Flotte Dreier – Die Geschichte der Dreisitzer

Dreisitzer haben sich nie wirklich durchgesetzt – warum eigentlich nicht? Mal abgesehen von solchen sportlich richtungsweisenden wie unbezahlbaren Supercars a la McLaren F1 wären es die idealen Wagen für den ambitionierten Vater mit seiner Kleinfamilie. Doch die wenigsten Vorschläge haben es in die Serienfertigung geschafft. Umso interessanter, sich die Ideen der Designer und Karossiers anzusehen

Warum so wenig Dreisitzer, wo es so viele Möglichkeiten der Sitzanordnung gibt?

Ob gerade und versetzt nebeneinander mit mittigem Fahrer, …

… gleichrangig, …

… abgedreht, …

… löffelmäßig, …

… fast klassisch …

… oder ganz schräge – das Auto lässt eine Menge Denkansätze zu.


Citroën 5HP

Der erste wirklich berühmte Dreisitzer war der Citroën 5HP. Er wurde in Paris auf dem Automobilsalon 1921 präsentiert. Im Juni 1922 begann die Fertigung, 1926 endete sie. Insgesamt wurden 80.232 Exemplare in verschiedenen Versionen vom – wegen häufiger gelber Lackierung – “Petite Citroën” genannten Wagen produziert. Die dreisitzige Version musste extra geordert werden. Dann konnte eine dritte Person hinten mittig kauern.
Seine Agilität, die einfache Wartung und der sparsame Verbrauch machten den praktischen Flitzer zum ersten “Volkswagen”, aufgrund der freundlichen Farben und der unkomplizierten Fahrbarkeit wurde er schließlich zum “Frauenauto” – und später von Opel kopiert.

Foto: Stefan Gerhauser

Foto: Stefan Gerhauser


Ferrari Pininfarina 365P Berlinetta Tris Speciale Guida Centrale

Es war 1965, als im Auftrag von Fiat-Präsident Gianni Agnelli bei Pininfarina zwei dreisitzige Ferrari 365P Berlinetta  entstanden –  es waren für lange Zeit die letzten im Kundenauftrag gebauten Ferrari-Prototypen. Ein weißes Exemplar wurde auf dem Autosalon in Paris gezeigt, Agnellis silberner Wagen hatte einen angenieteten Heckspoiler. Der 365 P basiert auf dem Chassis des Ferrari 250 LM, der Radstand wurde um 20 Zentimeter auf 2,60 Meter verlängert.
Der New Yorker Marvin Carton, späterer Besitzer eines Exemplars, beschwerte sich nach dem Kauf, er könne den Wagen in der Stadt nicht fahren – wohl aufgrund der mittigen Fahrerporsition. Der Fahrersitz ist übrigens auf Schienen befestigt und verfügt zusätzlich über einen Rotationsmechanismus, der das Ein- und Aussteigen erleichtern soll.

Foto: Andrew Taylor for the Simeone Automotive Museum

Foto: Andrew Taylor for the Simeone Automotive Museum


Foto: Italdesign

Italdesign Bizzarrini Manta

Der Bizzarrini Manta von 1968 ist das erste Auto, das Giorgio Giugiaro baute, nachdem er seine eigene Firma Italdesign gegründet hatte. Für das Einzelstück mit drei Sitzen nebeneinander nutzte er das Gitterrohrahmenchassis eines Bizzarrini P538, der 1967 am Rennen von Le Mans teilnahm. Im April 1968 stand das Showcar Manta schon auf der Messe in Turin. Außergewöhnlich ist seine Silhouette: Von der Vorderkante spannte Giugiaro einen ausgewogenen Bogen bis zur Heckkante und kreierte damit das erste “Spacewagon Coupé”. 2008 griff Italdesign übrigens formal den Manta in Form des Conceptcars “Quaranta” wieder auf. Das Monovolumen, das Schwellerdesign und die drei vorderen Sitzplätze kehrten wieder. Der Quaranta hat jedoch mittig hinter dem Fahrer noch einen vierten Sitzplatz für ein Kind.

Foto: Italdesign

 

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