Hudson Hornet Sedan – Das Geheimnis der Hornisse

Der Hudson Hornet war nicht nur eine gemütliche Limousine, sondern auch ein fähiger Rennwagen. Man sah es ihm nur nicht an…

Hornissen stechen selten. Aber wenn, dann tut es irgend jemandem weh.
Betrachtet man einen Hudson Hornet (englisch für “Hornisse”), dann käme man wohl nie auf die Idee, dass diese Fahrzeuge ihre Konkurrenz damals regelmäßig ausstachen – sie gehörten zu den Erfolgreichsten im Rennsport der 50er Jahre. Bei den NASCAR-Rennen am Strand von Daytona Beach waren die Hornet ebenso unschlagbar wie bei lokalen Stockcar-Rennen in den USA.

Dabei war das nie der Plan, als im Jahre 1909 vier Mitarbeiter von Oldsmobile mit dem Investor Joseph L. Hudson, dem Inhaber einer Warenhauskette, ihre eigene Automarke gründeten. Ende der 20er Jahre kriselte es kräftig,  während des Zweiten Weltkrieges hielt man sich mit Flugzeugmotoren über Wasser.

Restaurierter Innenraum mit Zubehörlenkrad aus Bakelit

Türverkleidungen, Radio und Instrumente sind im Originalzustand

Nach dem Krieg präsentierte Hudson im Jahr 1948 den “Super Six”, mit dem die Marke wieder aus dem Tief kam. Der “Super Six” besaß eine niedrige Karosserie und ein breites Chassis, heute heißt das “Lowrider Look”. Der Hudson hat eine selbsttragende Karosserie, was für diese Zeit ungewöhnlich war und für eine extrem hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht sorgte. Schon 1951 kam die neue Version auf den Markt, die “Hornet” genannt wurde. Der Sechszylindermotor bekam mit der neuen Karosserie mehr Leistung und Hubraum: 5.000 Kubik – der größte Sechszylinder seiner Zeit.

Durch die Kombination von Leistung, niedrigem Schwerpunkt und guter Straßenlage war der Hornet eines der schnellsten Autos seiner Zeit, was auch die Rennfahrer zu schätzen wussten. Hudson entwickelte für den Rennsport den Twin H Power-Vergaser, gut für bis zu 160 PS. Hiermit dominierte das Modell das Renngeschehen, was ihm den Beinamen “The Fabulous Hudson Hornet” einbrachte.

Der Hudson Hornet war zwar bei den Rennen sehr erfolgreich, jedoch gingen die Verkäufe im Laufe der Zeit durch die günstigeren Fahrzeuge der großen Marken zurück. Als letzter Versuch schlossen sich 1954 Nash und Hudson zur American Motors Corporation (AMC) zusammen, bis 1957 schließlich der letzte Hudson produziert wurde und damit eine Epoche zu Ende ging.

Unseren 1952er Foto-Hornet fanden wir in Holland bei einem absoluten Enthusiasten. Harry verdient sein Geld mit dem Import und der Restauration von US-Klassikern und das macht er mit ganzem Herzen. Als er den Hudson entdeckte, verkaufte er spontan seinen selbst restaurierten Cadillac und machte sich an die Wiederbelebung des Hudson.

Keine Chance auf Enge: viel Platz im Heck des Hudson

Originalgetreu: Werkzeug und Reserverad aus den 50ern

Die Basis war erstaunlich gut. Doch Harry ist Perfektionist, so gestaltete sich bereits die Beschaffung und die Abstimmung des Twin H Power-Vergasers als extrem zeitaufwändig – es sollte natürlich ein Original sein. Nebenbei besorgte er ein damals als Option lieferbares Windshield sowie ein paar fehlende Teile. Bei der Restaurierung entdeckte Harry noch ein paar andere Besonderheiten:  Bei der Elektrik liegt Plus an der Karosserie an, und der gesamte Kabelbaum läuft nicht, wie üblich, durch den Boden, sondern durch das Dach.

Drei Jahre dauerte die Restaura-tion, bis Harrys Hudson Hornet in dem blauen Two-Tone-Lack mit einer restaurierten Innenausstattung bereit für die erste Ausfahrt war. Und heute? Läuft der Motor bei minus zwölf Grad wie ein Uhrwerk, die Heizung wärmt den Innenraum hervorragend, nur das Verhalten der Reifen auf Glatteis ist leicht kriminell.

Tuning aus den 50ern: Fünfliter-Sechszylinder mit Twin-H-Power-Vergaser

Die Karosserie präsentiert sich in einer sehr guten Kondition und auch das Armaturenbrett zeigt genau das, was man bei einem Klassiker erwartet – etwas Patina, aber alles funktioniert. Der Gedanke jedoch, mit so einem Hudson Rennen zu fahren, ist für einen gurt- und airbagverwöhnten Autofahrer von heute ziemlich abstrakt. Bei den alten Filmaufnahmen von Frontalunfällen und Überschlägen fragt man sich, was für Nerven die Kerle damals gehabt haben müssen. Vielleicht erklärt es auch, warum der alte Hudson Hornet aus dem Film “Cars” nie wieder Rennen fahren wollte. Es sei ihm gegönnt – dafür ist die Hornisse auf Rädern in der Neuzeit jetzt jedem Kind bekannt. Das hat nicht nur dessen Beliebtheit, sondern auch seinen Preis nach oben getrieben.

Historischer Film:
www.youtube.com/watch?v=hOvRsMX6o5g

Heideveld Classics
Nervistraat 18
8013 RS  Zwolle
Niederlande
www.fordmustang-classics.com

Bilder: Frank Sander

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