglich ist. Die Verkäufe erfolgen über Vermittlungsverträge, sodass keinerlei Garantien oder irgendwelche Rückgaberechte etc. gewährt werden müssen.
    Es ist schon fraglich, wie bei vielen dieser Oldtimer überhaupt der TÜV erhalten werden soll.

  4. Tolle Ausstellung und nette Leute! Bei Interesse darf man sich die Autos auf einer Hebebühne gründlich anschauen. Habe mich gut und ehrlich beraten gefühlt, auch wenn ich noch nicht gekauft habe empfehle ich RD absolut weiter.

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