Mustang Ekstase – 68er Fastback trifft GT Velocity Edition

949 Pferde und knapp 11 Liter Hubraum – wenn ein 1968er Mustang Fastback mit Shelby Body Kit auf den 2011er Mustang GT Velocity Edition trifft, dann sollte man die Hände fest am Lenkrad lassen. Denn diese beiden scharfgemachten Hengste ziehen ihr Drehmoment schneller, als ihr Schatten über den Asphalt schießt

am122011_7004_mustang_fastback_01Was für ein Ritt war das denn? Mustang? Das soll ein Mustang sein?”

Das sind die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf schiessen, als die dicken Bremsbacken des 2011er Ford Mustang GT Velocity Edition die 355 Millimeter großen Bremsscheiben in den Schwitzkasten nehmen und den weiß-schwarzen Boliden abrupt abbremsen. Stillstand. Zeit zum Nachdenken.

Als der aufgewirbelte Staub sich legt, macht sich Gewissheit breit: Dieses bärenstarke Geschoss hätte einen anderen Namen verdient. Zum Beispiel Grizzly GT. Oder Ford Gorilla GT Velocity Edition… Im Rückspiegel taucht der 68er Mustang Fastback auf. Sein gefährlich schnell aussehendes Shelby Body Kit kann nicht darüber hinwegtäuschen: Zwischen diesen beiden Wildpferden liegt einiges mehr, als nur 43 Jahre Altersunterschied.

mustang_fastback_02Ein Roush-Kompressor sagt alles…
Doch immer der Reihe nach. Vor dem Einsteigen sah die Welt noch anders aus. Mustang GT? 418 PS, 5-Liter-V8. Ein nettes Spielzeug, sicherlich. Aber brachial? Ein Blick auf das Datenblatt des Velocity Mustangs schafft Klarheit: Ein wassergekühlter Roush- Kompressor setzt den Achtzylinder unter Druck. Das Ergebnis sind 525 PS und ein Drehmoment von 630 Newtonmetern. Im Vergleich zur Basisversion scharren hier 107 Pferde mehr mit ihren Hufen. Das macht sich auch beim Drehmoment deutlich bemerkbar. Dieses wächst, Kompressoraufladung sei dank, ebenfalls um hundert Newtonmeter von 528 auf satte 630. Damit die Power sich nicht schon in der ersten Kurve in Schall und Rauch auflöst, hält ein höhenverstellbares KW-Gewindefahrwerk das Kraftpaket auf Kurs – der von Velocity getunte Mustang gehört definitiv nicht auf den Ponyhof sondern auf die Rennstrecke.

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Im Roush der Beschleunigung

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Willkommen im Carbonzeitalter

Hände ans Lenkrad
Am meisten Spaß machen die Ausritte natürlich fernab von Tempo-30-Zonen. Aber besonders auf der Piste man aufpassen, dass man es mit dem Mustang nicht übertreibt. Will man die Grenzen richtig ausloten und nicht nur quer brettern sondern auch schnell sein, muss der Pilot einen Balanceakt zwischen Drift und sauberer Linie beherrschen. Der Velocity Mustang lässt dies mit seiner Kompressorpower ohne Weiteres zu. Übertreibt man es aber, steht man schnell richtig quer. Nur zu dumm, dass ausgerechnet dieser Zustand besonders viel Spaß macht. Als wir zum dritten Mal quer durch einen Kreisel schießen und am Drehzahlbegrenzer kitzeln, macht sich zwangsweise breites Grinsen breit. Apropos breit: Die Kraft wird im Heck von 295er-Schlappen auf den Asphalt übertragen. Oder gebrannt, je nachdem, wie weit das Gaspedal in Richtung Bodenblech gedrückt wird… Festgehalten werden die Pneus von überaus schicken schwarzen 22 Zoll Alufelgen von WTW.
mustang_fastback_05mustang_fastback_06mustang_fastback_07Der alte: ein Charmeur
Puristischer, echter und direkter gibt sich dagegen der 68er Mustang Fastback. Auch hier wurde fleißig modifiziert. Die Cobra im Grill und das restliche Shelby-Bodykit sind nämlich Deko. Das bedeutet aber keinesfalls, dass dieser Mustang nicht wild wäre. Schließlich steht er mit 424 PS und 615 Newtonmetern Drehmoment nicht weniger gut im Futter als seine carbonbetuchte Verwandtschaft. Auch bei diesem besonderen Fastback finden sich einige Perlen unter der Motorhaube, wie beispielsweise die Patriot Zylinderköpfe, ein Tremec-5-Gang-Getriebe oder eine hydraulische Rollennockenwelle. Und um die Ecken pfeift der Alte fast genauso flott wie der Neue, denn auch hier sorgt ein Gewindefahrwerk (TCP) für stabile Seitenlage. Zusätzlich wurde die Karosserie mit eingeschweißten Bügeln und Trägern versteift. Damit bei wilden Ausritten auch der Fahrer an Ort und Stelle bleibt, hat man sich kurzerhand bei einem Sportler aus Zuffenhausen bedient: So wurden die Standardsitze gegen Porsche-RS-Sportsitze aus dem Jahr 1973 ausgetauscht. Ohnehin macht der alte Mustang im Innenraum das Rennen gegen den neuen: Das mit Shelby-Armaturen bestückte Cockpit verzückt seinen Fahrer immer wieder auf‘s Neue. Fast will man aus dem Alten nicht mehr aussteigen, wäre da nicht der böse Blick des Neuen, der einen magisch anzieht…

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Weniger Gewicht dank viel Carbon
Zurück zum jungen Wilden: Seine sportliche Ambition macht der 2011er Mustang GT Velocity Edition bereits durch sein äußeres Erscheinungsbild deutlich. Die weiße Lackierung in Kombination mit den Echtcarboneinlagen in der Motorhaube und im Kofferraumdeckel machen nicht nur optisch einiges her, sondern haben auch einen ganz praktischen Nutzen: Sie reduzieren das Gewicht. Hinzu kommt ein Carbon-Body-Kit, das die Frontschürze, Heckdiffusor, Seitenschweller und Einsätze im Kotflügel umfasst. Die Sponsorenaufkleber verleihen dem Auto den Charme eines Rennwagens. Ebenso eindrucksvoll sind die mächtigen schwarzen Alus. Der Innenraum hingegen blieb von den Tuningmaßnahmen praktisch unberührt. Es herrscht nüchternes Ford-Flair: Praktisch, alltagstauglich und eine weitestgehend gute Verarbeitung.
Dennoch vermisst man selbstverständlich den Charme, mit dem alte Mustangs meistens locken. Der 2011er Mustang GT Velocity Edition begeistert natürlich vielmehr durch seine Fahrleistungen, seine Sportlichkeit und die brachiale Power.

Wir würden am liebsten beide Mustangs mitnehmen. Den neuen für den Alltag – und den alten, um die Sonne zu putzen..

mustang_fastback_10mustang_fastback_11mustang_fastback_12mustang_fastback_13Bilder: Velocity

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