Regen macht doch Spaß!

Nürburgring, 24./25. September: Zweites Tourenwagen-Revival 2010 trotz Regen ein Erfolg.

Sagte einer der Mercedes-Fahrer, als er am Freitag zum Himmel blickte. Dunkle Wolken trübten bei einigen Besitzern von klassischen DTM-Rennwagen und liebevoll aufgebauten Repliken des zweiten Tourenwagen-Revival vom 24.-25. September im Rahmen der VLN etwas die Stimmung, bei anderen bewirkten sie das Gegenteil. Sie sahen das typische Eifelwetter als Herausforderung. Beim allerersten Tourenwagen-Revival, vor mehr als einem Jahr, standen die wertvollen Rennwagen noch im strahlenden Sonnenschein – diesmal im Zelt. Und das war auch gut so. Der Wettergott war am Nürburgring nur zu wenigen Momenten auf der Seite der Tourenwagen-Revival-Fans und der Teilnehmer. Doch am Samstag hatte er mit kurzzeitig trockener Strecke und einigen Sonnenstrahlen ein Einsehen. Zwischen Training und Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring wurden die DTM-Schmuckstücke vergangener Tage noch einmal auf der Grand-Prix Strecke ausgeführt, und sie stahlen für kurze Zeit den breiten GT´s und TW der VLN die Show.

Bei der zweiten Veranstaltung waren auch die Besitzer der DTM-Repliken eingeladen, die mit ihren detailgetreuen Nachbauten diese Jahre der klassischen DTM ehren. Rudi Lang aus Notzingermoos in Bayern hatte lange auf dieses Wochenende gewartet, da er an seinem BMW M3 E30 „Bigazzi“ Replika aufwändige Umbauten im Vorfeld durchgeführt hatte. Bis kurz vor seiner Abfahrt wurde an dem weißen BMW gewerkelt. Am Nürburgring wurde er nun zum ersten Mal auf die Strecke gelassen, und sein Fahrer hatte dabei reichlich Spaß: „Eine tolle Veranstaltung, unser Auto passt genau in diese tolle DTM-Szenerie hinein.“

Auch bei der zweiten Auflage des „ACAS Tourenwagen-Revival powered by ring1.de“ war die Markenvielfalt im Zelt wieder unübersehbar. BMW M3, Opel Omega Evo 500, Rover Vitesse, Mercedes Klasse 1 und auch BMW 325i waren vor Ort. Die schwedische Marke Volvo stach bei dieser Veranstaltung etwas mehr heraus als sonst und ist für die DTM-Historie zudem auch eher ungewöhnlich. In den jungen Jahren der DTM waren die Taxi-artigen Volvo 240 Turbo das Maß der Dinge. Teams wie IPS, Kissling und Eggenberger vertrauten auf die unzerstörbaren Hecktriebler. Heico Sportiv brachte sein Exemplar wieder zum Nürburgring, und Patrick Brenndörfer, bekennender Hecktriebler-Fan, konnte wieder ins Lenkrad greifen.

Ganz besonders stach ein gelbes, breites Auto in der Mitte des Zeltes ins Auge, dessen Geschichte noch sehr jung, dafür umso tragischer ist. 16 bis 20 Stunden täglich schraubten die Zakspeed-Mechaniker 1999 während des Aufbaus an diesem Fahrzeug, das dann leider nie ein DTM-Rennen bestritten hat. Es handelt sich hierbei um den Zakspeed Volvo C70, der für die DTM 2000 konstruiert wurde, jedoch aus politischen Gründen nicht eingesetzt wurde. Lediglich beim 24h Rennen 2000 durfte er noch einmal auf die Strecke. Seit diesem Zeitpunkt stand diese Konstruktion in Niederzissen im Show-Room und wurde nun zum ersten Mal wieder der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Ein ehemaliger Zakspeed-Mechaniker meinte etwas melancholisch: „Wir waren echt motiviert, und alles war bereits in trockenen Tüchern, doch sie wollten uns einfach nicht haben. Ich werde jetzt noch sauer.“

Freitagabend stand dann plötzlich einer der früheren (und heutigen) Publikumslieblinge im Zelt. Der Däne Kurt Thiim fuhr an diesem Wochenende wieder in der VLN für das Team ProSport auf einem Seat Leon Supercopa. „Die DTM-Jahre waren meine beste Zeit im Motorsport“ – nicht verwunderlich, dass der Tourenwagen-Routinier im Zelt auftauchte, in dem es ein kleines Wiedersehen gab. Rainer Gladtfeld ist der aktuelle Besitzer von Thiims Meisterauto aus dem Jahr 1986, dem atn-Rover Vitesse. „Oh, Mann, war der Rover wirklich so lang?“ äußerte sich Thiim verwundert und ging mit einem Schmunzeln sein altes Rennfahrzeug entlang. „Ich bin mit dem Rover damals beim Start kaum weggekommen und ganz oft quer aus der Kurve heraus.“ Und schon schwelgte er wieder in alten Geschichten.

Mit der Veranstaltung im Rahmen der VLN ging das zweite Jahr des Tourenwagen-Revival zu Ende, und die Veranstalter sind mit beiden Events sehr zufrieden. „2011 geht’s wieder weiter. Wir haben ein paar interessante Ideen, und ich hoffe, dass wir neue Teilnehmer begrüßen können. Es haben sich schon einige Besitzer mit interessanten Fahrzeugen gemeldet. Über den Winter werden wir nun die neuen Termine festzurren!“, so einer der Organisatoren.?

Bilder: Michael Thier

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